Ich steh' dazu: Ich bin bei der Bundeswehr

Maria Hörl

Früher war der Wehrdienst etwas Selbstverständliches. Heutzutage muss man sich schon fast rechtfertigen, wenn man weder untauglich noch Zivildienstleistender ist. Felix Dussing (19) aus Gundelfingen ist der einzige Wehrdienstleistende seiner Gymnasialstufe. Er sprach mit Maria Hörl.



„Ich bin Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr. Von Juli bis Oktober habe ich meine Grundausbildung als Jäger in der Rekrutenkompanie 3 in Idar-Oberstein absolviert. Seit Oktober bin ich jetzt Gefreiter an der ABC- und Selbstschutzschule in Sonthofen.


Wecken ist bei uns um 4.45 Uhr. Das ist hart! Freizeit hat man nicht viel. An die körperliche Anstrengung muss ich mich noch gewöhnen, auch an das Leben auf engstem Raum mit anderen, und daran, ständig „Jawoll“ zu sagen, auch wenn man meint, es besser zu wissen.

Aus meiner Gymnasialstufe bin ich der Einzige, der zur Bundeswehr gegangen ist. Die Hälfte macht Zivi, die anderen sind alle untauglich gemustert worden. Ich wollte allerdings zur Bundeswehr, weil im Grundgesetz steht, dass wir eine Wehrpflicht haben. Und wie ich finde, aus gutem Grund: durch Berufsarmeen sind früher Parallelgesellschaften entstanden, die nicht mehr parlamentarisch kontrolliert werden konnten.

Viele Vorurteile treffen nicht zu. Die Menschen hier sind sehr unterschiedlich, was ihre Ausbildung und ihre Herkunft angeht. Überrascht hat mich das große Engagement und das pädagogische Geschick meiner Ausbilder. Selbst in den ersten Wochen in Grundwehrdienst wird man ernstgenommen. Am besten gefällt mir, mal von zu Hause weg zu sein und zu lernen, was Kameradschaft ist.

Im Kriegsfall werde ich mein Land nach besten Kräften verteidigen. Ich hoffe aber inständig, dass es dazu nie kommen wird. Stattdessen hoffe ich, dass mein Dienst dazu beiträgt, Krieg zu verhindern.“

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Schlafzimmerblick Sebastian Boysen