"Für zweieinhalb Stunden spülen haben wir Mittagessen bekommen": Interview mit Maurice und Daniel von Joiz TV

Nele Harms

Maurice Gajda und Daniel Jacobs sind Moderatoren bei JOIZ, dem MTV der Kinder der Nullerjahre. Über Facebook, Twitter und Instagram folgen den beiden zehntausende junge Menschen. Für ihre Sendung noiz haben sie nun gerade eine kleine Deutschlandreise gemacht, bei der sie bei ihren Fans übernachten. Letztes Ziel: Freiburg.



Ihr seid uns eine Erklärung schuldig: Für joiz fahrt ihr eine Woche durch Deutschland und versucht fast ohne Geld in vier coolen Städten unterzukommen. Warum Freiburg?

Hm. Freiburg ist eine sehr schöne Stadt, ohne sich hier jetzt groß einschleimen zu wollen. Außerdem waren wir hier noch nie. Wir kommen ja aus Berlin, da ist das nicht gleich nebenan. Und dann halt die üblichen Argumente: Die Berge sind nah, Frankreich und die Schweiz auch – und es ist hier immer ein bisschen wärmer. Außer heute.

In welchen Städten wart ihr noch?

Wir waren in Düsseldorf, Köln und Frankfurt. Und immer hat uns jemand aufgenommen, uns die Stadt gezeigt. Hier in Freiburg macht das Paul, der hat uns angeschrieben. Wir sind ja auf allen Kanälen immer zu erreichen, posten ständig Bilder und filmen alles mit zwei kleinen Handkameras. Ab dem 12. Januar kann man unseren Trip dann im Fernsehen sehen – oder im Internet auf joiz.de.

Das heißt ihr schlaft heute bei Paul?

Ja, so ist der Plan. Wir fahren in eine Stadt und hoffen, dass einer unserer Fans uns eine Couch anbietet. Paul will uns aber noch in der Stadt treffen und uns Freiburg zeigen. Was muss man sich denn da so anschauen?

Ach, das Münster ist ganz nett, der Schlossberg auch.

Schlossberg, das ist der hohe, auf den eine Gondel fährt, oder?

Ne, das ist der Schauinsland.

Ach sieh an, was für ein Name. Da schaffen wir es heute leider nicht mehr hin, merken uns diesen schönen Berg aber. Wir kommen wieder. Heute schauen wir uns das Münster an.



Was habt ihr sonst in Freiburg gemacht?

Wir waren im Lollo und haben gespült. Das war ganz lustig. Sabrina Klein aus Freiburg hat auf facebook gepostet, dass wir nach Freiburg kommen und dann hat Frédéric Zindler vom Lollo uns wenig später kontaktiert. Für zweieinhalb Stunden spülen haben wir ein Mittagessen bekommen. Wir hatten uns aber nicht vorgestellt, dass wir dort durchgehend waschen müssen. Die Spülmaschine läuft die ganze Zeit. Normalerweise macht der Koch das alles ja nebenher und ohne Hilfe. Das war schon faszinierend.

Könntet ihr euch vorstellen, langfristig als Küchenhilfe zu arbeiten?

Ne, auf keinen Fall! Es war schon sehr anstrengend, nur für kurze Zeit zu arbeiten. Der Koch hatte auch nicht wirklich Zeit, uns einzuweisen, weil das Lokal so voll war und er daher viel zu tun hatte. Wir hatten aber sehr viel Respekt vor der Arbeit und fanden es sehr beeindruckend. In der Küche war es sehr eng. Jeder musste mit dem Geschirr durch die Küche tänzeln. Das hat dann einer Choreographie sehr geähnelt.

Waren alle Städte so spannend wie Freiburg?

In Düsseldorf waren wir auf einem Riesenrad. Das war ein bisschen beängstigend, besonders als die Gondeln im Wind so geschaukelt haben. Ein 14-jähriges Mädchen wollte uns dann bei ihr schlafen lassen. Am Ende hat das ihre Mutter aber nicht erlaubt. Den Kölner Dom haben wir auch gesehen. Ein Fan aus Frankfurt hatte schon einen ganzen Tag durchgeplant. Wir waren minigolfen, haben das Dialogmuseum besucht und waren auf einem Hochhaus. In Essen haben wir Leandro Palme getroffen, der hat mir dann ein paar Tanzschritte beigebracht. Soll ich mal vormachen?



Hattet ihr auch skurrile Erfahrungen mit Leuten?

Es wollten uns ziemlich viele Leute treffen, vor allem junge Mädchen. Junge Mädchen fahren irgendwie auf uns ab, wir wissen gar nicht warum. Das ist so ein Fangirl-Ding.
In Köln waren wir in einer Gamer-WG. Ein Mitbewohner hat sich aber nicht blicken lassen, der wollte lieber seine Ruhe haben. Später hat er dann getwittert, dass es die Nacht zu laut war. Ein Fan hat uns sogar über Twitter verfolgt und ist dann mit dem Zug in die gleiche Richtung gefahren. Es gibt so viele Leute, die was mit einem machen wollen. Das ist echt krass, die kennt man ja auch nicht.

Freiburg war eure letzte Station…

Stimmt, jetzt fahren wir über die berühmte Abkürzung Frankreich zurück nach Berlin. Dann müssen wir wieder arbeiten, wir haben die Sendung Homerun, da gibt’s Livemuik von Nachwuchskünstlern. Die Deutschlandreise, die wir übrigens #broketrip genannt haben, erscheint dann in der Sendung noiz ab 12. Januar. Da ist dann auch Freiburg drin.



Zu Sendung und Sender

Die Sendung, #broketrip, läuft ab 12. Januar auf JOIZ TV in der Sendung noiz.
Joiz TV ist ein usprünglich Schweizer Fernsehsender, der sich an ein junges Zielpublikum richtet. Das Besondere: Über Twitter, Facebook, Instagram und andere Social Media können die Zuschauer selbst Einfluss auf die Sendung nehmen. Seit einem Jahr bietet JOIZ einen deutschen Ableger an. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass der Sender seinen Fersehkanal wegen finanzieller Probleme schließt und auf ein Webangebot reduziert.

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