Fall Maria L.

Gericht ordnet strenge Sicherheitsauflagen für Dreisammord-Prozess an

Joachim Röderer

Beim Prozess zum Mordfall Maria L. am Landgericht Freiburg gelten strenge Zugangskontrollen für Zuhörer, Zeugen und Medienvertreter. Verhandelt wird vom 5. September an – das Urteil wird wohl erst im Dezember fallen.

Am Dienstag, 5. September, um 9 Uhr, beginnt im Saal IV des Landgerichtes an der Salzstraße der öffentliche Prozess gegen den Tatverdächtigen Hussein K.

Der Angeklagte soll nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft am 16. Oktober des vergangenen Jahres hinter dem SC-Stadion an der Dreisam die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. vergewaltigt und getötet haben. Die Anklage lautet auf Mord.


Eltern des Opfers sind Nebenkläger im Prozess

Die Familie des Opfers tritt im Prozess als Nebenkläger auf, wird nach BZ-Informationen aber nicht an der Verhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts teilnehmen. Den Vorsitz führt Richterin am Landgericht Schenk.

Das Gericht hat seinen ursprünglichen Zeitplan modifiziert. Weil manche Zeugen an den für sie vorgesehenen Terminen verhindert sind, hat das Gericht nun drei zusätzliche Verhandlungstage angesetzt. Die Jugendkammer wird damit an insgesamt 16 Tagen den Fall verhandeln. Das Urteil könnte demnach am 8. Dezember fallen – drei Wochen später als eigentlich geplant.

Großes Medieninteresse – und strenge Auflagen

Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Entsprechend groß ist das Medieninteresse an der Verhandlung. 48 der 150 Plätze im Saal werden für Medienvertreter reserviert sein. Das Gericht hat diese Plätze in einem aufwändigen Verfahren an die Journalisten vergeben.

Rund 100 Plätze stehen damit für Zuhörer zur Verfügung. Die Plätze, so teilte das Landgericht am Freitag mit, werden am jeweiligen Verhandlungstag nach Reihenfolge des Eintreffens der Zuhörer verteilt. Der Saal wird jeweils 60 Minuten vor Beginn der Verhandlungen geöffnet.

Es gelten strenge Auflagen. Deswegen wird im Gericht ein eigener Kontroll- und Sicherheitsbereich eingerichtet. Zeugen, Zuhörer und Medienvertreter werden beim Betreten des Gerichts abgetastet und mit Metalldetektoren auf mögliche Waffen und gefährliche Gegenstände untersucht. Taschen, Laptops oder Tablets sowie Foto- und Filmapparate dürfen Zuhörern nicht mit in den Verhandlungssaal nehmen.Mobiltelefone sind erlaubt, müssen aber ausgeschaltet werden, so die Anordnung des Gerichts.

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