"Humans of Freiburg" erzählt die Geschichten der Freiburger

Euch

Es gibt sie in Großstädten wie New York, München oder Prag: Fotoprojekte, bei denen ganz normale Menschen zu Wort kommen, von ihren Erfolgen und Sorgen erzählen und andere damit inspirieren. Etwas Ähnliches soll es jetzt auch in Freiburg geben.

Wer bist Du und was machst Du?

Hi! Ich bin Jannis Niethammer, 21 Jahre alt und studiere im dritten Semester Liberal Arts and Sciences an der Uni Freiburg. Für unser Studentenmagazin "Jack" kümmere ich mich um PR und Finanzen. Die Idee des Magazins ist vor eineinhalb Jahren entstanden, als sich einige Studenten zusammengeschlossen haben, die etwas mit Journalismus machen wollten. In einem der Meetings ist dann die Idee für "Humans of Freiburg" entstanden. Da der "Jack" ein sehr junges Projekt ist, sind wir ständig auf der Suche nach Inspiration – und die wollen wir uns direkt von den Menschen in Freiburg holen.



Was wollt Ihr mit dem Projekt erreichen?

Ganz ehrlich, die ursprüngliche Idee war, durch das Projekt Aufmerksamkeit für unser Magazin zu bekommen. Aber natürlich steckt noch mehr dahinter: Der Grundgedanke ist, dass jeder Mensch eine Geschichte hat, die es Wert ist zu erzählen und die andere inspiriert. Normalerweise hört man den Menschen aber nicht zu und die Geschichten bleiben unerzählt. Mit dem Projekt wollen wir die Vielfalt der Freiburger und die Atmosphäre der Stadt einfangen.



Wie gehst Du vor?

Das ist von Situation zu Situation unterschiedlich und kommt ganz auf den Menschen an. Man muss also spontan sein, viel üben und zwischenmenschliches Fingerspitzengefühl entwickeln. Oft gehe ich einfach auf jemanden zu und frage, was er oder sie gerade macht. Oder ich frage gleich, ob ich ein Foto machen darf, weil mir das Motiv gefällt. Dann zeige ich den Leuten das Bild und komme ins Gespräch. Es ist wichtig, dass das Ganze so natürlich wie möglich abläuft und ich auf Augenhöhe mit ihnen bin. Und ich muss die Leute natürlich auch aufklären, was ich mache und für was die Bilder und Gespräche verwendet werden, damit sie später nicht zufällig auf den Blog stoßen und sich ausgenutzt fühlen.



Welche besonderen Begegnungen hast Du schon gemacht?

Das interessanteste Gespräch hatte ich mit einem älteren Herrn, der sehr von seinem christlichen Glauben überzeugt war und auf eine gewisse Art und Weise auch versucht hat, mich zu bekehren. In einer normalen Situation hätte ich angefangen mit dem Mann zu diskutieren oder hätte mich überhaupt nicht auf das Gespräch eingelassen. Aber in dieser Situation saß ich einfach nur da und habe aufmerksam zugehört und nachgefragt. Obwohl ich mit vielen Dingen, die er gesagt hat, nicht einverstanden war, war das Gespräch sehr interessant. Durch das Projekt habe ich meinen Horizont erweitert und gelernt, Leuten mit anderen Überzeugungen zuzuhören. Oft schränkt man sich sehr ein, wenn man sich nur mit Leuten umgibt, die dieselbe Meinung haben wie man selbst. Man könnte es auch so formulieren: Je kleiner der gemeinsame Nenner, desto größer ist das Lernpotential.



Wie findet man Euch und Euer Projekt im Internet?

Über unsere Facebook-Seite. Auf der klickt man Seite auf "Gefällt mir". So verpasst man keinen unserer wöchentlichen Posts.


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