Ich steh' dazu: Ich fahre Liegerad

Dominik Schmidt

Liegeräder sind rar, Liegeradfahrer werden als schrullige Exoten im Straßenverkehr angesehen. Der Freiburger Fahrradmechaniker Lars Wulfmeier (29) steht dazu, denn er fährt seit 15 Jahren begeistert Liegerad.



15 Jahre kann ich mich nun schon für das Liegerad begeistern. Damals schweißte sich ein Kumpel eins zusammen und ließ mich damit fahren. Da war mir klar: so was musst du auch haben! Es ist ein völlig anderes Fahrgefühl, nah am Boden, windschnittig und man hat eine wahnsinnige Kurvenlage.


Also kaufte ich mir eins, was schon nicht so leicht ist, da es nur wenige Fahrradläden anbieten. So ein Gefährt gibt es übrigens ab 800 Euro. Auch das Reparieren von Liegerädern ist problematisch, alles ist sehr verbaut. Wenn man versucht, an die Steuersätze heranzukommen, ist man in der Regel nur am Fluchen.

Wegen der Sicherheit habe ich keine großen Bedenken. Das Fahrrad ist straßentauglich, es hat Licht, Bremse, Schutzblech und Reflektoren. Ich habe auch das Gefühl, dass Autofahrer große Rücksicht nehmen und Respekt vor Liegerädern haben. Die machen immer einen großen Bogen um mich. Mittlerweile gibt es aber auch Räder, die wesentlich tiefer liegen. Das ist schon gefährlich, wenn man zum Beispiel zwischen zwei parkenden Autos auf eine Straße fährt. Man sieht über die Autos nicht hinweg und muss mit den Beinen vorweg auf die Straße fahren, bis man Sicht hat.



Hin und wieder blicken die Leute zwar verwirrt auf mich hinab, aber die positiven Reaktionen überwiegen. Dass ich ein Exot im Straßenverkehr bin, daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Interessierte lasse ich gerne mal Probe fahren. Allerdings ist es schwieriger, als man denkt. Nur weil man ein normales Fahrrad fahren kann, kann man noch lange nicht auf einem Liegerad das Gleichgewicht halten.

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