Heute startet das Génériq-Festival

Alexander Ochs

...lässt aber leider Freiburg aus. 11 Städte, 60 Bands, 100 Konzerte – abgefahrene Newcomer, ungewöhnliche Locations, arrivierte Vokalakrobaten und die Neue Kanadische Szene stehen im Mittelpunkt des Génériq-Festival, das heute startet. fudder schaut voraus.

Vom 1. bis 11. Dezember 2011 steigt das Génériq-Festival. In elf Städten im Osten Frankreichs sowie in der Nordwestschweiz geht das ambitionierte Festival in seine fünfte Runde. Schade aus deutscher Sicht, dass Freiburg diesmal als Veranstaltungsort nicht dabei ist. Immerhin fanden in den Vorjahren einige wenige und sehr feine Gigs hier statt.

Die Musik spielt dafür wie gehabt in Mulhouse, Besançon, Belfort, Dijon, Kingersheim, Baume-les-Dames und Montbéliard sowie vier neuen Städten: Basel, Porrentruy (im Schweizer Jura), Epinal (in den Vogesen) und Dole (im französischen Jura). Neben Basel sind zumindest Mulhouse und Kingersheim in einer Dreiviertelstunde von Freiburg aus mit dem Auto erreichbar; nach Belfort sind es gut 60 Minuten. Immerhin sind viele Konzerte gratis.

Musikalisch gibt sich das frische Festival als 6-Gänge-Menü, das sich wie folgt zusammensetzt: ungewöhnliche Zusammentreffen (Künstler, Publikum, Orte), neue Locations (darunter Kirchen, Theatersäle, Fabrikgebäude, Privatwohnungen und der TGV), regionale Nachwuchsbands, Kinderkonzerte, die Neue Kanadische Szene in der Spurrinne von Arcade Fire & Konsorten und einer Empfehlung vom Küchenchef, sprich von der Festivalleitung. Die wiederum rekrutiert sich aus Machern und Veranstaltern der Eurockéennes in Belfort, des La Vapeur in Dijon, des Rodia in Besançon, des Moloco in Montbéliard, der Poudrière in Belfort und eben dem Noumatrouff, bei uns um die Ecke, in Mulhouse.

Mit die prominentesten Namen der über 60 Künstler tragen zwei Damen: Yaël Naim (Bild rechts) und Camille (Bild links). Zu denen muss man nichts mehr sagen, oder? Außer vielleicht, dass Yaël Naim unter anderem in der berühmten, von Le Corbusier errichteten Kapelle von Ronchamp auftritt, was seinen eigenen Reiz verspricht – und deswegen auch ratfatz ausverkauft war. Hermann Dune treten ebenso beim Génériq auf, allerdings in Montbéliard.

Nicht ganz so bekannt, aber ebenso unerkannt wie PeterLicht hierzulande geistert der geheimnisvolle Franzose Cascadeur durchs Musikgeschäft: Ohne sein Gesicht zu zeigen, lässt er seine klavieruntermalte, ruhige und atmosphärische Mucke für sich sprechen – beim Génériq ist er mit Orchester am Start.

Das Neo-Hippie-Damendoppel Brigitte hat sich in der französischen Szene vor allem mit folkig-poppigen Coverversionen – unter anderem von NTM, Serge Gainsbourg, George Michael und den Jackson Five – einen Namen gemacht. Die Retro-Girls June & Lula sind ein weiteres Duo mit aus der Zeit gefallenen Folksongs. Hinter dem Namen Higher Places verbirgt sich ein schräges Duo aus den USA, das einen minimalistischen, experimentierfreudigen Sound hervorbringt: weiblicher Gesang und polyrhythmische Beats, irgendwo zwischen Elektro und Folk. Der gerne mal als „französischer Eminem“ bezeichnete Rapper Orelsan liefert kontroverse Texte zu HipHop-Beats.

Die kanadische Fahne hochhalten werden Monogrenade aus Montreal, die Soulrockröhre Saidah Baba Talibah aus Toronto, die Punkband Duchess Says aus Montreal und The Pack A.D., ein Garagenrockduo aus Vancouver. Mit Mariachi-Trompeten und Streichern gehen die Sonst-eher-Punker The Bronx als Mariachi El Bronx an den Start. Ebenso auftreten werden Baxter Dury, The Men, Battant, das DJ-, MC- und Künstlerkollektiv Murkage und die Touareg-Truppe Terakaft.

Das Ende des Festivals, dessen Sponsor die französische Eisenbahn ist, fällt dann, am 11. Dezember 2011, mit der Eröffnung der neuen TGV-Strecke Rhein-Rhône zusammen. Für beide gilt das Prädikat: wegweisend.

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