Freiburger Verein "zusammen leben" steht im Rennen um Deutschen Integrationspreis

Annalina Ebert

Noch bis zum 30. April kannst du den Verein "zusammen leben" beim Crowdfunding-Contest unterstützen. Er steht mit seiner mobilen Multifunktionsküche auf Platz 2 und hat gute Chancen auf die Endrunde beim Deutschen Integrationspreis.

Noch bis zum 30. April könnt ihr abstimmen: 33 soziale Projekte rund um die Themen Kulturen, Geflüchtete und Zusammenarbeit sind für den Deutschen Integrationspreis nominiert. Auf Platz zwei steht zurzeit der Freiburger Verein "zusammen leben". Er möchte eine MuFuKü, eine mobile MultiFunktionsKüche, für seinen Gemeinschaftsgarten in Vauban und sein Sozialcafé in der Altstadt bauen. Gewinnt "zusammen leben" den Wettbewerb, gibt es eine finanzielle Unterstützung von 15.000 Euro für den Verein.


Was ist der Deutsche Integrationspreis?

Ein Mal pro Jahr vergibt die Hertie-Stiftung den Integrationspreis deutschlandweit an soziale Projekte, die den Austausch zwischen Menschen mit verschiedener Herkunft fördern. Mit dem Preis sollen Ideen ins Rollen gebracht werden und konkrete Projekte eine Chance zur Umsetzung erhalten. Im letzten Jahr gewann ürbigens das Freiburger Projekt Bike-Bridge. Die Finanzierung besteht aus dreierlei: Einerseits läuft ein Crowdfunding-Projekt, für welches jeder spenden kann, seien es nur ein paar Euro.

Anschließend erhält das Projekt mit den meisten Unterstützern noch einmal eine Stiftungsförderung von 15.000 Euro. In einer dritten Phase wählt eine Jury unter allen erfolgreich umgesetzten Crowdfunding-Projekten drei Gewinner für den Integrationspreis, der noch einmal eine Förderung von insgesamt 100.000 Euro beinhaltet.

zusammen kaffee, zusammen gärtnern, zusammen kartoffeln – der Verein

Zusammengehörigkeit ist ein menschliches Bedürfnis, egal in welchem Land man aufgewachsen ist, welche Sprache man spricht oder welche Kultur man mit sich bringt. Das ist das Credo des Freiburger Vereins "zusammen leben", den es seit 2015 gibt. Um Menschen mit verschiedensten Hintergründen in Freiburg zusammen zu bringen, hat der Verein mehrere Projekte ins Leben gerufen. Im Strandcafé auf dem Grethergelände trifft man sich zum gemeinsamen Kaffee oder Mittagessen, im Garten in Vauban baut man gemeinsam Gemüse an und für alle kulturell Interessierten gibt es Events wie Liederabende, Lagerfeuer und Tanztheater.

"Unser Konzept ist: biologisch, regional, fair trade", erklärt Johanna Dangel, die Projektkoordinatorin von "zusammen gärtnern". Mit rund 200 Menschen aus 16 verschiedenen Nationen pflanzt sie im Gemeinschaftsgarten in Vauban alle möglichen Gemüsesorten an. Tomaten, Zucchini, Kürbisse, Pilze, Kartoffeln, Bohnen, Soja, Rote Beete, Salate und vieles mehr findet man hier in den Beeten.

"Unser Gemüse ist zu 100 Prozent bio", ergänzt Ahmad Katta, der das Projekt "zusammen kaffee" im Strandcafé leitet. Hier wird von Dienstag bis Donnerstag mittags international gekocht, jeden Tag gibt es ein anderes Gericht. "Unser Ziel ist es, dass wir eines Tages fast alles Gemüse selber anbauen." Es geht Ahmad jedoch in erster Linie nicht um den Verkauf von Essen, sondern um die Gemeinschaft: "Wir unternehmen auch außerhalb des Cafés viel zusammen, essen zusammen, wollen die Leute einfach zusammenbringen."

Eine MuFuKü für zusammen leben e.V. from david campesino on Vimeo.



Das Crowdfunding-Projekt: Eine mobile MultiFunktionsküche

Alle Projekte laufen und sind ständig am Wachsen. Das einzige Problem: Es gibt keine richtige Küche. Weder für den Mittagstisch im Strandcafé noch zum gemeinsamen Einkochen des selbstgeernteten Gemüses. Deshalb möchte der Verein "zusammen leben" eine mobile Küche ins Leben rufen.

"Wir können kein Café ohne Küche haben. Bisher haben wir es irgendwie hinbekommen, weil alle Freiwilligen so viel Einsatz geleistet haben, aber jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir unbedingt eine Küche brauchen", sagt Johanna Dangel. Die Multifunktionsküche soll komplett oder mindestens zu Teilen mobil sein, also in der Stadt bewegt werden können. Die meiste Zeit würde sie wohl beim Strandcafé stehen, damit die Köche von "zusammen kaffee" darin den internationalen Mittagstisch vorbereiten können. "Aber auch für den Garten brauchen wir eine saubere, hygienische Küche, um Gemüse einlegen zu können. Auch für Events wär es super, eine Art Pop-Up-Store oder Foodstand zu haben."

Gebaut werden soll die Küche in Kooperation mit den Stadtpiraten, einem Freiburger Verein, der eine Vorausbildung zum Schreinerhandwerk für Geflüchtete anbietet. Mit der Hilfe von den Auszubildenden und Freiwilligen wird momentan ein Konzept für die mobile Küche erarbeitet.Die Multifunktionsküche ist laut Johanna Dengler das letzte Werkzeug, das noch fehlt, um die gemeinsamen Räume aufrechtzuerhalten, die bereits mit viel Mühe erschaffen wurden.
  • Startnext: MuFuKü (Die Abstimmung läuft noch bis zum 30. April)
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