Paris-Guide

In drei Stunden von Freiburg nach Paris: Sieben Ideen für sieben Stunden Paris

Anika Maldacker

Der TGV fährt seit dem Wochenende schneller von Freiburg nach Paris als zuvor – und mit anderer Streckenführung. Über Offenburg und Straßburg ist man in gut drei Stunden in der Stadt der Liebe. fudder hat Tipps, was du in den sieben Stunden dort machen kannst.

Morgens um sieben Uhr in den TGV einsteigen und um kurz nach 10 Uhr am Pariser Gare de l’Est, dem Ostbahnhof, aussteigen. Die SNCF, die französische Eisenbahngesellschaft, macht’s möglich. Seit dem Fahrplanwechsel zum 9. Dezember fährt der TGV, der seit 2013 Freiburg mit Paris direkt verbindet, über Offenburg und Straßburg. Zuvor fuhr er über Müllheim, Mulhouse und Dijon. Mit dieser Entscheidung will die SNCF die Verbindung in die französische Hauptstadt rentabler machen. Denn: An dem vorherigen Halt Müllheim wohnen nur etwas mehr als 18.000 Einwohner. An den neuen Haltestellen Emmendingen, Lahr und Offenburg wohnen insgesamt rund 128.000 potentielle Kunden.


fudder durfte bei der ersten TGV-Fahrt von Freiburg nach Paris via Straßburg mitfahren und abends wieder zurück. Für die Reiselustigen haben wir Tipps für sieben Stunden in Paris.

1. Der hyperaktive Paris-Neuling

Paris in sieben Stunden entdecken? Anstrengend, aber machbar. Paris ist klein, das ist das Glück des Sehenswürdigkeiten-wütenden Paris-Neulings. Es erstreckt sich auf 105 Quadratkilometern und hat damit weniger als zwölf Prozent der Fläche Berlins. Zu Fuß kann man in der französischen Hauptstadt einige Sehenswürdigkeiten erkunden.

fudder zeigt dir, wie du als Paris-Neuling in sieben Stunden die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abklappern kannst.



Place de la République
10.05 Uhr Ankunft. Vom Gare de l’Est sind es zu Fuß nur 15 Minuten an die Place de la République. (10.30 Uhr) Mit der Linie 3 sind es nur drei Stationen bis zum Friedhof Père Lachaise. Dort liegen zahlreiche Berühmtheiten wie der Komponist Frédéric Chopin, der britische Schriftsteller Oscar Wilde, die französische Sängerin Édith Piaf oder The-Doors-Frontmann Jim Morrison. Der Friedhof ist weitläufig, die Gräber nicht ausgeschildert. Es ist realistisch, dass man dort eine Stunde verbringt. (11.30 Uhr) Von dort ist man in 20 Minuten mit den Linien 3 und 11 am Hôtel de Ville. Ein Hingucker. (12 Uhr)

Le Marais oder Centre Pompidou
Wer Hunger hat, kann in einem zehnminütigen Fußmarsch ins Marais, das jüdische Viertel Paris’, spazieren und dort beispielsweise in der Rue des Rosiers in einem der viele jüdischen Restaurants essen. (13 Uhr) Alternativ kann man die Zeit auch dazu nutzen, das imposante, bunte Centre Pompidou zu besichtigen. In fünf Minuten Fußweg ist man dort. Wer die Rolltreppen ganz nach oben fährt, hat einen wunderschöne Blick über die Dächer von Paris, auf die weiße Basilika Sacré-Cœur im Norden, auf den Eiffelturm im Westen und auf die Kathedrale Notre-Dame im Süden. Im Museum hängen moderne Werke von unter anderem Henri Matisse, Pablo Picasso oder Gerhard Richter.



