Halloween-Guru: Terenzi Horror Nights im Europapark

Nightlife-Guru

Schon zum zweiten Mal veranstaltet der Europapark heuer die Horror Nights unter Schirmherrschaft von Oberzombie Marc Terenzi. Unter dem Motto "Nacht des Grauens" sind abends, wenn alle anderen Besucher den Park verlassen haben, einige Begruselungsversuche zu beobachten. Ein Halloween-Guru von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.



Die Jungs (am Eingang)

Vor den Toren des Europaparks steht gegen 18.30 Uhr bereits eine lange Menschenschlange und wartet darauf, dass die Pforten sich öffnen, während die restlichen Europaparkbesucher den Park verlassen. Dann setzt sich die Schlange in Bewegung. Beim Kartenabreißer bekommt man ein Horror-Nights2-Bändchen umgebunden.

Hinter dem Mann steht ein kleines Mädchen, man übersieht es fast. Sie ist bleich geschminkt und hat Augenringe. Sie bewegt sich kaum und schaut einem nur böse in die Augen, ohne dass sie sonst die Miene verzieht.



Stimmung

Die Attraktionen der Horror Nights finden sich im Gebiet rund um die Achterbahn Eurosat. Dank der Zeitumstellung ist es bereits dunkel im Park, die Glühbirnen der Laternen sind farbig und tauchen die Kulisse in ein rotgrünes Licht. Überall laufen die Nebelmaschinen auf Hochtouren und verbreiten eine unangenehm kühle Atmosphäre. Durch die großen Boxen schallt laute, aggressive Rockmusik. Der erste Eindruck: ziemlich unheimlich.



Horrorgestalten

Fiese Kettensägenmörder, deren Gesichter mit ekligen, tiefen Wunden versehen sind, ziehen an einem vorbei und suchen ihre Opfer. Schnell weg! Böse Clowns mit Narben, düstere Feuerspucker und todbleiche Mädchen ziehen umher und treiben ihr drolliges Unwesen. Sie verfolgen die Besucher, hauchen ihnen von hinten in den Nacken und ziehen den Mädchen an den Haaren.

Erinnert ein wenig an die Hexenstreiche bei alemannischen Fasnetsumzügen. Schminktechnisch gesehen sind die Gruselfiguren allerdings eine Meisterleistung.



Attraktionen

Insgesamt gibt es neun Horror-Attraktionen, wobei drei davon diesen Namen nicht verdient haben, da es sich um ein Restaurant, eine Bar (Draculasecco etc.) und einen Souvenirladen handelt. Die Attraktion Black Wood Mansion ist die original Europapark-Geisterbahn, wobei hier zwei Gruselgestalten in der Bahn umherlaufen und die Besucher mit einem Schrei erschrecken (sollen).

Rosemarie´s Nightmare spielt in der Kinderbahn Ciao Bambini. Angekündigt als eine grauenhafte Fahrt durch einen Spielzeugalptraum, ist die Enttäuschung danach groß. Der Ciao-Ciao-Bambino-Song ist durch eine Art Spukmusik ersetzt worden und ansonsten wurde das Licht in der Bahn abgeschaltet.

Fertig ist der Spielzeugalptraum. Ach ja, auch hier fungiert eine Person am Ende der Bahn, die einen erschrecken beziehungsweise aufwecken soll.

Carnival of Fear ist ein Labyrinth, in dem unheimliche Clowns mit Luftschlangentröten den Besuchern einen Schrecken einjagen. Der ganze Raum ist recht dunkel und neblig. Man sieht kaum etwas und muss sich durch das Labyrinth tasten. Hier ist der Gruselfaktor schon um einiges höher.



"Die Freak Factory ist das absolute Highlight", verrät ein Parkangestellter. Beim Warten vor der Tür kann man über einen Monitor die Leute im Inneren der Factory beobachten, die sich im Dunkeln ihren Weg durch die Fabrikhalle bahnen und versuchen dem Hunter zu entkommen.

