fudder-Debatte: Wie soll der SC Freiburg mit Pyro-Fans umgehen?

Carolin Buchheim

"Unverbesserliche Blödmänner" nannte SC-Vorsitzende Fritz Keller diejenigen, die am vergangenen Samstag unmittelbar vor dem Anpfiff des Spiel Freiburg gegen Nürnberg Pyro auf Nord zündeten - und dabei eine Frau verletzten. Die Täter sind noch nicht ermittelt, und dem SC droht jetzt eine Strafe der Bundesliga. Nur: Wie soll der Verein mit den zündelnden Stadionbesuchern umgehen?

"Einfach geil!" antwortet ein Nutzer auf Nordtribüne Dreisamstadion auf die Frage "Was meint ihr zu der Pyro vor dem Spiel gegen Nürnberg?". "Aber schön war's irgendwie schon. (:" kommentiert eine Facebook-Nutzerin auf der Facebook-Page "Pyrotechnik legalisieren - Polizeigewalt kritisieren" ein Foto von der rot erleuchteten Nord im Dreisamstadion. Und auch auf Nordtribüne Freiburg ist der erste Kommentar zu einem ähnlichen Foto ein grinsender Smiley, bevor ein Nutzer kommentiert: "Jetzt mal ehrlich gegen pyrotechnik auswärts hab ich nichts aber im eigenen stadion is scheisse."


Denn zum ersten Mal wurde am vergangenen Samstag im Dreisamstadion Pyrotechnik nicht von den zugereisten, sondern von einheimischen Stadionbesuchern gezündet.

Seit Monaten brodelt die Debatte um Sinn und Unsinn von Pyrotechnik in der gesamten Bundesliga. Die Pro Pyro-Fans sehen die Feuerspiele auf den Tribünen als Ausdruck ihrer Freude am und Leidenschaft für Spiel und Verein. Sie zündeln in der Bundesliga so viel wie nie zuvor und teilen auf Facebook stolz Fotos ihrer Aktionen; die Page der bundesweiten Inititative Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren allein hat mehr als 53.000 Likes.

Bereits im November erteilten DFB und Ligaverband den Pyro-Legalisierungsbemühungen der Pro Pyro-Fans eine deutliche Absage. "Nicht nur die staatlichen Stellen und Behörden, sondern auch FIFA und UEFA untersagen den Einsatz von Pyrotechnik", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach damals. "Oberste Priorität hat die Verantwortung für die Sicherheit aller Zuschauer. Es ist unstrittig, dass Feuerwerkskörper eine Gefahr für Leib und Leben darstellen."

Vereine, deren Fans zündeln, werden von der Liga bestraft. Erst in der vergangenen Woche hatte das Sportgericht des DFB gegen den SC wegen Pyro-Aktionen von Fans in Mainz und Stuttgart eine Strafe von 6000 Euro verhängt.

"Das mag zwar nicht nach viel klingen", sagt SC Pressesprecher Rudi Raschke. "In der Freiburger Fußballschule oder an anderen Stellen im Verein wäre das Geld trotzdem besser aufgehoben gewesen." Für ihn, wie auch für SC-Trainer Christian Streich, sind die Pyro-Aktionen kein Ausdruck von Fanfreude. "Dabei geht es um Selbstdarstellung der Beteiligten, nicht um das Spiel, nicht um den Verein."

Doch wie soll der Verein gegen die Pyro-Fans vorgehen? Sind ein oder mehrere Täter ermittelt, kann der Verein die von der Liga verhängte Strafe von ihnen einfordern - Anzeigen wegen diverser Straftaten von Körperverletzung bis Landfriedensbruch können noch dazu kommen.

Das wichtigste Sanktionsmittel des Vereins ist und bleibt das Stadionverbot, das für das heimische Stadion oder auch ligaweit ausgesprochen werden kann, und meist zeitlich begrenzt wird.

fudder-Debatte

Wie soll der SC mit den Pyro-Fans umgehen? Welche Strafen hälst Du für sinnvoll oder nützlich? Oder sollte Pyrotechnik in einzelnen Abschnitten eines Stadions erlaubt werden - auf eigene Gefahr der dortigen Zuschauer? Wie kann die Pyro-Frage Deiner Meinung nach gelöst werden?
 

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  [Bild: dpa]