Notre-Dame und Louvre
Anschließend bietet sich ein Besuch auf der Île de la Cité an, wo die berühmte Kathedrale Notre-Dame steht. Dort herrscht oft dichtes Touristendrängen. Aber wer kurz innehalten möchte, kann sich auf eine der Bänke setzen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. (13.40 Uhr) Von Notre-Dame mit der Métro sind es rund 15 Minuten bis zum Louvre. Dort lohnt sich auf alle Fälle ein Besuch im Innenhof, wo die berühmte, gläserne Pyramide steht und natürlich ein Gang vorbei an der Venus von Milo, der Mona Lisa von Leonardo da Vinci oder der Nike von Samothrake. (15 Uhr)

Triumphbogen und Eiffelturm
Die Zeit läuft: In zehn Minuten ist man mit der Linie 1 (vorne fahren lohnt sich, denn auf dieser Linie fahren die Züge vollautomatisch ohne Fahrer) am Triumphbogen (Arc de Triomphe). Auch von dort hat man eine wunderschöne Sicht über Paris, über die Avenue des Champs-Élysées und auf den Eiffelturm. Mit der Linie 6 ist man in rund zehn Minuten am Trocadéro, von wo man eine wunderschöne Sicht über Paris hat. Wer vorhin am Programm gespart hat, kann den Eisenturm besteigen oder durch den Champ de Mars flanieren. (15.45 Uhr)

Montmartre
Nun eilt die Zeit wirklich. Ein letzter Programmpunkt steht noch an: die Sacré-Cœur, auf dem Hügel ud gleichnamigen Viertel Montmartre. Mit der Métro ist man vom Trocadéro in rund 25 Minuten mit der Linie 2 an der Haltestelle Anvers. Von dort ist man in rund zehn Minuten an der weißen Basilika und kann die Sicht auf die Stadt genießen. Gegen 16.40 Uhr sollte man wieder Richtung Ostbahnhof aufbrechen. Mit der Linie 4 von der Station Château Rouge ist man in 15 Minuten wieder am Gare de l’Est. Um 17.25 Uhr fährt der TGV zurück nach Freiburg.

2. Der Spaziergänger

Wenn Du die Freiburger Landluft satt hast, und französische Stadtluft schnuppern willst – hüpf’ in den TGV. Drei Stunden entspannte Fahrt hin und wieder zurück, dazwischen zu Fuß durch die Gassen schlendern und sich wie ein Parisien oder eine Parisienne fühlen. Mit der Linie 4 kommst du in 20 Minuten zum Gare Montparnasse. Von dort kann man sich entspannt wieder zum Gare de l’Est zurückarbeiten – natürlich zu Fuß. Wie wäre es mit einem kleinen Spaziergang über einen typischen Pariser Markt an der Haltestelle Edgar Quinet, wenige Meter vom Gare Monparnasse. Zwischen Boulevard Edgar Quinet und Boulevard du Montparnasse gibt es viele nette kleine Crêperien, in denen es Cidre und süße oder salzige Crêpes gibt und man sich wie in der Bretagne fühlt. Von dort durch kleine Gassen zum Jardin du Luxembourg schlendern und sich dort auf einem der grünen Parkstühle oder -bänke die Sonne auf die Nase scheinen lassen und den Parisern beim Joggen zuschauen.

Dann weiter über die Rue de Tournon Richtung Marché Saint-Germain. Wer sich wie Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir fühlen will, kann einen Abstecher im Café de Flore oder Les Deux Magots am Boulevard Saint-Germain machen. Dann an der Seine entlang zum Musée d’Orsay und über die Passerelle Lépold Sédar Senghor in die Tuilerien. Im Musée de l’Orangerie hängen die großen Seerosenbilder von Claude Monet. Dann weiter über die Kirche Madeleine und mit einem kleinen Umweg über die Rue Saint-Honoré über die sehr schicke Place Vendôme und die Rue de la Pais zur Opéra. Dann weiter nach Norden über die Rue de la Chaussée d’Antin und die Rue Blanche, vorbei an der Moulin Rouge auf den Montmartre-Hügel. In der Rue Lepic liegt das Café, wo der Film "Die fabelhafte Welt der Amélie gedreht wurde. An der Rue des Saules gibt es den einzigen Weinberg Paris’. In den Gassen gibt es einige gemütliche Cafés zum Pausieren, hin und wieder spaziert man an einer Mühle vorbei.



