Freie Manege: Ein Freiburger organisiert das Straßenfest gegen Wildtierhaltung

Ricarda Haaser

Seit ein paar Tagen gastiert Zirkus Charles Knie in Freiburg. Das freut viele Kinder - und ärgert Tierschützer. Sie prangern die unnatürliche Wildtierhaltung an. Um dagegen zu demonstrieren, hat der Freiburger Patrick Hahulla ein Straßenfest organisiert.



"Tiere sind viel zu wichtig, um sie nur für unser Vergnügen leiden zu lassen. Wir sollten uns nicht über die Tiere stellen, sie sind genauso viel Wert wie wir", erkärt Patrick Hahulla. Der 28-jährige Freiburger veranstaltet am Sonntag das Straßenfest "Zirkusse ohne (Wild)Tierhaltung" auf der Hundewiese am Freiburger Flughafen, um gegen die Wildtierhaltung in Zirkussen zu demonstrieren.


Der Anstoß zu diesem Event ist der Zirkus Charles Knie, der noch bis zum 2. September auf der Messe Freiburg gastiert. Schon im Voraus forderten Tierschützer in Mails und auf Plakaten ein Verbot für Tiere im Zirkus. Vor allem die langen Transporte, die Dressurübungen mit Peitsche und der enge Raum sei den Tieren nicht zuzumuten.

Auch bei Facebook kamen viele Diskussionen auf, die deutlich machten, wie viele Leute es stört, dass der Zirkus Charles Knie in Freiburg gastrieren darf, obwohl in dem Programm viele Wildtiernummern dabei sind.

Um das in Freiburg und auf lange Sicht überall zu unterbinden, organisiert Patrick Hahulla zusammen mit anderen Tierschützern das Straßenfestes am Sonntag. Verschiedene Künstler treten unentgeltlich auf, um zu zeigen, dass man auch ohne den Einsatz von Tieren gut unterhalten werden kann. "Das, was dennoch an Kosten für das Fest anfällt, übernehme ich gerne selber. Das Projekt liegt mir wirklich am Herzen“, sagte der Organisator.

Am Sonntag treten dort viele Freiburger Künstler auf, unter anderem Elena Auerbach vom "Tanztheater Provocation" mit einer Bauchtanznummer, der amtierende Weltmeister im Speed Break und One Punch wird versuchen, mit einer Hand mindestens 14 Gasbeton Steine zu zerschlagen, DJ Corin wird auflegen und die Band "Tunnelblick Freiburg" erweitert das Musikprogramm.

"Wir nennen uns homo sapiens, aber von der Weitsicht und Toleranz, wie Tiere sie haben, sind wir noch weit entfernt.“ Allererstes Ziel der Veranstaltung ist, dass Zirkusse mit Wildtieren in Freiburg zukünftig nicht mehr gastrieren dürfen.



Tierschützer in anderen Städte konnten diese Regelung für Zirkusse bei sich bereits durchsetzen.
Damit das auch in Freiburg passiert, sollen am 30. August Unterschriften gesammelt werden "Wir möchten bei den Menschen ein größeres Bewusstsein über die Lage der Tiere in Zirkussen wecken", sagt Hahulla.

Das Argument pro Zirkus, dass es für Kinder in Deutschland die erste Möglichkeit ihres Lebens ist, Wildtiere live zu sehen, versteht er nicht: "Ich würde es nicht als realistisch oder als gute Aufkärung für Kinder bezeichnen, wenn sie Tiere in einer solch unnatürlichen Umgebung zum ersten Mal sehen. Man muss den Tieren bloß mal in die Augen sehen, um zu erkennen, dass sie leiden.“

Mehr dazu:



Was:
Zirkusse ohne (Wild)Tierhaltung, ein Straßenfest als Demonstration mit Livemusik, Weltrekord und Open Stage
Wann: Sonntag, 30. August, 15 Uhr
Wo: Hundewiese am Flughafen Freiburg
Eintritt: frei
[Fotos:Rita Eggstein/privat]