Freiburger Start-Ups: die Abstimmungs-App Voat

Lisa Göllert

Einen Termin finden, an dem alle Zeit haben. Für Viele ist das mit langen Diskussionen verbunden. Ein Freiburger Start-Up will das mit der Terminfindungs- und Abstimmungsapp Voat ändern.

Freiburg, alias "Little Berlin"? In der neuen Serie "Freiburger Start-Ups" stellen wir Dir innovative Ideen aus dem badischen Land vor, die auch aus Berlin Mitte stammen könnten.

Das Produkt

Voat ist eine App, die Nutzern die Koordination von Terminen oder Abstimmungen erleichtern soll. Beispielsweise, welches Kleid gekauft werden oder was beim nächsten Treffen unternommen werden soll. Sie wurde Anfang 2015 entwickelt und ist kostenlos für iOS und Android erhältlich. Nach einmaliger Registrierung kann das Programm per App oder auch im Web genutzt werden. Voat gibt es auf Deutsch und Englisch. Insgesamt wurde die App circa 1000 Mal heruntergeladen.

Was unterscheidet Voat von Doodle?

Voat war die erste App, mit der über Bilder abgestimmt werden konnte. Im Gegensatz zum Schweizer Produkt Doodle wird bei Voat keine Werbung geschaltet. Zudem sind alle Nutzerdaten durch eine SSL-Verschlüsselung bei der Übertragung gesichert. Die Server der App befinden sich in Deutschland. Voat setze vor allem auf ein modernes und ansprechendes Oberflächendesign. Die Darstellungsweise der Abstimmungsergebnisse sei sehr benutzerfreundlich. Durch übersichtliche Diagramme oder die "Top Drei" könnten Nutzer auf einen Blick erkennen, wie abgestimmt wurde.

Die Gründer

Die Brüder Josef und Tiberius Hehn haben Voat gegründet. Josef ist 36 Jahre alt und hat BWL studiert. Aktuell arbeitet er im Vertrieb einer Sicherheitsfirma. Nach seinem Medien und Informationswesen-Studium arbeitet sein 32-jähriger Bruder Tiberius in einer Werbeagentur. Das Start-Up wurde im heimischen Wohnzimmer und auf einem "Denkerspaziergang" am Seepark entwickelt. Bisher haben die Gründer die App aus eigenem Startkapital finanziert. Sie hätten sich aber überlegt, eine Kickstarter-Kampagne ins Leben zu rufen.

Die Idee der Gründung

"Alles habe damit angefangen, dass viele Freunde geheiratet haben", sagt Mitgründer Josef Hehn. Dadurch hätte so einiges geplant werden müssen – vom Junggesellenabschied bis zur Hochzeit selbst. Dafür wären unzählige Nachrichten und E-Mails versandt worden – das wäre kompliziert und zeitaufwendig gewesen. Zu diesem Zeitpunkt hätte Doodle nur als unscheinbare Oberfläche im Web und nicht als App existiert. So entstand die Idee für die Abstimmungsapp Voat.

Was sagt Mama zur Start-Up-Gründung?

Anfangs wusste nur der engste Familien-und Freundeskreis von der Idee der Brüder. Nach der Nutzung von Voat seien sie begeistert gewesen, da alle chaotischen und zeitaufwendigen Planungen ein Ende gehabt hätten.

Was spricht für oder gegen eine Start-Up-Gründung in Freiburg?

Durch die Gründung einer App waren die Beiden recht unabhängig vom Standort Freiburg. Beispielsweise mussten keine Büros angemietet werden. "Werbung läuft hauptsächlich über digitale Kanäle, da ist der Standort nebensächlich", erklärt Tiberius Hehn. Jedoch sei ihnen vor allem die Hilfsbereitschaft der Freiburger positiv aufgefallen.

Zukunftspläne

"Natürlich wünschen wir uns mehr Downloads der App", sagt Tiberius Hehn. Deshalb wollen sie ihrem Programm ein umfangreiches Update verpassen. Um interessierte Studierende zu fördern, suchen sie Informatiker, die für iOS und Android programmieren können. Durch das Upgrade solle die App mehr Funktionen als der aktuelle Vorreiter Doodle erhalten.