Wer einen Hauch Afrika schnuppern will, der sollte noch Zeit für einen Abstecher im Quartier Goutte d'Or im 18. Arrondissement finden. Dort gibt es viele Geschäfte mit afrikanischen Spezialitäten, Restaurants und Märkte mit typischen Produkten aus Afrika. Mit der Linie 4 von der Station Château Rouge ist man in 15 Minuten wieder am Gare de l’Est. Von der Métrostation Anvers ist man in rund 20 Minuten zu Fuß am gare de l’Est.

Das empfehlen andere Webseiten:

Le Bonbon: 8 coole Spaziergang-Ideen in Paris (auf Französisch)

Offizielle Webseite von Paris: Spaziergänge

3. Der Museen-Freak

Der Louvre, das Musée d’Orsay, das Centre Pompidou: Paris hat viele Museen zu bieten und auch dafür lohnt es sich nach Paris zu fahren. Wer unter 26 Jahren alt ist, für den lohnt es sich besonders. Denn in Paris sind alle nationalen Museen und auch einige Sehenswürdigkeiten wie der Triumphbogen für unter 26-Jährige EU-Bürger umsonst.

Am ersten Sonntag eines Monats sind zudem einige Museen für alle Besucher umsonst, wie das Centre Pompidou, das Musée d’Orsay, die Orangerie, das Picasso-Museum, das Musée du quai Branly oder das Louvre (jeden ersten Sonntag des Monats vom 1. Oktober bis 31. März). Vom 1. November bis 31. März sind Sehenswürdigkeiten wie der Triumphbogen, die Conciergerie, das Panthéon, die Sainte-Chapelle, die Türme der Notre-Dame oder das imposante Schloss Versailles rund 45 Minuten vom Zentrum Paris’ entfernt kostenlos zu besichtigen. Eine vollständige Liste aller Museen, die den ersten Sonntag im Monat keinen Eintritt verlangen.

Louvre und Centre Pompidou ist den meisten ein Begriff. Aber schon mal vom Musée du quai Branly gehört? Das moderne Gebäude direkt neben dem Eiffelturm an der Seine beherbergt außereuropäische Kunst aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika. Offizielle Webseite.

Das Mémorial de la Shoah, der zentrale Gedenkort an den Holocaust in Frankreich. Auf einer Steinmauer sind dort die 76.000 Juden eingraviert, die aus Frankreich in der Nazizeit deportiert wurden. Im Museum wird unter anderem die Geschichte der Juden in Frankreich und Europa dargestellt.

Von außen imposant, von innen ehr unbekannt: Der Invalidendom mit dem Musée de l’Armée. Letzteres kostet unter 26-Jährige keinen Eintritt. Im Invalidendom liegt der einstige französische Kaiser Napoleon begraben.
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4. Der Bohemien / die Bohemienne

Die Zeit, in der man wie einst Ernest Hemingway es in seinem Buch "Paris, ein Fest fürs Leben" in der französischen Hauptstadt lebt, sind vorbei. An den schicken Sehenswürdigkeiten trampeln sich Touristen auf den Füßen herum, auf den Champs-Élysées geht es nur um Kommerz und an vielen Ecken haben internationale Café- und Imbiss-Ketten eröffnet. Aber: Es gibt sie noch, die gemütlichen Cafés und Ecken, wo man sich zumindest ein bisschen wie im Paris Anfang des 20. Jahrhunderts fühlen kann.

Rund um die Kirche Saint-Germain-des-Prés gibt es zum einen, die zwar völlig überteuerten aber dafür berühmte Café de Flore und Les Deux Magots, wo schon Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir ein- und ausgingen. Und wer Richtung Süden zur Place Saint-Sulpice spaziert, findet auch dort nette Cafés und Restaurants.



Auch in Montmartre findet man einige Ecken, wo man sich wie ein Bohemien/eine Bohemienne fühlen kann. Zwischen Cimetière de Montmartre und der Rue de Clignancourt lässt sich prima Schlendern, in Cafés lesen und in Restaurants essen.

