Hans Entertainment zu einer Woche Arrest verurteilt

Patrik Müller

Der Facebook-Star soll unter anderem einen Rentner geschlagen und seinen Nachbarn bedroht haben. Vorwurf des Staatsanwalts: "Er denkt, dass er sich wie ein König bewegen kann." Das hat jetzt Folgen:



Facebookstar vor Gericht: Christopher Hans ist von Richterin Beate Bezold zu einer Woche Jugendarrest verurteilt worden. Der 21-Jährige Kenzinger, der mit seiner Facebookseite „Hans Entertainment“ seit Mai rund 240.000 Fans gesammelt hat, soll Nachbarn bedroht, einen Rentner geschlagen und Bahn-Mitarbeiterinnen in Freiburg beleidigt haben – unter anderem. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.


„Wenn du noch einmal wegen mir die Polizei rufst, dann zeige ich es dir. Dann komme ich dich besuchen. Ich habe genug Freunde, die ich auf dich hetzen kann!“ Diese Sätze soll der 21-Jährige laut Anklage im April 2014 zu Nachbarn gerufen haben, die sich wegen zu lauter Musik beschwert hatten. Er soll einem Rentner, der ihn auf das Rauchverbot am Freiburger Bahnhof hingewiesen hat, kalten Kaffee ins Gesicht geschüttet und ihn geschlagen haben, zwei Bahn-Mitarbeiterinnen beleidigt und im Regionalexpress andere Passagiere angepöbelt haben.

Acht Zeugen sagten aus, drei Stunden dauerte der Prozess. „Er denkt, dass er sich wie ein König bewegen kann“, erklärte Staatsanwalt Gerald Heiß in seinem Plädoyer – und forderte vier Wochen Jugendarrest. „Wir haben keinen lückenlosen Nachweis der Taten“, entgegnete Verteidiger Claus-Peter Hildbrand. Der Anwalt plädierte für eine geringere Strafe: „Er hat jetzt die Möglichkeit, als Discjockey zu arbeiten, er ist bis Weihnachten ausgebucht – das ist nicht nur eine Sache des Geldes, auch eine Sache der Anerkennung.“

Amtsrichterin Beate Bezold verkündete Minuten später das Urteil: Eine Woche Arrest. „Die Zeugen sind glaubwürdig“, findet sie. „Er muss endlich verstehen, dass sein Verhalten unannehmbar ist. Wenn man in der Öffentlichkeit steht, muss man sich anders verhalten, sonst findet die Karriere schnell ein Ende. Mit Leuten, die unberechenbar sind, will keiner arbeiten.“
Der Angeklagte soll jetzt auch die Kosten des Verfahrens tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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[Foto: Daniel Laufer]