Ich steh' dazu: Ich zahl' gerne GEZ-Gebühren!

Amelie Herberg

Ich schau sowieso nur RTL und im Web höre ich Radiosender aus Kanada. Warum soll ich also GEZ-Gebühren für öffentlich-rechtlichen Rundfunk zahlen? fudder-Autorin Amelie Herberg ist da ganz anderer Meinung. Sie zahlt gerne GEZ-Gebühren.



Natürlich zahl’ ich! Genauer 17,28 Euro pro Monat für meinen Fernseher und für meinen Laptop mit Internetzugang, oder wie es die GEZ nennt „neuartiges Rundfunkgerät“.


Als ich vor sechs Monaten umgezogen bin, dauerte es keine zwei Wochen und der erste Brief inklusive Zahlungsaufforderung der Gebühren-Einzugs-Zentrale, kurz GEZ, lag in meinem Briefkasten. Was meine Freunde immer noch stur ignorieren, war für mich in fünf Minuten erledigt. Die Briefe und Zahlungsaufforderungen der GEZ im Papierkorb versenken? Nein. Warum auch?

Die Qualität der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender ist mir wichtig. Die Sportschau am Samstag, der Tatort am Sonntag oder die Nachrichtensendungen mit Live-Schalten nach Tokio, New York oder Bagdad: Das alles wäre für ARD und ZDF ohne Rundfunkgebühren nicht möglich. Oder zumindest nur mit mehreren Werbeblocks pro Stunde und mit weitaus schlechterer Qualität.

Wenn ich ins Kino gehe, zahle ich Eintritt und wenn ich mir eine Pizza bestelle, bezahle ich den Lieferdienst, der sie mir bringt. Unterhaltung, Information und Spannung im Fernsehen sind für mich nichts anderes als die Lieferung einer Pizza oder die Vorführung eines Kinofilms. Es sind Dienstleistungen, für die ich Geld bezahle, wenn ich sie entgegennehme.

Bevor ich morgens aus dem Haus gehe, höre ich den Wetterbericht, während ich mittags in der Küche koche, dudelt im Hintergrund das Radio. Wenn ich dann nachmittags am Laptop sitze, lasse ich parallel Web-Radio laufen und den Abend lasse ich gerne vor dem Fernseher ausklingen. Wer da keine GEZ-Gebühren zählt, begeht ja gleich mehrmals am Tag eine Ordnungswidrigkeit.

Denn die Abgaben für Radio und Fernsehen machen vor allem Sinn, wenn man sich daran erinnert, warum sie überhaupt eingeführt wurden. Das war nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg „aus der historischen Erfahrung des Missbrauchs der Medien“. Danach wurden Fernseh- und Radiosender gegründet, die sich aus den Gebühren der Bevölkerung finanzieren – unabhängig vom Staat. Im Grunde eine super Sache.

Nur eben erst dann, wenn sich beide Seiten auf den Deal einlassen, die Sender also unabhängig arbeiten und wir die Gebühren zahlen.

[Amelie Herberg, Politik-Studentin, (20)]

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