Mehr Tipps: Auf den Spuren der Paris Bohemiens und im magischen Montmartre (englisch)

5. Das Louvre durchzocken

Okay, es heißt, dass man volle vier Tage braucht, um alles im Louvre anzuschauen. Aber wieso nicht einen Abstecher nach Paris machen und sich entspannt sieben Stunden das Louvre anschauen?



Denn es gibt dort mehr als Delacroix, da Vinci, Géricault und Milo. Es gibt die ägyptischen Altertümer, griechische und römische Altertümer, islamische Kunst oder Altertümer aus dem Nahen Osten. Insgesamt zehn Abteilungen gibt es zu besichtigen.
Info: Unter 26-Jährige haben freien Eintritt in das Louvre, jeden ersten Sonntag des Monats vom 1. Oktober bis 31. März können alle umsonst rein.

6. Der Feinschmecker / die Feinschmeckerin

Es heißt: Leben wie Gott in Frankreich. Wieso nicht einen Tag nach Paris fahren, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Je nach Geldbeutel gibt es viel Auswahl. Wir haben eine klitzekleine Auswahl für euch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Inka Restaurant: In der Nähe von der Place de la République gibt es ein süd-amerikanisch-inspiriertes Restaurant mit Ceviche und anderen Leckereien für rund 15 Euro.
    Inka Restaurant, 13, Boulevard du Temple
  • La Fourmi Ailée: Gemütliches Café, einen Steinwurf von der Notre-Dame entfernt. An den Wänden ziehen sich Bücherregale hoch. Für einen Kaffee lohnt sich der Ort.
    La fourmi ailée, 8, Rue du Fouarre
  • L’as du Falafel: Das Restaurant im Marais ist bekannt für seine Falafel mit Auberginen und Hummus.
    L’as du Falafel, 32, Rue des Rosiers

Tipp: Auf der Webseite The Forkkönnt ihr in einem Restaurant einen Tisch buchen und mit etwas Glück sogar sparen.
Info: Wer noch gute Tipps hat, kann sie uns gern an info@fudder.de schicken.

7. Der Weihnachts-Liebhaber / die Weihnachts-Liebhaberin

Jedes Jahr Ende November beginnen in Paris die "Illuminations de Noël", die weihnachtliche Beleuchtung der Stadt. Die Champs-Elysées erstrahlen, die großen Kaufhäuser am Boulevvard Haussmann ebenso. Allein das lohnt eine Reise in die französische Hauptstadt.

Auch in Paris gibt es Marchés de Noël, Weihnachtsmärkte, auch wenn sie zugegebenermaßen nicht so authentisch wie der der Freiburger, Straßburger oder Colmarer Weihnachtsmarkt sind. Direkt neben Notre-Dame, am Square René Viviani, gibt es einen, auch direkt vor Sacré-Coeur und vor dem Hôtel de Ville. Wer eine spezielle Weihnachtsatmosphäre erleben will, kann ins das Büroviertel La Défense fahren. Es ist schon etwas merkwürdig, zwischen gläsernen Bürotürmen süßen Glühwein zu trinken.

Ein weihnachtliches Highlight in Paris: die geschmückten Galeries Lafayettes mit den aufwendig dekorierten Schaufenstern.

So fährt der TGV Freiburg-Paris

Montag bis Freitag: Freiburg: 6.22 Uhr, Emmendingen: 6.37 Uhr, Lahr: 6.56 Uhr, Offenburg: 7.13 Uhr, Straßburg: 7.47 Uhr, Paris: 9.35 Uhr

Samstag und Sonntag: Freiburg: 7 Uhr, Emmendingen: 7.14 Uhr, Lahr: 7.36 Uhr (außer Samstag), Offenburg: 7.45 Uhr, Straßburg: 8.19 Uhr, Paris: 10.05 Uhr.

Zurück: täglich um 17.25 Uhr ab Paris, Gare de l’Est. Freiburg: 20.29 Uhr.

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