Irgendwas mit Medien: Medienkulturwissenschaft im Studiengangcheck bei fudder

Lisa Petrich

Jeder Jurist ist ein Schnösel, jede Psychologie-Studentin hat einen Knacks: Vorurteile über Studierende gibt es viele. fudder erklärt, womit sich Freiburger Studiengänge wirklich beschäftigen und was an den Klischees dran ist. Heute: Medienkulturwissenschaft (MKW).

Worum geht's?

Medienkulturwissenschaft beschäftigt sich mit den verschiedensten Medien, ihrer Geschichte, der Analyse und wie sich das Ganze mit der Kultur überschneidet und gegenseitig beeinflusst. Außerdem werden Kenntnisse zu Medienrecht und Medienethik erworben.

Auch die Praxis kommt dabei nicht zu kurz: in drei praktischen Modulen lernt man Kurzfilme zu drehen, TV-, Radio und Online-Berichte zu produzieren und eine Website zu erstellen.

Im sechswöchigen Pflichtpraktikum können die Studierenden diese Kenntnisse in einem Unternehmen ausprobieren und weiterentwickeln.

Gender-Check

Eindeutig mehr Mädels! Im Wintersemester 2018/19 waren von 43 Studienanfängern 35 weiblich.

Ein Vorurteil, das völlig erfunden ist

Dass es ein brotloser Studiengang sei. MKWler enden nicht zwangsläufig als Taxifahrer. Es gibt jede Menge Berufsmöglichkeiten, auf die man während des Studiums mit Praktika und Nebenjob hinarbeiten kann, wie zum Beispiel die Arbeit als Journalist, im Verlag, in der Öffentlichkeitsarbeit oder auch im Eventmanagement.

Ein Vorurteil, an dem was dran ist

Dass Medienkulturwissenschaft "Irgendwas mit Medien" ist. Es kann wirklich alles sein. Ob man ein Seminar zu Walking Dead oder Umweltjournalismus belegt oder sich etwas über Volksmusik und Schlager anhört ist ziemlich egal.

Während des Studiums können die MKWler frei ihren Interessen folgen und auch mal einen kompletten Kurs damit verbringen, "Germany‘s next Topmodel" oder "Die Geissens" zu analysieren. Wer allerdings gar keinen Spaß am Lesen und Schreiben findet, sollte es mit dem Studiengang lieber bleiben lassen.

Der beliebteste Spruch

"Und was machst du dann nach dem Studium damit?" - diese Frage bekommen Geisteswissenschaftler generell bei jeder Familienfeier gestellt. Ob man als rasender Reporter, im Theater oder als Hollywood-Filmregisseur endet ist unklar, aber da der Studiengang so breit gefächert ist, stehen den MKWlern viele Türe offen.

Warum man MKW studieren sollte

Mit der Kamera und einem riesigen Equipment in der Stadt herumzulaufen ist einfach cool.

Durch die praktischen Kurse wird das Studium aufgefrischt und es bleibt nebenher auch reichlich Zeit für Praktika oder Nebenjob, um die Kenntnisse zu vertiefen – sei es im Journalismus, im Verlag, hinter oder vor der Kamera, im PR und Online-Marketing oder in der Öffentlichkeitsarbeit.

Natürlich ist man nach dem Studium kein Profi-Kameramann und keine Karla Kolumna, aber MKWler sind zumindest auf einem guten Weg dahin.

Das nervt

Die oftmals geringe Wertschätzung von außen, da mittlerweile ganz viele "irgendwas mit Medien" studieren wollen und es oft nur als Wischi-Waschi-Studiengang angesehen wird. Aber hinter der Freiburger Medienkulturwissenschaft verbirgt sich mehr als bloß Filmeschauen!

Was MKW-Studierende in der Vorlesung machen

Oft wird wild darüber diskutiert, ob die (vorerst) verrückt wirkenden Aussagen eines Medientheoretikers auch im heutigen Zeitalter anwendbar sind oder welche Zukunft Food-Videos auf Instagram haben.

Natürlich kommt auch die Filmanalyse nicht zu kurz! Völlig egal, ob es ein alter Klassiker, Zombie-Apokalypse oder Trash TV ist – man kann alles analysieren.

Wo MKW-Studierende anzutreffen sind

Wenn sich MKWler nicht gerade im Medienzentrum der UB aufhalten oder irgendwo mit der Kamera oder dem Aufnahmegerät in der Stadt herumirren, kann man sie beim Kaffeeschlürfen nahe des KG I oder in der Mudom-Bar entdecken.

Work-Life-Balance

Wahrscheinlich bietet kaum ein anderer Studiengang so viel Freizeit wie MKW. Diese könnte für Praktika, Mitarbeit bei UniCROSS (Radio, TV und Online) oder ähnlichem genutzt werden, da den Studierenden sonst oftmals das Ziel vor Augen bei m Studium fehlt.

Einige MKWler geben zu, dass ihr Nebenfach meist aufwändiger und mit mehr Lernstress verbunden sei als ihr Hauptfach Medienkulturwissenschaft. Allerdings muss man unter dem Semester sehr viele Texte lesen, Projektarbeiten organisieren und an den Schnittplätzen in der UB hocken – und in den Semesterferien werden fleißig Hausarbeiten geschrieben.

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