Hacker schmuggeln Sex-Links auf Theater-Webseite

Daniel Laufer

Unbekannte haben die Internetseite des Theaters Freiburg gehackt. Wie dort Links zu "kostenlosen Pornos" gelandet sind:



"Kostenlose Pornos", "gratis Pornos", "deutsche Pornos" – diese Links zu dubiosen Sex-Webseiten befanden sich von Samstag bis Montag auf der Startseite des Theaters Freiburg. Unbekannte hatten sie gehackt.


Am Montagmorgen hat Marion Uhlmann die Links gelöscht. Sie ist Programmiererin bei der Augsburger Technologiefirma Newsfactory, die Content-Management-Systeme anbietet. Damit können Kunden ihre Webseite verwalten. Newsfactory ist mit der Gestaltung und Produktion der Theater-Seite betraut. Bettina Birk, die Pressesprecherin des Theaters, habe Uhlmann am Sonntag kontaktiert. Anfang der Woche fügten die Hacker die Links dann erneut ein. Wieder musste Uhlmann sie löschen. Das Theater selbst war für eine Stellungnahme bis zum frühen Freitagabend nicht zu erreichen – wegen der Sommerpause.

Wie sich die Hacker Zugang zu der Seite verschafft haben, ist noch unklar. Der Freiburger Webhoster FreiNet versucht, dies gerade herauszufinden, denn auf einem Server des Internet-Dienstleisters liegt die Webseite des Theaters. Mittlerweile hat FreiNet sogenannte IP-Adressen entdeckt, über die es am vergangenen Wochenende massenweise Zugriffe auf die Seite des Theaters gab – eine Auffälligkeit.

Mit einer IP-Adresse identifiziert sich jeder Benutzer im Internet. Meistens kann man über die IP-Adresse auch den geographischen Standort des Benutzers herausfinden. Deshalb hat FreiNet die verdächtigen IP-Adressen zurückverfolgt. Das Ergebnis: Die Zugriffe stammen vermutlich aus der Türkei. Auch die Sex-Webseiten sind unter türkischen Namen oder türkischen Email-Adressen registriert.

Seit Freitag gibt es auf der Startseite des Theaters keine Porno-Links mehr. Möglich wäre trotzdem, dass die Hacker noch mehr verändert haben und es noch niemand bemerkt hat. FreiNet hat die Webseite deshalb nach schädlichen Programmen durchsucht. Die Hacker hätten keine installiert, sagt Uhlmann. Ein Sicherheitsrisiko habe für die Besucher der Theater-Webseite nach derzeitigem Kenntnisstand also nicht bestanden.



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[Foto 1: Artur Marciniec/Fotolia.com, Foto 2: Screenshot]