Verborgene Theken

Im Biokeller Bistro in der Konradstraße gibt es veganes Essen, inspiriert von Südfrankreich

Gina Kutkat

Südfranzösische Küche trifft auf vegane Lebenseinstellung: Im Biokeller Bistro in der Wiehre verwöhnen die Französin Bérangère Pouchin und ihr Team die Gäste mit gesunden Speisen, ohne dogmatisch zu sein.

Über den Hof, ein paar Treppen hoch, vorbei an einer Oase an Pflanzen: Schon steht man mitten im hellen und freundlichen Hauptraum des Biokellers in der Wiehremer Konradstraße. Inhaberin Bérangère Pouchin empfängt einen mit einem herzlichen Lächeln und einem freundlichen "Bonjour". Die gebürtige Französin betreibt das Bistro seit drei Jahren und hat viel Persönlichkeit und Charme mit eingebracht.


Um die Mittagszeit herrscht hier Hochbetrieb, doch von Stress und Hektik keine Spur. Bérangère und ihr siebenköpfiges Team sind eingespielt, die meisten Gäste kommen regelmäßig her. Wer neu ist, kann sich an einer großen Tafel über die Gerichte informieren – oder sich von Bérangère persönlich beraten lassen. Zum Essen geht’s dann entweder in den Hof nach draußen oder an einen der zahlreichen Tische im Inneren.

Die Betreiberin

Bérangère Pouchin arbeitet schon länger in der vegan-vegetarischen Freiburger Gastroszene. Vor sechs Jahren kam die Französin nach Freiburg und half in der Kantine im Vauban, bevor sie in den Biokeller wechselte, den sie vor drei Jahren von Solveig Hansen übernahm. Die 40-Jährige stammt aus Marseille und ist gelernte Köchin. "Ich hatte schon immer eine Leidenschaft fürs Essen", sagt sie. Sie arbeitete in vielen Restaurants, war aber irgendwann enttäuscht: "Das ganze vorgefertigte Essen macht die Leute krank". Also ging sie auf Reisen und ließ sich unter anderem von der veganen Szene in London inspirieren.

In Avignon betrieb sie daraufhin ein eigenes Restaurant, bis sie der Liebe wegen nach Freiburg zog. Im Biokeller kann sie ihre Vorstellungen einer undogmatischen, veganen Küche perfekt umsetzen – und bekommt von ihren Gästen viel Feedback. "Das hier ist ein solidarischer Ort, an dem viel über Essen geredet wird. Ich gebe auch alle meine Rezepte raus, weil ich gerne mit anderen teile", sagt Bérengère Pouchin. Ihre Mission: "Gesünder werden. Damit meine ich mich und alle anderen."

Ambiente & Atmosphäre

Grüne Pflanzen, frische Blumen, weiße Wände und ein bisschen Holz: Im Biokeller trifft französischer Flair auf schlichtes Design – über allem breitet sich der zarte Duft der frisch zubereiteten Galettes aus. Die Geräusche aus der offenen Küche erzeugen eine heimelige Kulisse, durch die Geselligkeit des Teams fühlt man sich hier gleich wohl.

Die Plätze verteilen sich auf die zwei Haupträume, einen kleinen grün bepflanzten Flur und den Innenhof, den sich das Bistro mit einem Naturkostladen, einem Biogarten, einem Laden für Naturfarben und dem Mühlenstudio teilt. Auch ein Ökoweinkeller verkauft hier seine Produkte.

Die Speisekarte

Bérengère Pouchin und ihr Team bereiten gesundes Essen zu, das zu 90 Prozent vegan und zu zehn Prozent vegetarisch ist. Die Lebensmittel, die verarbeitet werden, stammen fast ausschließlich aus der Region und werden biologisch angebaut – das Bistro trägt daher auch stolz das Bio-Zertifikat. Der Clou: Im Bistro wird der Veganismus zelebriert, aber nicht an die große Glocke gehängt. "Wir schreiben nirgendwo groß ’vegan’ drauf, weil wir niemanden verschrecken wollen", sagt Bérengère. Die Bekehrung zur veganen Lebensweise funktioniert subtiler: Wer einen Kaffee bestellt, bekommt Hafermilch empfohlen. Wer ein vegetarisches Gericht ordert, kriegt von Bérengère das nächste Mal ein veganes.

Die Renner im Biokeller sind die französischen Galettes (10,50 Euro) , die aus Buchweizen hergestellt und mit den verschiedensten Füllungen serviert werden: Gäste können zwischen Hummus, Avocado, Tomaten, Käse, Räuchertofu und Rohkost wählen, dazu wird ein Salat kredenzt. Beliebt sind auch die vegane Lasagne oder Bratkartoffeln, die mit Kurkuma und Oregano gewürzt werden. Ein Gericht, nach dem die Gäste immer wieder fragen ist "Fenchel à l’orange": Mit Mozzarella überbackener Fenchel mit einer provenzalischen Tomatensauce.

Jede Woche gibt es eine wechselnde Mittagskarte, das Tagesmenü kostet inklusive Suppe oder Salat 11,50 Euro. Für Stammgäste bietet der Biokeller eine 10er-Karte an, die 100 Euro kostet. Ein aktuelles sommerliches Mittagsgericht sind beispielsweise Gemüse-Hirse-Bratlinge mit Zucchini-Pilz-Pfanne und süss-saurer Sauce. Als Nachtisch eifern Bananenbrot, Tiramisu, Mousse au chocolat und Pralinen um die Wette.

Getränke & Frühstück

Der fair gehandelte Kaffee stammt von der Freiburger Kaffee-Rösterei "5 Senses Coffee" – er kann mit allen möglichen Milchalternativen getrunken werden. Den nötigen Frischekick liefert frisch gepresster Saft aus Fenchel, Apfel, Zucchini und Limette (3,90 Euro), im Sommer gibt’s außerdem hausgemachten Eistee.

Zwischen 9.30 Uhr und 11.30 gibt’s im Biokeller ein veganes Frühstück: Croissants, Bananenbrot, Galettes und Kuchen – die Auswahl soll in den nächsten Wochen noch erweitert werden.

Veganismus

Von der südfranzösischen Küche inspiriert, vom Veganismus überzeugt: Bérengère Pouchin hat die Mission im Blick, die Menschen gesünder zu machen. "Trotzdem würde ich niemals jemandem vorgeben, was er oder sie essen soll", sagt die Köchin. Sie möchte vielmehr mit gut schmeckendem Essen überzeugen und "auf keinen Fall dogmatisch sein." Für sie gibt es keine Alternative zum Veganismus – und deshalb setzt sie sich auch so sehr dafür ein. "Meinen Aktivismus lebe ich in meinem Restaurant aus." Daneben versucht sie, ihren Betrieb so ökologisch wie möglich zu führen. Die Gäste bekommen zunächst kleine Portionen serviert, damit kein Essen verschwendet wird. Wer möchte, bekommt einen kostenlosen Nachschlag.

Öffnungszeiten

Mo bis Fr 9.30 bis 15 Uhr
Sa 9.30 bis 14 Uhr

Adresse

Biokeller Bistro
Konradstraße 17
79100 Freiburg
Tel. 0761 70 63 15
info@biokeller-bistro.de