In meiner Plattentasche: Sascha Barth im Drifter's Club

Bernhard Amelung

Sascha Barth hat schon auf Monika Kruses Plattenlabel Terminal M veröffentlicht und produziert weiter fleißig elektronische Clubmusik: An diesem Samstag macht er zusammen mit Acoma den Auftakt zur Partyreihe "Schwarzes Gold" im Drifter's Club, auf der ausschließlich mit Vinyl aufgelegt werden soll. Welche Platten Sascha Barth unter anderem dabei haben wird:



Mit welchem Track beginnst du am Samstag dein DJ-Set?

Da ich erst gegen ein Uhr anfange, wird es sicher ein groovender Shaker sein, zum Beispiel "U Special" von Mirko Loko auf Cadenza.

   

Was ist die perfekte Platte für ein Warm-up?

 
Ein super Starter ist "I had a dream that she was dying alone" von Gathaspar auf Freude am Tanzen. Ist aber nicht so depri, wie es der Titel vermuten lässt.

   

Welche Platte darf der Disc Jockey vor dir auf keinen Fall spielen?

 
Da gibt es nicht DIE eine. Mich nervt nur, wenn einer verkrampft versucht, auch noch das letzte bisschen Energie aus den Tanzenden raus zu quetschen, bevor er "abtritt", anstatt ein bisschen runter zu fahren. Der Nachfolger soll ja einen möglichst guten Start haben. Umgekehrt, wenn der DJ vor mir einen super Run hat, sollte ich das neidlos anerkennen, ihn den Moment noch kurz genießen lassen, nicht drängeln.    

Welche Platte hast du immer dabei, hast sie aber noch nie gespielt?

 
Meine eigenen [lacht]. Noch nie ist übertrieben, aber sehr selten. Ich bin so selbstkritisch mit meinen Sachen, ich finde die Tracks von anderen Produzenten immer viel geiler als meine eigenen.

   

Welche Platte spielst Du in allen Deinen DJ-Sets?

 
Ich spiele fast immer was von Terranova, oder zumindest einen Remix. Zum Beispiel von der "Headache EP" oder den Restless-Remixen auf Kompakt.

   

Welche Platte bringt den Club am Samstag zum Ausrasten?

 
Den Job könnte der Carl Craig Remix von Inner Citys "Till we meet again" auf KMS sehr gut übernehmen, oder immer noch Adam Port "Black Noise" im Kink Remix und sowieso meistens irgendwas bei dem Kink seine Finger im Spiel hat!

 

Bei welchem Track verlässt du das DJ-Pult und tanzt selbst?

Bei den eben genannten, aber das muss schnell gehen, mit Vinyl kann man ja keinen Sync Button drücken  oder eine Endlosschleife zur Überbrückung laufen lassen. [lacht]    

Welches ist dein liebster Guilty Pleasure-Song?

 
Dele Sosimi Afrobeat Orchestra "Too Much Information" in der Mr. Raoul K Transformation auf Rainycity Music.

   

Welche Platte würdest du gerne spielen, traust dich aber nicht?

 
Einen Genre-Sprung würde ich schon gerne mal ausprobieren, à la Laurent Garnier, der ist ein Gott in sowas, ohne den Flow abreißen zu lassen, wobei man zu ihm ja auch in der Erwartung hin geht, dass genau das passiert. Anders herum sollte man die Frage stellen: "Was traust Du dich, NICHT zu spielen?!" Nur das runter zu orgeln, was alle eh schon kennen und mögen, reizt mich nicht. In unserem Bereich sollte ein DJ kein Abziehbild vom Querschnitt beziehungsweise den Charts sein, sondern auch mal in ungewohntes Terrain vordringen um zu überraschen, vorausgesetzt das Publikum 'erlaubt' es ihm.    

Welche Platte spielst du, wenn das Licht im Club angeht?

 
Joy Wellboy 'Before the Sunrise‘ (Dixon Remix) auf BPitch Control. Schön theatralisch, mit einer Träne im Knopfloch!



Mehr dazu:

Was: Schwarzes Gold w/ Acoma & Sascha Barth
Wann: Samstag, 23. Januar 2016, 23 Uhr
Wo: Drifter's Club
  [Foto: Sascha Barth/Promo]