Interview mit der Redaktion der neuen Freiburger Studi-Zeitung "Freistuz"

Marlene Wilkes

Seit vergangener Woche wird die neue Studi-Zeitung "Freistuz" an den Freiburger Hochschulen verteilt. Wieso Freiburg noch eine Studi-Zeitung braucht und was "Freistuz" so besonders macht, haben uns sieben Redaktionsmitglieder beantwortet:



Auf Facebook und in eurem Vorwort verweist ihr auf häufigen Alk-Konsum bei euren ersten Redaktionstreffen. Ist die erste Freistuz das Ergebnis einer Schnapslaune?

Freistuz-Redaktion: In erster Linie hatten wir einfach keine anderen Fotos, auf denen überhaupt Leute von uns drauf waren. Und ganz ohne Fotos wollten wir auch nicht bleiben. Daraus entstand diese Präsenz. Es soll aber auch darstellen, dass wir eine offene Redaktion sind. Jeder kann dazu kommen, es ist ein ungezwungenes Miteinanderarbeiten mit flachen Hierachien.

Wie viel Liter Bier sind denn geflossen?

Wir können uns nicht erinnern.

Es gibt ja bereits einige Studierendenzeitungen in Freiburg: die Berta, das 14Magazin ... Warum meint ihr, braucht es noch eine?

Manche berichten über Veranstaltungen, andere sind abhängig von Institutionen oder Parteien. Wir dachten, dass es cool wäre, einfach eine eigene Studi-Zeitung mit einer breiten Themenwahl zu machen: Musik, Kultur, Sport. Aber eben in vollkommener Unabhängigkeit. Jeder darf im Prinzip machen, was er will, wenn es gut ist.

Außer es ist menschenverachtend. So steht es auf eurer Facebook-Seite.

Wir möchten in einem moralischen Rahmen bleiben, in dem wir niemanden beleidigen. Und wir wollen auch als Gesamtzeitung keine politische Gesamtausrichtung haben. Aber ansonsten ist wirklich alles okay, so lange es niemanden beleidigt oder diskriminiert. Und so lange es guter Journalismus ist.

Jeder darf also bei euch mitmachen?

Es muss eine gewisse Qualität zu Grunde liegen. Wir werden nicht alles abdrucken, was uns erreicht. Vor allem, wenn wir merken, dass schlecht recherchiert wurde oder es sprachlich nicht gut ist.

Euer Layout ist ziemlich grünlastig. Doch ein verstecktes politisches Statement?

Nein, nein. Das war eine ästhetische Entscheidung. Grün fanden wir einfach schön, und es wird unser Markenzeichen bleiben.

Und der Vogel auf dem "i" von "Freistuz"?

Der Vogel steht für Freiheit.

Für eine Freiburger Studierendenzeitung habt ihr in der ersten Ausgabe von Freistuz relativ wenig über die Themen "Freiburg" und "Studieren" geschrieben.

Wir sind der Meinung, jeder sollte auch mal aus seinem eigenen kleinen Umkreis herausgucken. Daher befassen wir uns sowohl mit Hochschulpolitik, als aber auch unter der Rubrik „Rausblick“ mit Politik im größeren Umfeld. Für diese Ausgabe zum Beispiel sind wir nach Kiew geflogen und haben nach Istanbul telefoniert. Anders als andere Studi-Zeitungen versuchen wir auch viel außerhalb von Freiburg abzudecken, mit dem Ziel, den Lesern einen anderen Blickwinkel auf manche Probleme geben zu können.

Die erste Freistuz-Ausgabe ist in gedruckter Form erschienen. Plant ihr auch eine Online-Version?

Noch stehen wir wirklich ganz am Anfang, aber längerfristig streben wir das auf jeden Fall an. Wir haben bereits die Domain Freistuz.de, sind aber noch nicht Online geschaltet. Auf sozialen Netzwerken sind wir ja bereits vertreten.

Eure nächsten Top-Themen?

Als lokale Schwerpunkte setzen wir den Transportguide fort, geben Tipps über die besten Public-Viewing-Plätze zur Fußball-WM, und es wird ein Artikel über die Freiburger Foodsaver geben. Außerdem bringen wir auf jeden Fall die Europawahlergebniss. Langfristig möchten wir ein Interview mit einem Freiburger Gefangenen machen, am liebsten mit jemandem, der währenddessen studiert. In der Reihe „Wir fragen – Politiker antworten“ möchten wir außerdem persönliche Portraits von Politikern machen.

Mehr dazu:

Freistuz soll immer am 15. eines Monats herauskommen. Die Studierendenzeitung liegt an diversen Orten der diversen Freiburger Hochschulen aus. In Zukunft soll sie auch in verschiedenen Cafés zu finden sein.

Freistuz sind zur Zeit: Gregor Bauer, Kira Kurz, Robin Haug, Lars Weber, David Feeney, Linda Heimisch, Katharina Kohler, Louisa Theresa Braun, Aurelia Hoffmann, Anne Catherine Reichert, Johannes Oschwald, Jaakko Kacsóh, Moritz Hoffmann, Sebastian Türich.