Großstadtgeheimtipps: Auckland

Kim Cara Ruoff

Wer in Auckland nach 30 Flugstunden ankommt, ist fertig, aber glücklich. Denn am anderen Ende der Welt wartet eine Stadt mit vielen Kulturen. Maoris, Engländer, Japaner - in Auckland werden alle zu Kiwis, die auf der falschen Seite fahren und Cocktails aus Teekannen trinken. Was Auckland sehenswert macht, hat fudder-Autorin Kim Cara Ruoff zusammengefasst.



Wo bin ich hier überhaupt?

Auckland befindet sich auf der Nordinsel Neuseelands und ist das Zuhause von einem Drittel der neuseeländischen Bevölkerung, also von 1,4 Millionen Menschen. Die Stadt besteht eigentlich aus mehreren kleinen Städten, die mit der Zeit ineinander gewachsen sind und heute von der Auckland Council verwaltet werden. Wegen der strategisch guten Lage haben bereits die Maori Auckland besiedelt. 500 Jahre später wurde Auckland alias Tāmaki Makau Rau durch den Treaty of Waitangi zur britischen Kolonie.


Welche Straßennamen und Gebiete sollte ich kennen?

Die wichtigste Straße im City Center heißt Queen Street. Entlang der Queen Street findet man alles  -  und bekommt auch alles. Im oberen Teil der Straße gibt es einen Asia-Imbiss nach dem anderen, sowie Alternativläden mit alten Platten, soweit das Auge reicht. Je mehr man sich dem Hafen nähert, desto größer werden die Geschäfte und Namen. Auckland hat jedoch nicht nur Malls zu bieten, sondern auch traumhafte Strände. Besonders schön ist die Strandpromenade der Mission Bay. Hier gibt es viele Restaurants, einen schönen Park und den berühmten Kiwiyo-Eisbecher. Für 5 Dollar kann man sich hier einen riesigen Becher aus Frozen Joghurt und 30 Toppings zusammenbauen. Leider Geil.

Warum Fahrradfahren in Auckland zum Extremsport wird…

Die Stadt Auckland wurde auf 50 inaktiven Vulkanen erbaut. Deshalb geht’s entweder steil den Berg rauf oder runter. Alle, die sich lieber durch die Gegend fahren lassen, können sich ab 10 Dollar aufwärts eine Ritschkafahrt am Hafen gönnen. Die Ritschkafahrer sind in Auckland Central übrigens an den Wochenenden auch nachts unterwegs, damit niemand auf dem Weg zum nächsten Club verloren geht.



Wie komme ich von A nach B?

Bei der Ankunft am Flughafen muss man nicht lange warten. Mit dem Airport Express kann man alle 10 Minuten ins Zentrum fahren. Eine Fahrt kostet 16 Dollar und ist der schnellste und billigste Weg in die Stadt. Alle, die länger in Auckland bleiben, können sich auch die aufladbare Transportkarte At-Hop holen. Die At-Hop-Karte hat nicht nur den Vorteil, das man nicht ständig nach Kleingeld kramen muss, sondern man kann auch das kostenlose Wifi an den Bahnhöfen, Bus- und Fährstationen nutzen.

Wo gibt’s Kühe mitten in der Stadt?



In Auckland gibt es Parks und Grünflächen an jeder Ecke - wer eine kleine Auszeit braucht, muss also nie lange suchen. Die größte und vermutlich auch eine der schönsten Grünflächen ist der Cornwall Park und die vom Park eingeschlossene One Tree Hill Domain. One Tree Hill ist einer der vielen inaktiven Vulkane, auf dessen Spitze früher nur ein Baum stand. Heute ist der Baum einem steinernen Obelisk gewichen, unter dem der Gründer der Parks, Robert Cornwall, begraben liegt. Der Cornwallpark ist jedoch nicht nur ein beliebter Platz zum Spazierengehen, sondern auch eine Farm mit Kühen und Schafen. Der Weg zum Obelsik wird so zum Hindernislauf über Weidezäune, vorbei an einzelnen Kühen und mähenden Schafherden.

