Ich steh' dazu: Ich lese die BRAVO

Maria Müller-Dalhoff

Was war eigentlich Deine Lieblingskategorie in der Bravo? Das Dr. Sommer-Team? Liebe, Sex & Zärtlichkeit? Die Foto-Love-Story? Oder doch die Starschnitte? Aber ganz egal, wie sehr man die Bravo als Jung-Teenie liebt, irgendwann legt man sie weg. Nicht so Maja. Sie ist 20 und liest immer noch Bravo. Warum das so ist, und warum sie dazu steht:



Seit ich letzten Sommer die Schule beendet habe, lasse ich mich gerne ab und zu mit Foto-Love-Storys und Dr.Sommer-Sorgen-Seiten berieseln und genieße die gehirnfaule Gemütlichkeit, die ich mir dann selbst gönne. Wenn ich im Laden vor dem Zeitschriftenregal stehe und von der großen Auswahl überfordert bin, strahlen mich plötzlich Miley Cyrus´ Augen an und mir fällt die Entscheidung leicht.


Gekauft hat man dann also ein buntes Sammelalbum voller gebrochener Herzen, cooler Sprüche und all den anderen Themen, die mit 14 wichtig sind und danach nie wieder. Wieso mich diese 80 Seiten gerade so in seinen Bann ziehen? Ich schaue weder VIVA, noch DSDS und bin auch in keinem Fanforum im Internet aktiv.

Aber das Blättern in DER Jugendzeitschrift Deutschlands erinnert mich an eine Zeit, in der das Leben einfacher und unbeschwerter erschien: eine Zeitreise also. Als Teenager dreht sich die Welt um Freunde, Schule, Nachmittage und die richtigen Probleme können draußen bleiben. Die Zukunft kann ruhig kommen, und alles steht einem noch bevor.

Ein zweiter Grund ist die seelische Entspannung. Man liest sich durch „5 Tipps gegen Liebeskummer“ und „10 Anzeichen dafür, dass du verliebt bist“ und braucht sie überhaupt nicht. Heute weiß ich dass Sahnetorte und Freundinnen helfen wenn ich verlassen wurde und wenn ich verliebt bin merkte ich das von alleine. Und genau dieses Gefühl der Überlegenheit und Gewissheit, dass die Zeiten vorbei sind, entspannen.

Entspannend ist auch die Schreibweise der Autoren, die auf komplizierte Fremdwörter verzichten. Stattdessen werfen sie mit Spitznamen, Verniedlichungen und ganz schlimmem Denglisch um sich. Diese Seiten, gefüllt mit Stylingratgebern, Psychotests und den rappenden Vorbildern pubertierender Jungs können mir in Sekundenschnelle ein Lächeln auf die Lippen zaubern - vor allem wenn das Leben mal nicht so leicht und unbeschwert ist.

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