Auf Rekordjagd

Freiburger Weihnachtsmarkt soll erstmals eine Million Besucher anlocken

Uwe Mauch & Joachim Röderer

Mehr Stände, zusätzliche Flächen, weniger Gedränge: Am Donnerstag öffnet der Freiburger Weihnachtsmarkt mit einigen Neuerungen. Sie sollen so viele Besucher heranziehen wie nie zuvor.

Die Wettervorhersage zum Auftakt des Freiburger Weihnachtsmarkts ist optimal: kalt und trocken. Die 47. Auflage der Budenstadt in Rathausnähe ist auch die bislang größte. Einerseits dehnt sie sich erstmals auf den Rotteckring aus, um aus Sicherheitsgründen für Entspannung zu sorgen. Andererseits sind mit 129 Ständen acht mehr aufgebaut als im vergangenen Jahr. Erwartet werden bis zu einer Million Besucher.


Wirtschaftsfaktor Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt ist ein Wirtschaftsfaktor. Als Attraktion zieht er Touristen von weit her an. Im vergangenen Jahr zählte er 800.000 Besucher. Diesen Rekord will die städtische "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH" als Veranstalterin toppen.

Es geht auch immer ums Geld für die Marktbeschicker. Regelmäßig gibt es – auch gerichtliche – Auseinandersetzungen mit der FWTM um Standplätze und Zulassungen. So auch in diesem Jahr, als sich die Betreiberin eines Glühweinstandes gegen eine Verlegung auf den Rotteckring wehrte. Erfolglos.

Die Aufbauarbeiten laufen schon etliche Tage. Auch die Beschicker sind gespannt, wie die Änderungen ankommen – vor allem die Erweiterung entlang des Rotteckring-Boulevards: "Wachstum ist ja immer gut, aber es darf halt nicht zu viel sein", sagt Thomas Koch, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Freiburg.

Die Stände

Auf sind die FWTM-Geschäftsführer stets stolz: "der starke Fokus auf kunsthandwerkliche Angebote", wie FWTM-Chef Daniel Strowitzki in der Pressemitteilung zitiert wird. Das, so die Einschätzung der Macher, hebe den Freiburger Weihnachtsmarkt ab von anderen. 74 Stände bieten Schmuck, Spielzeug, Textilien und natürlich Weihnachtsdeko. Wer nichts einkauft, der isst oder trinkt meistens etwas. Neben den Klassikern wie diverse Grillwürste oder Glühwein (zehn Stände) werden auch Poffertjes, Dampfnudeln oder französische Hirschsalami serviert mit heißem Apfelsaft, Kakao oder Weizenbrand. Insgesamt gibt es jeweils 21 Essens- und Süßwarenstände sowie drei Fahrgeschäfte.

Die Besonderheiten

Von Donnerstag bis Samstag, 21. bis 23. November 2019, baut Energieversorger Badenova auf dem Rotteckring eine Lichtinstallation auf, die an vier Fahrräder gekoppelt ist. Je mehr Besucher strampeln, um so heller leuchten die LED-Lampen, begleitet von weihnachtlicher Musik.



In der Kirche St. Martin am Rathausplatz findet vom 25. November an täglich um 17.30 Uhr eine Adventsmeditation statt. Rechts vom Haupteingang steht die neue Krippe mit geschnitzten Figuren aus Lindenholz, die von der Familie Delago aus dem Grödnertal hergestellt wurden. Der Heilige Josef zum Beispiel ist 1,50 Meter groß und wiegt 85 Kilogramm. Wer Einblicke in die Holzschnitzerei bekommen möchte, kann sich am Stand der Familie informieren.

Am Freitag, 6. Dezember, bringt ein Nikolaus auf dem Rathausplatz den kleinen Gästen kleine Geschenke.

Auf der Bühne am Rotteckring, wohin der Weihnachtsmarkt sich erstmals ausdehnt, tritt am Freitag, 22. November, der Zauberkünstler, Komiker und Bauchredner Michael Parléz auf (16 bis 16.30 Uhr; 18 bis 18.30 Uhr) und tags darauf singt die 30-köpfige Soulfamily (18.30 bis 19.45 Uhr).

Die Sicherheit

Polizei und städtischer Vollzugsdienst werden auf dem Weihnachtsmarkt wieder Präsenz zeigen. Im Rathausinnenhof wird für die Koordination extra ein Container aufgestellt. Sicherheitsvorkehrungen wie das Sichern der Zugänge durch Poller werde es – anders als in vielen anderen Großstädten – auch dieses Jahr nicht geben, sagt Polizeisprecherin Laura Riske: "Es besteht aktuell keine besondere Gefährdungslage." An den Wochenenden bekommt die Freiburger Polizei Unterstützung: Dann bildet sie mit Kollegen aus der Schweiz und dem Elsass trinationale Streifen. Im Vorjahr ist das Sicherheitskonzept aufgegangen: Die Zahl der Taschendiebstähle war 2018 deutlich zurückgegangen.

Die Geschichte

1973 fand der erste Freiburger Weihnachtsmarkt statt, vom 1. bis 20. Dezember. Knapp 20 Stände gab es damals. Besonders beliebt waren Weckmänner, heiße Würste, gebrannte Mandeln – und natürlich Glühwein. Jeden Tag spielten Musikkapellen und sangen Kinderchöre. Bereits diese Premiere war ein Erfolg. Ein im Jahr 1989 zufällig entdecktes Bild zeigt, dass es schon im 19. Jahrhundert auf dem Münsterplatz einen Christkindlesmarkt gegeben hat. Viel mehr, so die FWTM, wisse man allerdings nicht.

Der Totensonntag

Im vergangenen Jahr hatte der Weihnachtsmarkt erstmals bereits vor dem Totensonntag geöffnet. Am Feiertag selbst war der Markt geschlossen. Zwar hatten die städtische Wirtschaftsförderung FWTM als Veranstalter und auch die Medien darauf hingewiesen, doch tausende Besucherinnen und Besucher bekamen davon nichts mit und standen enttäuscht bis verärgert vor den heruntergelassenen Läden. Auch in diesem Jahr gilt: Am Totensonntag, 24. November, ist der Weihnachtsmarkt geschlossen.
Weihnachtsmarkt

Die 129 Stände des Freiburger Weihnachtsmarkts öffnen am Donnerstag, 21. November 2019, um 14 Uhr. Den traditionellen Anschnitt des Lebkuchens nehmen um 19 Uhr Finanzbürgermeister Stefan Breiter und Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der veranstaltenden städtischen "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH", vor.

Die Öffnungszeiten sind werktags von 10 bis 20.30 Uhr sowie an den Sonntagen von 11.30 bis 19.30 Uhr – dann sind zudem 20 weitere Stände auf der Kaiser-Joseph-Straße aufgebaut.

Am Mittwoch, 27. November 2019, schließt der Weihnachtsmarkt aufgrund des Gedenktags zur Bombardierung Freiburgs im Zweiten Weltkrieg vor 75 Jahren bereits um 18 Uhr. Am Totensonntag, 24. November 2019, ist der Weihnachtsmarkt ganz geschlossen. Am Montag, 23. Dezember 2019, endet der letzte diesjährige Markttag um 19.30 Uhr.

Eine Übersicht samt Karte mit den Ständen und deren Angeboten bietet der Flyer "Weihnachtsmarkt Freiburg".

weihnachtsmarkt.freiburg.de