Ich steh dazu: Ich will drei Kinder haben

Gina Kutkat

24 und Mutter? Vielen stehen bei dem Gedanken an Windeln, Geschrei und schlaflosen Nächten die Haare zu Berge. Nicht so Sara. Die 24-Jährige Literaturstudentin wusste schon früh, dass sie Kinder will - am Besten drei und bevor sie 30 ist.

„Als unglückliches Scheidungskind wollte ich unbedingt früh heiraten und vor meinem dreißigsten Geburtstag bereits drei Kinder haben. Damals war ich aber auch der Überzeugung, mit Mitte 20 stünde man schon längst im Berufsleben. An die Ehe glaube ich heute nicht mehr, aber eine 40plus-Mutter mag ich auch nicht werden. Als meine kleine Cousine noch ein Baby war und auf meinem Bauch eingeschlafen ist, habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich mir ein Leben mit Kind durchaus vorstellen könnte. Und mindestens zwei müssen es schon sein, lieber drei.


Das knapp Dreißigjährigen klarzumachen, die meiner Wahrnehmung nach emotional meistens noch verwirrter sind als Teenager, ist allerdings eine andere Geschichte. Wenn ich jemanden kennenlerne, rücke ich mit meinem Kinderwunsch lieber nicht heraus. Sonst denkt der potenzielle Vater noch, ich würde am liebsten sofort zur Glucke mutieren. Dabei habe ich einfach einen guten Draht zu den meisten Kindern und sehe neidisch jungen Eltern hinterher, die einen Buggy mit einem witzigen, launischen, an der Welt interessierten Zwerg darin herumschieben dürfen. Und ich kann mir nichts Süßeres vorstellen, als das fröhliche Quietschen eines Kleinkindes.


Ich bin für die Selbstbestimmung jeder Frau, für mich wäre es aber mittlerweile keine Katastrophe mehr, schwanger zu werden, wenn ich länger mit jemandem zusammen bin. Finanziell wird es sicher nicht leicht, aber viele andere haben es vor mir auch geschafft. Die Kinder sind bei jungen Eltern nicht der Dreh- und Angelpunkt des Universums und alles wird ein bisschen lockerer gehandhabt – das schmälert auch den Leistungsdruck der Kleinen. Ich finde es gibt nichts schlimmeres, als (oft späte) Eltern, die ihre Lebensträume auf Kleinkinder projizieren und ständig Bestätigung für ihren Wurm erwarten.“

 

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[Bild 1: Privat; Bild 2: dpa]