In der Ruhe liegt die Kraft: Boy Omega und Christian Kjellvander im White Rabbit

Christian Beller

Zu einem richtig guten Konzertabend gehören nicht nur großartige Künstler, sondern auch das richtige Ambiente und ein interessiertes Publikum. Singer/Songwriter haben es da manchmal besonders schwer mit ihren begrenzten Mitteln die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, beim Schweden-Doppel mit Boy Omega und Christian Kjellvander im White Rabbit gelang das zumindest teilweise.



Das White Rabbit war schon gut gefüllt als sich am Freitag Abed gegen halb zehn Martin Henrik Gustafsson alias Boy Omega hinter das Mikrofon stellt. Letzten November war der schwedische Singer/Songwriter noch mit der ganzen Band angereist um die teilweise üppig instrumentierten Songs seines letzten Albums „Hope On The Horizon“ dem Freiburger Publikum näher zu bringen, dieses mal hatte er nur seinen  iPod und einen weiteren Musiker zur Unterstützung mitgebracht.


Etwas schüchtern trug der 30-jährige Ausnahme-Künstler einige der Song-Perlen von seinen drei Alben in meist etwas abgespeckter Form vor. Hier mal einen Lo-Fi-Beat vom Band, dort ein paar Töne vom E-Piano, aber es waren vor allem die Gitarrenklänge die im Zusammenspiel mit der Stimme von Gustafsson zu fesseln wussten.

Es ist vor allem seine Art zu Singen weswegen Boy Omega schon immer mit Bright Eyes verglichen wurde. Wie viele Leute am Freitag aber wirklich zugehört haben, ist schwer zu sagen. Wegen der von hinten kommenden Geräuschkulisse war es selbst in der ersten Reihe nicht ganz einfach sich auf die Musik zu konzentrieren und den introvertierten Ansagen zwischen den Songs zu folgen. Am Ende wurde noch Karla-Thérèse Kjellvander, die Frau von Christian Kjellvander, zur Unterstützung auf die nicht vorhandene Bühne gebeten und nach etwa 40 Minuten wurde das Set leider ohne Zugabe beendet.



Vermutlich waren die meisten Gäste wegen Christian Kjellvander gekommen, denn nach dem Auftritt von Boy Omega wurde es vorne deutlich enger und während des Konzerts war es auch etwas stiller, wenn auch nicht ganz so leise wie man sich das für so einen Auftritt wünschen wurde. Dass der Musiker einen Hang zu amerikanischem Folk und alternativer Countrymusik hat ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiss, dass er seine Jugend in der USA verbrachte.

Und auch hier war es allen voran die Stimme an der man kleben blieb, während die Instrumentierung schon fast minimalistisch zu bezeichnen war. Unterstützt von seiner Frau an den Tasteninstrumenten und Tias Carlson, der auch als Solokünstler wunderbare Musik macht, wurde eine deutlich düsterere Atmosphäre erzeugt, als beim Konzert von Boy Omega zuvor. Durch die ein oder andere witzige Anekdote wurde aber alles etwas aufgelockert und das Publikum dankte diesen hervorragenden Auftritt mit einer Menge Applaus. Nach einer Zugabe war dann um halb zwölf Schluss und wen das Stimmengewirr nicht gestört hat, der dürfte sehr zufrieden nach Hause gegangen sein.

 



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