Im Musikfilm von Dugly Habits tanzt ein Radio in Latex zu Otto Normal

Laura Wolfert

Eine Frau tanzt – extrem heiß – im goldenen Latexanzug mit einem Radio auf dem Kopf. Schweinerippchen brutzeln im Fett, einem glatzköpfigern Barkeeper tropfen die Schweißperlen von der Stirn, er spuckt auf die Theke: Die Freiburger Videoproduzenten Dugly Habits haben einen neuen Musikfilm zu "Tanzroboter" von Otto Normal erstellt. In dem stecken nicht nur viel Mühe, sondern auch 35 Liter Bier:



Der Barkeeper lässt das Bier überschäumen. Der Mann, der aussieht wie ein Schwerverbrecher, war früher bei der Kinderserie Schloss Einstein und hat auch schon in einigen Tatort-Folgen mitgespielt. Der Freiburger Georg Blumreiter ist Schauspieler.


Aber nicht nur er, sondern das ganze Set aus dem Musikfilm könnte einem bekannt vorkommen: Der Film spielt nämlich in Freiburg - auf dem Mundenhof, vor der Opfinger Hütte und in der Kellerkneipe The Great Räng Teng Teng.

Mit Pillen zum Las-Vegas Feeling

Peter Stöcklin, der Frontsänger der Freiburger Band Otto Normal, ist Protagonist des Films. In einem Truck fährt er in Richtung der Kneipe „The Pork Shelter“. Er hält an, drückt seine Zigarette auf dem Foto seiner Exfreundin aus und wirft sich ein paar Pillen ein. Las Vegas-Feeling, der Trip und der Film beginnen!

Das Produzententeam von Dugly Habits besteht aus sechs Leuten. Wer genau, das will das Team für sich behalten. Künsterlgeheimnis. Mit Otto Normal haben die schon bei ihrem letztem Musikvideo „Spitter“ zusammengearbeitet. Für einen weiteren abstrusen Kurzfilm wollten sie den Song „Tanzroboter“ der Band verwenden. Die Ottos waren einverstanden, Ende Mai begann der Dreh.

„Als ich das Lied das erste Mal gehört habe, hatte ich direkt das ästhetische Wesen im goldenen Latextanzug im Kopf“, sagt der Regisseur im Dugly Habits-Team. „Ich habe vor meinen Augen gesehen, wie dieses Radio durch eine amerikanische Kneipe tanzt.“

Latexwunder aus dem Sexshop

Anfangs sollte es noch für gute Stimmung sorgen, später entschied man sich für eine dramatische Wendung. Am Ende dann der Knall. Zack, boom, die Musik ist aus, der Kurzfilm endet im Mindfuck. Inspiration für solche Geschichten finden Dugly Habits bei den Filmen von Quentin Tarantino.

Den goldene Anzug hat der Latexfamilienbetrieb eines Sexshops angefertigt. Tänzerin Aisha Ibrahim wurden dafür über 30 Maße abgenommen. Von der Hand- bis in die Zehenspitzen. Das Radio haben die Filmemacher ausgehöhlt, dass trotzdem noch fünf Kilo wiegt und den Kopf der Dame verdeckt. Getanzt wurde im Dunkel, gesehen hat Aisha nichts.

Etwas entspannter hatten es bei dem Dreh die Männer. „Die ganzen fettigen Schweinrippchen und die Pommes wurden tatsächlich alle aufgegessen. Auch die Biergläser waren immer voll“, sagt der Regisseur. 35 Liter sollen während der Drehtage verbraucht worden sein. Ob es das Pils war, der Song, die Location oder das Latexkostüm – der Film ist jedefalls sehr gelungen.

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[Foto: Dugly Habits/via Vimeo]