Hannes Schmidt aus Freiburg hat einen Kurzfilm über den Schwarzwald gedreht

Anna Ebach

Hannes Schmidt lebt in Freiburg und liebt den Schwarzwald. Deswegen hat er ihn in seinem Kurzfilm zum Thema gemacht. 99 Stunden hatte er zum Drehen Zeit, der Film dauert nur 99 Sekunden.

Den Schwarzwald findet er magisch. Und das wollte Hannes Schmidt "zum Vorschein bringen", wie er sagt. Dafür hatte er gerade einmal 99 Sekunden. Genau so lange muss ein Kurzfilm sein, damit die Filmemacher ihn beim Wettbewerb "99 Fire-Films-Award" einreichen können. Immerhin hat es sein Beitrag "Coldfoot" unter die besten 99 Kurzfilme geschafft – von 3500.


Der 29-Jährige, gebürtige Brandenburger, hat den Streifen gemeinsam mit fünf weiteren filmaffinen Freiburgern produziert. Dass es nicht zu einem Preis reichte, enttäuscht ihn nicht. "Ich hatte nicht so hohe Erwartungen", sagt der Kameramann, "es hat einfach Spaß gemacht, mitzumachen."


Die besondere Herausforderung des "99 Fire-Films-Awards" ist, dass die Kurzfilme innerhalb von 99 Stunden produziert und exakt 99 Sekunden lang sein müssen. Außerdem wird ein Thema vorgegeben. In diesem Jahr lautete es: "Da gibt’s doch was ..." Die Teilnehmer sollten kreative Lösungen für Herausforderungen des Alltags finden. "Unter so einem Zeitdruck zu arbeiten, ist natürlich schon anspruchsvoll, aber gleichzeitig kann man auch in so einer kurzen Zeit etwas wirklich Schönes schaffen", sagt Schmidt.

Im Film sieht man spektakuläre Drohnenaufnahmen, die Kamera zeigt den Blick vom Schauinsland Richtung Dreisamtal. Ein Mann kämpft sich durch meterhohen Schnee, er ist nur mit dem Nötigsten ausgestattet und auf der Suche nach einem Schlafplatz und einem wärmenden Feuer. Sein letztes Streichholz erlischt und er sinkt völlig erschöpft in den Schnee. Doch dann erscheint doch noch die rettende Lösung.

In Freiburg gefällt ihm die Nähe zur Natur

Aufgewachsen ist Schmidt in einem Dorf in Brandenburg. Vor gut zehn Jahren zog er nach Berlin und absolvierte eine Ausbildung zum Kameramann. Sechs Jahre später machte er sich selbständig. Seit 2014 lebt er in Freiburg, wo seine Freundin studiert. "Ich hatte schon länger überlegt, vielleicht ins Ausland zu ziehen, und Freiburg ist ja fast Ausland, so weit weg, wie das von Berlin ist", erklärt er und lacht.

In Freiburg gefalle ihm vor allem die Nähe zur Natur. "Ich bin oft im Schwarzwald unterwegs, und so kam ich auf die Idee, mal einen Film zu drehen, der in dieser mystischen Gegend spielt." Mit "Coldfoot" wollte er vor allem "die Einsamkeit und die Kälte des Schwarzwalds darstellen".

Dass es in der Stadt so viele Filmschaffende gibt, hat Schmidt überrascht. Dabei gebe es für Kameraleute nicht besonders viel Arbeit. Er macht viel für Fernsehsender und ist in der ganzen Welt unterwegs. Mit der Gruppe, mit der er den 99-Sekunden-Film produziert hat, habe er bereits öfter zusammengearbeitet. Und er freut sich auf weitere gemeinsame Projekte.