Heute: Benefiz-Konzert für den Flüchtlings-Dokumentarfilm "Stepping Forward" im Josfritzcafé

Carolin Buchheim

"How far would you go for a chance of a better life?" Diese Frage stellt der Trailer für den Dokumentarfilm "Stepping Forward" über afrikanische Flüchtlinge auf Malta. Noch ist der Film, der vom Freiburger Filmemacher Benjamin Wiedenbruch zusammen mit Casjen Ennen und der Freiburger Ethnologin Ulrike Kübler gemacht wird, nicht ganz fertig. Um Geld für den Schnitt zusammen zu bekommen, gibt's am Donnerstagabend im Josfritzcafé ein Benefizkonzert von Joe Astray und Nicholas Sturm.



Eigentlich sollte "Stepping Forward" schon lange fertig sein.

"Gedreht haben wir drei Monate lang Ende 2011 und Anfang 2012 auf Malta", erzählt  Benjamin Wiedenbruch. Der Filmemacher und Ex-fudder-Mitarbeiter aus Freiburg, der heute in Stuttgart lebt und mit Casjen Ennen eine Filmproduktionsfirma betreibt, begann die Arbeit am Film am Ende seines Studium. Anstatt einen unkomplizierten Imagefilm über ein Unternehmen zu drehen, wie es ein Professor schon arrangiert hatte, entschieden Benjamin und Casjen sich für ihr Abschlußprojekt für einen Dokumentarfilm über Afrikanische Flüchtlinge auf Malta. Gemeinsam mit der Freiburger Ethnologin Ulrike Kübler, die schon seit 2008 über Flüchtlinge auf Malta forscht, nahmen sie das Filmprojekt in Angriff.


"Stepping Forward"
begleitet drei junge Menschen Ali Konate, 28, aus Mali, Naima Budul, 25 aus Somalia und Ali Aburaz, 27, ebenfalls aus Somalia. Der 60-minütige Film soll nach dem Wunsch der Filmemacher eine Brücke der Identifikation bauen.
"Es geht darum, dass Zuschauer aus Westeuropa ein bisschen mehr verstehen, was Menschen antreibt, alles hinter sich zu lassen, und in eine ungewisse Zukunft aufzubrechen", sagt Benjamin. Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa seien nicht so anders Menschen in Europa. "Sie haben ähnliche Träume und Wünsche, spielen Fußball, arbeiten. Das sind keine Leute, die man mit einer hohen Mauer abwehren sollte", sagt er. "Die Stärksten der Stärksten, von denen wir eine Menge lernen können."

"Ich finde es wichtig, dass man nicht mitleidig auf sie schaut", sagt Benjamin. "Das sind Helden, Menschen, die alles zurücklassen, weil sie etwas verändern wollen." Das Handeln der Film-Protagonisten kann er nachvollziehen. "Wenn jemand Mitte zwanzig ist, und seine gesamte Familie im Bürgekrieg abgeschlachtet wurde, dann hält ihn nichts mehr dort", sagt er. "Bei meinen Großeltern war das nach dem zweiten Weltkrieg nicht anders. Ich würde das auch machen. Du vielleicht auch."



Wie die Lage von afrikanischen Flüchtlingen in Europa verbessert oder gar gelöst werden könnte - darüber hat Benjamin keine Illustionen. "Afrika ist destabil, Europa hat keinen Bock." Alle Lösungsansätze seien schwierig.

"Stepping Forward" ist noch nicht fertig geschnitten. Es fehlt an Geld. "Es ist ein wahnsinniges Ding, so einen Film zu schneiden", sagt Benjamin. "Als Selbständiger kann man schwer sagen: Ich mache dann jetzt mal vier Monate nichts anderes." Mit Crowdfunding-Aktionen und Benefiz-Veranstaltung schaffen sich Wiedenbruch, Ennen und Kübler die Zeit für ihren Film. "Gerade im Oktober haben wir erst zwei Wochen intensiv in Freiburg daran gearbeitet."

15.000 Euro bräuchte das Team, um einen Cutter zu bezahlen, die Schnitt-Arbeit zu erledigen. "Die hat man ja nicht eben rumliegen", sagt Benjamin (Bild unten links). Stattdessen geht's jetzt also häppchenweise voran.

Die beiden Musiker des Benefiz-Abends im Josfritzcafé, Nicholas Sturm und Joe Astray, treten unentgeltlich auf. Außerdem gibt's eine Einführung in das Thema durch das Filmteam, sowie den Trailer zu sehen. 2014 soll "Stepping Forward" dann endlich fertig sein. "Auf einen Termin mag ich mich nicht festlegen - aber vielleicht im Sommer."  

 

STEPPING FORWARD - TEASER No1

Quelle: YouTube


Mehr dazu:

Was: Guter Zweck & Gute Musik - Benefizveranstaltung für dem Dokumentarfilm "Stepping Forward"
Wann: Donnerstag, 28. November 2013, 20 Uhr
Wo: Josfritzcafé
Eintritt: 6 Euro



[Bilder: Stepping Forward, Disclosure: Filmemacher Benjamin Wiedenbruch hat in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt ein halbes dutzend Videos für fudder gedreht. Über sein Filmprojekt hätten wir auch berichtet, wenn dem nicht so wäre.]