Fundbüro Freiburg: Verlorenes online suchen

Katharina Wenzelis

Über 8.000 Gegenstände lagern in Freiburgs Fundbüro. Von Kameras über Schlüssel bis hin zu Kleidungsstücken und Kinderwagen. Was viele nicht wissen: das Fundbüro bietet die Möglichkeit, auch im Internet nach verloren gegangenem Eigentum zu suchen.



Das Erste, was auffällt, wenn man das Freiburger Fundbüro in der Merianstraße 16 betritt, ist die große Anzahl verloren gegangener Schlüssel. Eine Holzwand, die in sechs Monate unterteilt ist und sich über zwei Wände erstreckt, hängt propevoll mit Schlüsselbunden.


"Am häufigsten gehen Schlüssel verloren, doch die meisten werden bei uns nicht abgeholt", sagt Albert Kersting, Mitarbeiter des Fundbüros.

"Aber auch Brillen, Geldbörsen, Kleidung und Handys werden oft gefunden."

Offenbar ist es vielen Leuten zu umständlich, das Fundbüro aufzusuchen, um nach ihren verloren gegangenen Gegenständen zu suchen. Dabei geht es auch einfacher: bereits seit 2003 bietet das Fundbüro der Stadt Freiburg ihren Bürgern die Möglichkeit, online nach vermissten Gegenständen zu suchen.

Die Suchmaske der Fundbüro-Website ist in mehrere Kategorien gegliedert: Elektro/Technik, Schlüssel, Kleidung und so weiter. Sogar die Kategorie Haustiere ist dort zu finden. Desweiteren kann man das Suchgebiet einschränken und das Datum des Verlusts eingeben.

"Im Internet finden sich aber keine Details zu den Gegenständen, auch keine Fotos. Die Einzelheiten müssen uns die Besitzer der Fundstücke schon sagen können, um zu beweisen, dass das Fundstück auch wirklich ihr Eigentum ist", erklärt Albert Kersting.



Man hat zusätzlich die Möglichkeit, Fundbüros anderer Städte zu durchsuchen. Allerdings funktioniert das nur bei den Gemeinden, die an das Fundinfo-Netz angeschlossen sind. Bei Abholung eines vermissten Gegenstands wird eine Gebühr von fünf Prozent des geschätzten Warenwertes fällig, mindestens aber drei Euro.

"Die Bürger sparen eine Menge Mühe und Zeit durch die Online-Suchmöglichkeit", sagt Kersting. "Das Angebot wird zunehmend genutzt und die Resonanz ist durchweg positiv."



Die Fundstücke werden sechs Monate im Fundbüro aufbewahrt. Wenn sich bis dahin niemand gemeldet hat, werden die Sachen versteigert. Die Termine der Versteigerungen, die fünf bis sechs mal im Jahr statt finden, kann man der Website des Fundbüros entnehmen.

Die Mitarbeiter des Fundbüros versuchen indes, soweit es ihnen möglich ist, die Besitzer der Fundstücke zu ermitteln. "Oft leisten wir richtige Detektivarbeit. Vor einiger Zeit wurde bei uns ein Ehering abgegeben. Anhand der Gravur innerhalb des Rings konnten wir mit Hilfe des Standesamts den Besitzer des Rings finden. Vielleicht haben wir so sogar eine Ehe gerettet", sagt Kersting schmunzelnd.



Wenn man etwas vermisst, lohnt es sich oft, im Fundbüro nachzusehen, ob es abgegeben wurde. "Die Freiburger Bürger geben mehr gefundene Sachen ab, als die meisten Leute sich vorstellen können", sagt Herr Kersting. Was man an den hunderten von Schlüsseln im Eingangsbereich eindrucksvoll sehen kann.

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