Freiburgs Straßenbahnen fahren an den Wochenenden bald auch nachts

Frank Thomas Uhrig

Der Wunsch geht in Erfüllung: In den Nächten auf Samstag und Sonntag könnt ihr mit der Straßenbahn heimfahren - vom 19. Dezember an. Was ihr zum neuen Nachtverkehr der VAG noch wissen müsst:



Für die Freiburger wird’s einfacher und komfortabler, für Nachtschwärmer aus dem Umland etwas komplizierter. Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) führt zum 19. Dezember einen neuen Nachtverkehr für die Wochenenden ein. Rückgrat des Konzepts ist der Halbstundentakt der Stadtbahn, die in den Nächten auf Samstag und Sonntag bis in die Morgenstunden fährt.


"Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, dass wir für die meist jungen Leute, die am Wochenende in der Stadt unterwegs sind, etwas tun müssen", erklärte VAG-Vorstandsvorsitzende Helgard Berger am Dienstag vor Journalisten. "Zum Fahrplanwechsel setzen wir diesen Auftrag um." Seit Jahren beklagen sich Anwohnern in der Innenstadt über lärmende Nachtschwärmer, die allzu lange auf die Nachtbusse warten mussten und sich die Zeit rund um den Bertoldsbrunnen lautstark vertrieben.

Im Frühjahr wurden zunächst die Abfahrtsorte für die Nachtbusse vom Bertoldsbrunnen an den Hauptbahnhof verlegt – ohne durchschlagenden Erfolg in Sachen Lärm. Zusammen mit dem Konzept für einen Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) entschied der Gemeinderat, dass die Stadtbahnen am Wochenende die ganze Nacht hindurch fahren sollten. Als Kosten wurden rund 550.000 Euro angepeilt.

Nun, im Herbst, ist der KOD Geschichte und auch der Kostenrahmen wird nicht eingehalten. Eine runde Million Euro pro Jahr soll das Zusatzangebot der VAG kosten, von dem vor allem innerstädtische Nachtschwärmer profitieren. "80 Prozent der Fahrgäste in den Nachtbussen sind Leute aus dem Stadtgebiet", erklärte VAG-Fahrdienstleiter Oliver Benz, "lediglich 20 Prozent kommen aus dem Freiburger Umland." Am meisten Lärmentlastung verspreche sich die VAG daher von einer Verbesserung des Angebots für Freiburger.

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So fahren ab Freitag, 19. Dezember, in den Nächten am Wochenende neun Straßenbahnen auf drei Linien zwischen 0.30 und 4.30 Uhr kreuz und quer durch die Stadt. Hinzu kommt bis zur Eröffnung der Stadtbahn zur Messe Ende 2015 noch eine sogenannte "Querspange" – ein Linientaxi, das im Stundentakt zwischen der Haltestelle Munzinger Straße über St. Georgen, Haslach, Uniklinik und Haltestelle Paduaallee pendelt (siehe Grafik). Die Stadtbahnen fahren ab Bertoldsbrunnen zur vollen und zur halben Stunde.

Wer einen normalen Fahrschein des Regio-Verkehrsverbunds (RVF) hat (Regiokarte, Semesterticket) und im Stadtgebiet unterwegs ist, muss für den Nachtverkehr nichts extra bezahlen. Die Weiterfahrt mit dem Taxi oder mit Bussen ins Umland kostet vier Euro pro Fahrt.

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[Foto: Ingo Schneider]