Ich steh' dazu: Ich habe mein Abi mit 1,0 bestanden

Anna Leiber

Meret Schweinfurt, 19, studiert Medizin in Freiburg. Auf ihren Studienplatz musste sie nicht lange warten: mit einem Abi-Schnitt von 1,0 zählt sie zur Elite. Warum das manchmal gar nicht so einfach ist, erzählt sie bei fudder.



„Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht, dass es wirklich zur 1,0 im Abi reichte. Dass diese Möglichkeit für mich tatsächlich bestand, wurde mir nämlich erst in der 13. Klasse – also kurz vor Schluss – vollkommen bewusst. Da ich während meiner ganzen Schulzeit stets viel Arbeit in Hausaufgaben, Referate und  Klausurvorbereitungen investiert hatte, habe ich mir natürlich auch ein gutes Resultat im Abi gewünscht.


Darum bin ich auch jetzt noch wahnsinnig stolz auf das, was ich erreicht habe – das gilt natürlich auch für meine Eltern. Manche Leute vermuten vielleicht, dass ich viel Druck von zu Hause bekommen habe und die Erwartungen meiner Eltern entsprechend hoch waren, aber das war nie der Fall. Mein persönlicher Ehrgeiz spornte mich immer an, was nicht nur für meine schulische Arbeit gilt. Seit Jahren trainiere ich nachmittags intensiv Ballett und Jazz und auch während der letzten „heißen Phase“ in der Schule ging ich diesem Hobby weiter nach.



Es gibt also ganz klar auch bei 1,0-Schülern ein Leben außerhalb der Schule. Wenn ich so zurück denke, gab es natürlich manchmal auch unangenehme Situationen, in denen ich unter meinen guten Noten ein Stück weit zu leiden hatte. Besonders in der Unterstufe war ich 'das Streberchen', 'die Schleimerin', und viele meiner Mitschüler fanden mich komisch. Im Laufe der Zeit verbesserte sich unser Verhältnis jedoch zusehends und gerade die letzten beiden Jahre habe ich in meiner tollen Stufe sehr genossen.

Ich denke, für meine Mitschüler war es wichtig zu merken, dass ich mit meinem Wissen auf gar keinen Fall beabsichtigt hatte zu prahlen, sondern dass ich damit oft anderen helfen wollte. Seit Oktober studiere ich nun hier in Freiburg Medizin. Dieser konkrete Studienwunsch ergab sich bei mir schon sehr früh. Da man häufig von den strengen NC-Regelungen bei Medizin hört, war das sicher ein zusätzlicher Ansporn für mich.“

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