Galerist Henrik Springmann und Gastronom Wulf Piazolo übernehmen die Jackson-Pollock-Bar

Bettina Schulte

Die Jackson-Pollock-Bar im Theater Freiburg wird umgebaut - und bekommt neue Betreiber. Der Freiburger Galerist Henrik Springmann und Ex-Coucou-Betreiber Wulf Piazolo wollen konzeptionell einiges ändern.



In der Jackson-Pollock-Bar des Freiburger Theaters hat die frühere Intendantin Amélie Niermeyer, die Vorgängerin von Barbara Mundel, vor elf Jahren den Beginn ihrer Intendanz gefeiert. Im Eingangsbereich des ehemaligen Kinos fanden über die Jahre "Diskursive Salons" zur intellektuellen Lage der Nation – oder wenigstens ihres Südwestens – statt. Die Grünen haben hier manche ihrer Spitzenpolitiker begrüßt: Renate Künast war da, Claudia Roth hat sich bei einer Party an den Reglern betätigt. Das ist schon eine Weile her.


Jetzt soll etwas Neues aus dem bisher von Christian Matthiesen betriebenen suburbanen Ort werden: 400.000 Euro ist der Stadt die Umgestaltung der Bar zum Theaterfoyer im Rahmen des Sanierungsprogramms mit der Digitalisierung der Bühnentechnik wert. Ein Architekt ist gefunden, ein Pächter nach einem Ausschreibungsverfahren mit mehreren Bewerbern auch: Der in der Hauptsache Berliner Galerist Henrik Springmann, Jahrgang 1965, ein Spezialist für internationale Gegenwartskunst, der in Freiburg nebenbei die von seinem Vater übernommene Traditionsgalerie Springmann führt, hat mit seinem gastronomischen Partner Wulf Piazolo (Bild unten), dem Ex-Betreiber des Coucou in der Gartenstraße, den Zuschlag für die neue kulturell-kulinarische Bespielung der Theaterpassage bekommen.



Seine Pläne für die Gestaltung des Ortes will der Kunsthändler, dessen Vernetzungen bis zum britischen Straßenkünstler Banksy reichen, nicht verraten – noch nicht. Solange die Verhandlungen über die Gestaltung der Passage und die Gespräche mit dem Theater über die Modalitäten der künftigen Zusammenarbeit noch im Fluss sind, sei es wenig sinnvoll, ins Detail zu gehen, ließ sich Springmann vernehmen.

Auf jeden Fall will er nicht "einfach Bilder an die Wände hängen". In einem Interview mit  fudder hat Springmann vor gut einem Jahr umrissen, worum es ihm gehen könnte:"Mein Traum für Freiburg ist, dass es in dieser Stadt über kurz oder lang einen Ort gibt, an dem sich die Künste gegenseitig befruchten." Ihm fehlten "Veranstaltungen, auf denen mit verschiedenen Kunstgattungen gearbeitet wird, sei es nun bildende Kunst und Musik, Film und Musik, und so weiter. Was das betrifft, wird in Freiburg der Zeitgeist zu wenig reflektiert."

Alle Details zum Betreiberwechsel der Jackson-Pollock-Bar:

     

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[Bild 1: fudder-Archiv, Bild 2: Michael Bamberger]