Auch hier ist es ziemlich dunkel und neblig. Ständig tauchen unheimliche Gestalten auf und versperren den Weg. Hier ist es zugegebenerweise ziemlich beängstigend. Man sieht nicht, wo man hinläuft und was einen erwartet. Man passiert aggressive Mördertypen, die an ihren Gitterstäben rütteln und versuchen, nach einem zu grabschen. Sie sehen wirklich aus, als wären sie gerade einer Anstalt entkommen.

The Attic ist laut Broschüre die Attraktion mit dem größten Gruselfaktor. Auch hier muss man ein Labyrinth passieren, diesmal ist es wirklich stockdunkel. Man sieht kaum die Hand vor den Augen. Plötzlich läuft man über weichen Boden oder es hängt irgendetwas von der Decke. Dazu eine unheimliche Geräuschkulisse. Aber man wartet ständig darauf, dass irgendwas passiert, leider vergebens.



Aber es scheint auch Leute zu geben, deren Nerven dieser Belastung nicht standhalten. Eine Frau wirkt recht verstört, als sie aus dem Attic-Gebäude kommt. Diese Gelegenheit lässt sich der Kettensägenmann nicht entgehen und bedroht die Frau mit seiner Säge. Wimmernd drückt sie sich an die Schulter ihres Mannes. "Ich glaube es reicht, sie hat wirklich Angst!" sagt dieser darauf hin zum Kettensägenmörder, der dann wiederum enttäuscht die Kurve kratzt.

Auch die Achterbahn Eurosat ist geöffnet. Das Sicherheitspersonal gibt die Anweisung, die Luft anzuhalten. Nebel? Gas? Was kommt jetzt? Der Zug fährt langsam die Kugel hoch, der ganze Körper ist vor Aufregung angespannt. Ist jemand über oder hinter einem, kommt gleich jemand aus einem der vielen Notausgänge? Doch man fährt und fährt und außer ein paar Halloween-Kürbissen ist nichts zu entdecken. Schon ist man oben angekommen und die Abfahrt beginnt. Warum musste man die Luft anhalten? Auch hier wurde eine Erwartung erzeugt, die dann enttäuscht wurde.



Marc Terenzi

Beim Pizzastand stehen ein paar junge Mädels. Die Rockmusik dröhnt weiterhin aus den Lautsprechern. "Singt das nicht Marc Terenzi?", fragt eines der Mädchen ihre Freundin. Könnte sein. Singt er sonst nicht eher softere Songzeilen wie: "I love to be loved by you" oder "Just one last dance before we say goodbye"? Ansonsten ist Marc nirgends aufzufinden. Schade.

Süßwarenladen

Zum Abschied eine Schokobanane. Oh weh, der Laden scheint geschlossen. Trotzdem frage ich, ob nicht noch eine Schokobanane übrig sei. "Natürlich", antwortet die Verkäuferin. Der Laden ist gar nicht geschlossen. Auch hier wird das verwirrende Leitmotiv "Licht aus" konsequent durchgezogen.

Fazit

Der Gruselfaktor der Terenzi Horror Nights ist Geschmackssache. Am Ausgang stehen zwei Mädchen aus Stuttgart, die bereits zum zweiten Mal wegen der Horror Nights nach Rust gefahren sind. Aufgeregt diskutieren sie darüber, wie groß ihre Angst in der Freak Factory war und wie unheimlich die Verfolgungsjagd mit dem Kettensägenmörder.

Der Nightlife Guru ist etwas enttäuscht und wohl mit zu großen Erwartungen in den Europapark gefahren. Aber wenn man alles zusammenrechnet – die Stimmung, die Schokobanane, die Eurosat-Achterbahn ohne Anstehen, die gelungene Freak Factory und die Gruselkünstler –, kann man hier doch einen recht spaßigen Abend verbringen.

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