Ich steh' dazu: Mein Beruf ist mein Sohn

Frank Freytag

Er tauschte den Berufsalltag gegen das Windel-Wechseln. fudder-User Frank Freytag (37) erzählt, wie schön es ist, einen Vaterschaftsurlaub zu nehmen. Und warum er sich auch trotzdem wieder auf seinen Job freut.



„Ich mag Kinder sehr und habe mir immer eigene Kinder gewünscht. Deshalb wollte ich auch so viel wie möglich von meinem Sohn und seiner Entwicklung im ersten Lebensjahr mitbekommen. Und das geht am besten, wenn man rund um die Uhr zur Verfügung stehen kann. Daher habe ich mich dafür entschieden, ein Elternjahr in Anspruch zu nehmen.


Ich habe in Freiburg studiert, mein Wohn- und Dienstort als Lehrer liegt im Landkreis Schwäbisch Hall. Zur Zeit verbringen wir aber viel Zeit in Griechenland, da meine Frau dort als Künstlerin tätig ist. Und das mediterrane Klima ist ja auch nicht von Nachteil für so ein kleines Menschlein.

Die Entscheidung Elternzeit zu nehmen habe ich allein mit meiner Frau getroffen – aber die Reaktionen darauf waren bisher nur positiv. Mich selbst beschlich allerdings, nach anfänglicher Freude über das Kind, auch hin und wieder ein Gefühl meine Identität zu verlieren. In unserer Kultur identifiziert man sich so sehr über den Beruf. Dabei ist doch die Identität des Vollzeitvaters auf Zeit, mit allen häuslichen Verpflichtungen, letztlich nicht weniger erfüllend und beachtenswert. Ich freue mich darauf wieder als Lehrer zu arbeiten, aber im Moment ist es gut, dass mein Sohn mein Hauptberuf ist.
 



Elias hat ein sonniges Gemüt und wirkt so zufrieden und entspannt, dass wir des Öfteren darauf angesprochen werden. Also kann die Entscheidung nur richtig gewesen sein. Ich glaube auch, dass er schon jetzt ein sehr großes Vertrauen zu mir aufgebaut hat – was kaum möglich gewesen wäre, wenn ich die ganze Zeit gearbeitet hätte. Ich bin überzeugt, dass wir Elias den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen. Ich würde es in jedem Fall wieder tun.“