Magengrummeln

In der Queen Street ist noch niemand verhungert. Eine gute und gesunde Alternative zu den gewöhnlichen Fast-Food-Ketten ist Pita Pit. Hier bekommt man für 10 Dollar ein Menü mit Getränk und Pita. Die Pita gibt’s als Vollkorn oder normale Variante und kann mit frischen Zutaten nach Herzenslust befüllt werden. Zum Essen setzt man sich gemütlich auf den Aotea Square und genießt die Sonne. Wer lieber ein Picknik am Strand machen will, muss auf jeden Fall Hummus einpacken. Was bei uns oft als langweiliges Kichererbsen-Püree abgetan wird, ist in Neuseeland eine Kunst. Besonders lecker sind die Sorten Pumpkin & Kumara und Basil Pesto. Vom Kiwi-Favourite Vegemite sollte man dagegen lieber die Finger lassen. Es sieht zwar aus wie Schokocreme, ist jedoch ein sehr salziger Brotaufstrich aus Hefeextrakt.

Cocktails im Teapot



Wer Lust auf eine etwas andere Bar hat, ist im Cassette Nine genau richtig. Hier werden neben normalen Cocktails auch Cocktails in Teapots angeboten. Die Teapots mit den klangvollen Namen wie Toffe Apple und Killer Mai Thai gibt’s ab 15 Dollar. Dazu bekommt man Shotgläßer, um den Teapot brüderlich zu teilen.



Was lohnt sich?

Bevor man nach Auckland kommt, sollte man sich auf jeden Fall auf Groupon oder GrabOne anmelden. Hier gibt es immer super billige Angebote für Activitys, Spa-Anwendungen und Restaurants. Wer gerne wandert, sollte sich außerdem einen Tag nehmen und mit der Fähre nach Rangitoto Island fahren. Der einstündige Aufstieg auf der Insel zur Spitze ist zwar anstrengend, aber man durchquert Wälder mit Bäumen,  die man noch nie gesehen hat und riesige Lavafelder. Zusätzlich wartet auf der Spitze ein atemberaubender 360-Grad-Ausblick auf Auckland.
Schöner Nebeneffekt: Da es auf der Insel keine Geschäfte gibt, kommt man nicht in Versuchung, unnötiges Zeug zu kaufen. 

Was man sich sparen kann?

Die meisten Touristen kommen mit dem Ziel nach Neuseeland, irgend etwas Verrücktes zu machen. Stichwort: Adrenalin. So viel sei gesagt: Bungy Jumps und Sky Diven kosten richtig Geld, deshalb lohnt es sich nachzudenken, wo man sich lebensmüde in die Tiefe stürzen will. Auch vom Skytower in Auckland wird der sogenannte Skyjump als Adrenalinkick angeboten. Dabei rauscht man in Fallschirmmontur den Skytower hinunter und wird unten weich abgefangen. Wer jedoch die Chance hat, einen richtigen Kopfüber-Bungyjump zu machen, sollte sich das Geld sparen. Entweder ganz oder gar nicht.



Was geht an Weihnachten?

Weihnachten im Sommer klingt verrückt, ist es irgendwie auch. Beim jährlichen Christmas in the Park kommt trotzdem Weihnachtsstimmung auf. Das große, kostenlose Weihnachtskonzert von Coca-Cola findet jeden Dezember in der Auckland Domain im Stadtzentrum statt. Der gesamte Park verwandelt sich an diesem Abend zu einem Meer aus Menschen, Decken und Picknickkörben, während auf der Bühne Santaklaus und Colaflaschen Weihnachtlieder singen.

Die Tippgeberin

Kim Cara Ruoff hat 2012 sechs Monate in Auckland als Au-pair gearbeitet und ist anschießend drei Monate durch Neuseeland gereist. Ungeplant hat sie sich dort verliebt und nun keine Wahl. Trotz Flugangst geht's in jeden Semesterferien zurück ans andere Ende der Welt.

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