Ganz Thailand steht vor einem Trierer

Lorenz Bockisch

Nicht nur der Kommunismus kommt aus Trier: Neben ihrem weltweit berühmtesten Sohn Karl Marx hat die Rheinland-Pfälzische Stadt auch noch einen hierzulande eher unbekannten Musiker von Weltbedeutung hervorgebracht. Nein, nicht Horst Köhler alias Guildo "hat euch lieb" Horn ist gemeint, sondern sein 80 Jahre älterer "Berufskollege" Peter Feith.

Heutzutage würde man Peter Feith eher als Musikwissenschaftler denn als Komponisten bezeichnen. Er machte es sich zu Lebzeiten (1883-1968) zur Aufgabe, die traditionellen und nur mündlich überlieferten Melodien im damaligen Siam in Noten zu fassen und so der Nachwelt zu erhalten. Dafür erhielt er diverse Ehrentitel und wurde sogar zum Königlichen Musikmeister ernannt.


Er nannte sich später eingethait Piti Waityakarn. Nachdem nach dem Jahre 1932, als die absolute Monarchie unblutig zu einer konstitutionellen wurde, sieben Jahre später eine neue Hymne neben der Königshymne gesucht wurde, gewann er die Ausschreibung mit seiner Komposition Phleng Chat – was übersetzt einfach nur "Nationalhymne" bedeutet.

Gleichzeitig wurde vom damaligen Premierminister angeordnet, dass in sämtlichen öffentlichen Gebäuden sowie in allen Radio- (und inzwischen auch Fernseh-) Sendern die Hymne zweimal täglich um 8:00 Uhr und um 18:oo Uhr gespiel werden soll. Dabei muss jeder Thai aufstehen – sofern er sitzt – oder stehen bleiben, und manche richten ihr Antlitz sogar Richtung Bangkok. Wer das missachtet, begeht bis heute eine Ordnungswidrigkeit und muss eine Geldstrafe bezahlen.

Und wer demnächst zufälligerweise gegen 18:00 Uhr in Thailand weilen sollte, für den gibts hier zur Übung das Werk zum Mitsingen!