Donkey Bikes

In Freiburg gibt’s jetzt Radverleih per App

Simone Höhl

Jetzt können Nutzer in Freiburg Fahrräder per App ausleihen. Ein Radverleiher hat am Montag 50 orangene "Donkey Bikes" in der Stadt aufgestellt.

Sie sind orange und sie fallen auf am Montag im Freiburger Stadtgebiet: 50 neue Leihräder lehnen an Straßenschildern, Laternen und Radbügeln hauptsächlich im Zentrum. Buchen, auf- und abschließen sowie zurückgeben können Nutzer sie per App, erklärt Claudia Kagel von "Freiburg aktiv". Der Radverleiher bietet die Fahrräder von "Donkey Republic" an.


Ausleihen mit dem Smartphone

Wer ein Donkey-Bike ausleihen will, braucht ein Smartphone oder Tablet und eine Kreditkarte. Das erste Ausleihen erfordert eine Registrierung, kann aber recht fix auf der Straße erfolgen. Ist die kostenlose App der Firma "Donkey Republic" heruntergeladen, zeigt sie die Standorte und die nächsten Leihräder an – auf Ausleihen klicken, Leihdauer auswählen, Preis akzeptieren und einmalig registrieren mit E-Mail-Adresse sowie Kreditkarte.

Ist die Nummer des gewünschten Fahrrads eingegeben, lässt sich das Schloss mit dem Smartphone per Bluetooth-Signal öffnen. Auf diesem Weg kann es auch so oft man will wieder ver- und aufgeschlossen werden. Einen Schlüssel gibt es nicht, falls der Akku leer ist.

Preise von 1,50 bis 12 Euro

Für eine halbe Stunde zahlen Nutzer in Freiburg 1,50 Euro (und nicht 1 Euro wie von Donkey angegeben), für einen Tag 12 Euro. Dazwischen wird gestaffelt abgerechnet: Bis zwei Stunden kostet das Donkey-Bike 6 Euro, bis sechs Stunden 8,40 Euro, bis zwölf Stunden 10,20 Euro. Die Rechnung landet im E-Mail-Fach. Mitglieder der "Donkey Republic" zahlen jeweils die Hälfte. Eine Diebstahlversicherung kann für zwei Euro pro Tag abgeschlossen werden. "Das ist Freiburg", meint Claudia Kagel dazu. Ohne Versicherung kostet ein Diebstahl 300 Euro.

"Schönes Fahrrad", sagt ein Mann mit grauem Haar und Berliner Akzent im Vorbeigehen auf der Stadtbahnbrücke. "Wo ist denn der Motor?" Die orangenen City-Bikes haben Drei-Gang-Schaltung und einen Handyhalter. "Freiburg aktiv" hat sie vor allem für Touristen, aber auch für Freiburger gekauft. Der Verleiher mit Sitz in der Radstation am Hauptbahnhof nutzt Software und Plattform von "Donkey Republic". Das dänische Start-Up aus der Fahrradstadt Kopenhagen hat 4000 Räder in 40 Städten stehen, Nutzer können überall mit der gleichen Registrierung buchen.

Radbügel sind Mangelware

In Freiburg soll es 25 Standorte geben, nicht alle sind schon belegt. Der Radverleih will erst mal Erfahrung sammeln und die Räder dann entsprechend verteilen, erklärt Mitarbeiter Hans-Georg Herr: "Wo der Nutzer ist, da würden wir gerne sein."

Radbügel sind ein knappes Gut in Freiburg, vor allem im Zentrum. Die Stadtverwaltung und Universität unternehmen gerade große Anstrengungen, um neue Standorte zu finden und um gegen Dauerparker und Schrotträder vorzugehen. Eine Genehmigung brauchte es für die Donkey-Bikes nicht, sagt Claudia Kagel: "Jeder kann im öffentlichen Bereich ein Rad abstellen."

Privater Anbieter überholt die Stadt

Will man ein Donkey-Bike wieder abgeben, wählt man in der App "Ausleihe beenden" und einen "Hub" aus. Das sind keine echten Stationen, sondern geografische Punkte wie hinterm Rathaus an der Turmstraße oder beim "Paradies" an der Mathildenstraße. "Beim Abgeben, und nur dann, wird das Fahrrad per GPS gesucht", erklärt Kagel. Damit die App das Leihrad als korrekt abgestellt erkennt, muss es zwar nicht an einer bestimmten Laterne oder ähnlichem abgestellt werden, aber in einem Radius von 15 bis 20 Meter, sonst kostet’s Strafgebühr. Die Räder sollen wo angeschlossen werden, damit sie nicht umfallen; ist nichts frei, genügt einfaches Abschließen.

Wenn es mit dem "Fahrradverleih à la carte", wie Herr ihn nennt, gut läuft, will "Freiburg aktiv" bis zu 150 Bikes aufstellen. Als der Gemeinderat vergangenen Herbst die Einrichtung eines öffentlichen Verleihs beschloss, hatte der Verleiher kritisiert, dass das Rathaus private Anbieter nicht gefragt hat. Das Leihsystem der Stadt ist noch in Vorbereitung, es soll 400 Räder an 55 fixen Stationen im ganzen Stadtgebiet und Verbilligungen für ÖPNV-Nutzer umfassen. Ein Zuschuss von bis zu 300.000 Euro ist genehmigt. Die Donkey-Bikes sollen sich über die Miete finanzieren.

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