Ich steh' dazu: Ich habe mein StudiVZ-Profil gelöscht

Marie Mainka

Vor einem Monat hat fudder-Userin RhythmFend (Marie Mainka, 19) ihr Profil auf StudiVZ gelöscht. Sie hatte einfach keinen Bock mehr auf den ständigen und allgegenwärtigen Wunsch nach Mitteilung und Selbst-Präsentation.



"Ich habe meinen StudiVZ-Account hauptsächlich genutzt, um Nachrichten auszutauschen. Es war nützlich, alle Freunde „griffbereit“ zu haben. Zudem kommt man mit alten Klassenkameraden und Freunden in Kontakt. Leute, die man fast vergessen hat, findet man auf einmal wieder, und eingefrorene Bekanntschaften tauen wieder auf.


Der Hauptgrund, warum ich den Account Ende Oktober gelöscht habe, war, dass ich merkte, wie sehr man von dieser Seite abhängig werden kann. StudiVZ hat mich genervt, weil nicht nur ständig Werbung und unnützes Zeug auf meiner Startseite stand, sondern auch, weil mir dieser ständige Wunsch nach Mitteilung auf die Nerven ging.

Der Buschfunk („Was machst du gerade?“), die ganzen Einträge auf der Pinnwand und dazu noch der Plauderkasten tragen dazu bei, dass man nicht ungestört mal kurz Nachrichten checken kann. Zwar kann man alles ausschalten und sich anonym machen, dann jedoch macht das alles wieder keinen Sinn.

Wenn man sich im StudiVZ anmeldet, dann, um gesehen zu werden und sich zu präsentieren. Die Gruppen sagen aus, wer du bist und die Buschfunk-Nachrichten lassen alle wissen, wie du gerade drauf bist. Ich hatte da nach gewisser Zeit keinen Bock mehr drauf. Das kann schon mal witzig sein. Aber irgendwann wächst man da wohl raus oder fühlt sich überfordert.

So jedenfalls war es bei mir. Einige Male wurde ich von Freunden darauf angesprochen, dass ich kein StudiVZ-Profil mehr habe. Es gab auch Leute, die sich ernsthaft Sorgen gemacht haben, was ich arg theatralisch finde. Seitdem kommuniziere ich per Mail oder übers Telefon. fudder und myspace sind die einzigen Netzwerke, bei denen ich noch angemeldet bin. Und die Leute, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe, haben meine Nummer oder Anschrift."

Marie Mainka, 19, aus Freiburg, macht eine Ausbildung zur Mediengestalterin.

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