Freiburgs Skater haben abgestimmt: Der Skateplatz soll an den Seepark

Robert Gloy

Am Donnerstagabend ließ die Initiative Skatement im Haus der Jugend die Freiburger Skater über den Standort des künftigen Skateparks abstimmen. Mit klarem Vorsprung konnte sich die Location am Seepark durchsetzen. Denkbar ist jetzt allerdings auch eine Kombi-Lösung: zwei neue Skateparks, einer im Seepark, der andere am Karlsplatz.

Das Haus der Jugend war gut besucht. Alte Hasen des Skateboardens kamen ebenso zur Abstimmung wie der Nachwuchs. Teilweise waren die alten Hasen sogar die Eltern des Skate-Nachwuchses: Leidenschaft scheint sich zu vererben. Die war allen Beteiligten anzumerken, viele hatten gar ihre Decks gleich mit im Schlepptau. Am Ende sollten 143 Stimmzettel abgegeben werden.


Dem Voting voran ging ein kurzes Video, in dem alle zur Wahl stehenden Locations noch einmal vorgestellt wurden: Zähringen, der Seepark, der Eschholzpark, St. Georgen und der Karlsplatz. Danach gab es eine halbstündige Diskussion, in der jeder, der wollte, ein kurzes Statement über seinen Favoriten abgeben konnte. Bei dieser Gelegenheit kristallisierte sich schnell heraus, dass Seepark und Karlsplatz in der Gunst der Skater am höchsten lagen. Für den Seepark wurde argumentiert, dass er gute Anbindungen und eine große Fläche hat. Ganz verzichten auf einen Spot in der Innenstadt wollte dann aber doch niemand: auch wenn am Karlsplatz potentiell am ehesten Probleme mit Anwohnern auftauchen könnten, so ist doch die zentrale Lage ein wirkliches Plus.

Das Abstimmungsergebnis sprach dann auch eine deutliche Sprache. Der Modus sah so aus, dass jeder auf seinem Stimmzettel die fünf Locations in eine Reihenfolge von eins bis fünf bringen sollte. 85-mal landete der Seepark auf Platz eins! Der Karlsplatz erlangte immerhin auch noch eine Durchschnittsplatzierung von 2,54. Abgeschlagen auf dem letzten Platz landete Zähringen mit einer Platzierung von 3,9 im Schnitt. Schon während der Diskussion vor der Abstimmung hatte es viele Befürworter einer Kombi-Lösung gegeben: Wenn schon die Möglickeit da ist, wieso nicht gleich zwei neue Skateparks schaffen?
Thomas Bartl vom Jugendbüro und Ansprechpartner für die Initiative „Skatement“ war überwältigt von dem Andrang. Vor allem, dass die vielen jugendlichen Skater einen so kompetenten Blick auf die Lage geworfen und klug abgestimmt haben, begeisterte ihn: „Wenn es wirklich konkret wird, dann ziehen Jugendliche auch mit“. Wichtig sei es jetzt, die Kommunikation nicht abreißen zu lassen und so schnell wie möglich mit der Arbeit zu beginnen. Zur Kombi-Lösung sagte er: „Sie bietet sich wirklich an. Es ist wichtig, zusätzlich einen zentralen, urbanen Platz für Jugenkultur in Freiburg zu haben.“

Auch Anja Bartsch vom Garten- und Tiefbauamt zeigte sich angetan von dem Ergebnis: „Das Feedback und die anderen Sichtweisen der Skater waren sehr wichtig. Jetzt gilt es für die beiden Standorte alle notwendigen Ämter ins Boot zu holen und den Kontakt zu den Skatern zu erhalten.“ Eine Stiftung, deren Name noch nicht bekannt gegeben wurde, wird für die neuen Skateparks zwischen 70.000 und 100.000 Euro bereitstellen. Allerdings steht mit 2012 noch ein Jahr intensiver Planungen an, erst dann kann gebaut werden.

Die 14-jährigen Skater Kim, Hendrik und Ruben waren begeistert. Von Anfang an waren sie für den Seepark gewesen. „Er ist einfach am coolsten!“, wie Kim lapidar erklärt. Seine Freude wurde nur leider dadurch getrübt, dass wohl irgendjemand seine Kopfhörer geklaut hat. Dies war aber auch wirklich der einzige Wehrmutstropfen eines Votings, mit dem alle gut leben werden können.

Für Sonntag, 18. Dezember 2011, 15 Uhr, verabredeten sich alle Skater im Seepark, um einen symbolischen Einweihungsakt zu vollziehen. Von irgendwoher war sogar die Idee zu hören, ein Skateboard zu vergraben.

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  [Bild: dpa/Club of Skaters 2011, Rust]