fudder-Interview

Im neuen Musikvideo der Freiburger Band Qult geht es um Geld oder Liebe

Jonathan Janz

"Geld oder Liebe" ist das dritte Musikvideo der Freiburger Band Qult. Sänger Jens Gläsker und Gitarrist Jan Klementz haben mit fudder über die Entstehung des neuen Musikvideos gesprochen.

Geld oder Liebe: Was ist, wenn auch beides geht?

Wir haben viel darüber diskutiert, natürlich ist der Titel bewusst plakativ und provokant gewählt. Die Frage Geld oder Liebe wollen wir aber offen lassen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was wichtig ist. Im Leben geht es um Kompromisse.

Es gab auch die Idee, das Video eher schwarz-weiß zu produzieren. Das heißt, auf der einen Seite das Geld, auf der anderen die Liebe. Das war uns dann aber zu plakativ, wir wollten kein entweder-oder, sondern die Frage offen lassen. Das Video sendet daher keine konkrete Message. Jeder kann seine eigenen Assoziationen und Interpretationen verbinden. Das fanden wir viel besser. Wir finden, das Leben ist viel zu komplex, um es in einfache Botschaften zu fassen.

Geld oder Liebe ist euer drittes Musikvideo. Was hat euch dazu inspiriert, ein Video zum Song zu machen?

Wir finden es immer sehr spannend, wenn man zur Musik auch was sehen kann. Bei der Entstehung des Videos zu "Geld oder Liebe" kam es zu einer kreativen Fusion. Wir hatten Ideen für das Video, wollten aber Paul Stümke, der Kamera und Produktion übernahmen, seine Freiheiten lassen. Das ist der Idealfall, wenn der Song visuell noch einmal interpretiert wird.

Wieso kreative Fusion?

Das ist eine lustige Geschichte. Wir haben damals einen Schlagzeuger gesucht, im Freundeskreis waren schon alle verplant. Wir wurden auf die Facebook Seite "Musiker Freiburgs" aufmerksam gemacht , da haben wir ein Gesuch gestartet. Irgendwann postete jemand ein Musikvideo, mit dem Kommentar, er würde gerne mehr machen. Das war Paul. Wir habe ihn dann direkt kontaktiert und ihm gefiel unsere Musik. Er kam zu einem unserer Auftritte und so kam das dann zustande. Er ist auch Student.

Da kommt wohl eine Menge Filmmaterial zusammen, wie aufwändig ist es sowas zusammenzuschneiden?

Wir haben zwei bis drei Tage im November 2018 gedreht. Bis das Video dann fertig war, vergingen etwa zwei Monate. Alle Beteiligten machen das ja nicht Hauptberuflich, das Schneiden muss nebenher gehen. In diesem Fall hatte Paul Stümke, der das Video privat für uns geschnitten hat, schon eine Vorstellung vom Video.

Man entwickelt gemeinsam Ideen, den Schnitt übernehmen die Video-Producer dann alleine. Die Leute, die schneiden, haben meistens eine eigene Vorstellung vom Song, das ist cool. Später spricht man sich dann wieder ab und ändert gegebenenfalls.

Wir wollten, dass nicht nur die Musiker alles alleine entscheiden. Wenn die Producer Ideen haben, sprechen wir darüber und lassen ihnen Freiheiten.



Im Video sieht man, wenn es um Geld geht, immer einen 10-Euro-Schein. Hat das eine bestimmte Bedeutung?

Die Idee war, einen Geldschein auf Reise schicken. Ob das jetzt ein 10- oder 50-Euro-Schein ist, spielt eigentlich keine Rolle. Für uns mittellose Musiker passt aber ein 10-Euro- Schein ganz gut.

Was hat es mit der Cap auf sich?

Einerseits ist die Cap mit der Szene verbunden. Mit 10€ kann man sich eine solche kaufen. Die Idee war aber auch, möglichst viele Konsumgegenstände zu zeigen. Daher auch das Zeitraffer. Dazu kommen die Logos verschiedener Firmen.

Sind weitere Produktionen geplant?

Im Moment schließen wir unsere zweite EP ab. Vor knapp einem Jahr haben wir erst angefangen, ohne Website, da hat sich viel getan. Auch durch den Support von Freunden und coolen Leuten. Wir freuen uns jetzt schon auf die dazugehörige Release-Party am 26. April in der Mensa Bar. Das ist das nächste große Ziel. Außerdem sind wir ab April einmal im Monat auf dem Platz der Alten Synagoge zu sehen. Zwei kleine Touren sind geplant sowie Aktionen auf der Straße und Open Stages.

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