Frühlingsstraße: Blumig, bunt und einzigartig

Sophie Guggenberger

Vogelgezwitscher, Blumenblühen, Sonnenschein: Das ist Frühlingsstraße. Ein entzückender Name. Frühlingsstraße – dahinter verbirgt sich das Label von Kristin Müller (22). Seit mittlerweile vier Jahren steht diese Breisgau Brand für individuelle, handgearbeitete Accessoires. Fröhlich-bunte Gürtel und Handtaschen und neuerdings auch Röcke. Verwendet werden Originalstoffe aus den 60er und 70er Jahren, die jedes Stück zu einem Unikat machen [Mit Verlosung!].


Die gelernte Modenäherin und bekleidungstechnische Assistentin absolvierte zunächst an der die Schule für Bekleidung und Mode in Fürth ihre Ausbildung. Ein halbes Jahr arbeitete Kristin in der Kostümabteilung des Stadttheaters Nürnberg, anschließend als Praktikantin bei s.Oliver.


Recht früh wird ihr klar, dass die Arbeit in einer Firma nichts für sie ist. Sie möchte selber etwas machen, selber kreativ sein, anstatt sich einen Stil vorschreiben zu lassen. Kristins Freund macht Freiburg zu ihrer zweiten Heimat. Nach einem freiwilligen Sszialen Jahr im Körperbehindertenbereich studiert sie momentan „Soziale Arbeit“.



Die Idee für ihr eigenes Label entsteht während ihres Jobs im Theater. „Alles war abgefahren, alles hat mich da geflasht – das Atelier, die freakigen Leute.“ In ihrer Freizeit beginnt Kristin zu nähen, und erstmals macht ihr die Näherei richtig Spaß.

Sie darf designen, was sie möchte. Frühlingsstraße ist der Name der Straße, in der sie aufgewachsen ist – „ein schöner deutscher Name mit persönlichem Bezug“. Kristin verwendet nur alte Stoffe. Bettwäsche, Vorhänge, Tischdecken. Alles aus Secondhandshops.



Die Resonanz auf ihre Taschen und Gürtel ist von Beginn an überwältigend. Schnell ist klar: „Da muss ein eigenes Label her“ – auch um sich ein wenig Bares neben dem Studium hinzu zu verdienen.

Viele schlaflose Nächte später kann sich das Resultat sehen lassen: ein fröhlich-buntes Sortiment aus Gürteln, Handtaschen und Röcken. Alles durchweg Accessoires aus original 60er und 70er Jahre Stoffen. Jedes Teil ein Unikat. Die Freunde stehen Schlange, die ersten Geschäfte beißen an. Die Sachen werden dort auf Kommission verkauft. Es folgen Stände auf diversen Kultur- und Musikfestivals in Deutschland. „Auf Festivals ist genau die richtige Zielgruppe“, so Kristin, „die Nachfrage ist riesig.“ Verständlich. Schließlich schneidert sie nur Sachen, die ihr selber auch gefallen.

Inzwischen steht Frühlingsstraße für coole, ausgefallene, handgemachte und vor allem bezahlbare Unikate mit Auffallgarantie. „Für Individualisten und alle, die nichts von der Stange kaufen möchten.“ Festivalgänger, Alternative, Modebegeisterte, Probierfreudige.

Die Accessoires sind blumig, bunt und extravagant. Vielleicht ein Grund, warum überwiegend Mädels auf Frühlingsstraße stehen. Für die Jungs bietet Kristin dezentere Kreation: Gürtel aus schlichten alten Anzugstoffen. Inspiration schöpft die kreative Näherin auf Flohmärkten oder beim Stöbern in Secondhandshops. „Wenn ich coole Stoffe sehe, packt es mich jedes Mal.“ Neue Ideen denkt sie sich aus, wenn sie nachts nicht schlafen kann – oder kann sie nicht schlafen, wegen der Ideen? „Es kribbelt dann immer in meinem Bauch vor lauter Ausprobierlaune.“ Kristin arbeitet in ihren eigenen vier Wänden an ihrer „wunderschönen, geliebten Industrienähmaschine“, für die sie vor drei Jahren auf ein Auto verzichtet hat.



Kristin selbst hat kein Lieblingslabel. Sie shoppt ständig woanders – Hauptsache es gefällt und sprengt trotzdem nicht das Budget. Bei ihren eigenen Produkten achtet sie auch auf den Preis. „Jeder soll sich meine Gürtel oder Taschen leisten können, auch Studenten, bei denen die Kohle nicht so locker sitzt.“

Ihr liebstes Kleidungsstück ist ein ausgewaschenes schwarzes Oberteil – „darin fühle ich mich wie eine Ballerina“ – und sie liebt Röcke. Höhenflüge oder Erwartungen hat sie keine. „Einfach weitermachen, solange es Spaß macht und mich über jeden freuen, der meine Sachen mag“, das ist ihr Ziel für die Zukunft. Welche Person sie gerne mit Frühlingsstraße einkleiden möchte? Paris Hilton.

Eine bessere Werbung gibt’s nicht.



Mehr dazu:

Was es ist: Modelabel Frühlingsstraße
Wer dahinter steckt: Kristin Müller
Wo zu kaufen: Auf Festivals, über die eigene Website, im Absurd-Store in Aschaffenburg und im Yum Yum in Freiburg

Nächste Festivals mit Frühlingsstraße: 13.–15. Juni 2008 – Umsonst & Draußen, Würzburg
8.–10. August 2008 – Kommz, Aschaffenburg

Web: Frühlingsstraße

Verlosung

fudder verlost 3 x je einen handgemachten Frühlingssstraße-Gürtel für Mädchen. Wer eins der Unikate gewinnen will, schickt eine E-Mail mit seinem Namen, seiner Adresse und dem Betreff "Frühlingsstraße" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Montag, 2. Juni 2008, 18 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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