Freiburger Start-Up Freiglas will mit selbst verzierten Flaschen ein Zeichen setzen

Marissa Müller

Plastikflaschen sind schlecht für die Umwelt und verschmutzen die Weltmeere. Andreas Lange vertreibt unter dem Namen Freiglas Glasflaschen, Karaffen und Trinkgläser mit eingravierten Motiven, damit Wasser bewusster wahrgenommen wird.

Das Produkt

"Mit den Glasflaschen will ich dem Wasser eine schöne Form geben", sagt Gründer Andreas Lange (36), der vor einem halben Jahr "Freiglas" gegründet hat. Die Leute sollen dazu animiert werden, Wasser bewusster wahrzunehmen. "Den meisten Leuten ist das egal, die trinken einfach irgendetwas", sagt Lange. Es gebe aber Studien dazu, dass Wasser Informationsgehalt habe und die Struktur verändert werden könne. "Je besser man selber drauf ist, desto positiver wirkt sich das auf das Wasser aus", sagt Lange. "Und wenn ich ein schönes Gefäß habe, in dem das Wasser drin ist, habe ich automatisch positive Gedanken beim Trinken und somit das bessere Wasser".

Es sei außerdem wichtig, für die Umwelt weniger Plastikflaschen und dafür mehr Glasflaschen zu benutzen. "Nachhaltigkeit ist mir ein wichtiges Anliegen", sagt Andreas Lange. Die Flaschen verziert er Zuhause in Handarbeit. Die teils selbst entworfenen Motive werden mittels Strahl-Verfahren eingraviert. "Das sorgt für eine gute Qualität und die Motive nutzen sich auch in der Spülmaschine nicht ab", sagt der Gründer. Die Glasflaschen, Karaffen und Trinkgläser bezieht er aus Österreich und den Niederlanden. "Ich bin quasi der Veredler", sagt Lange. Es ist ihm wichtig, dass es sich um europäisches Glas handelt, da die Herstellungs-Standards in Europa größer sind und die Transportwege kürzer.

Aus den Niederlanden bezieht Andreas Lange auch das spezielle violette Miron-Glas, das den Inhalt und den Geschmack besonders schützen und die Haltbarkeit des Produkts verlängern soll. Besonders sei an Freiglas vor allem die Langlebigkeit und die Qualität der Glasflaschen. "Und es regt die Leute zum Trinken an", sagt Lange. "Eine Frau hat letztens eine Flasche gekauft und meinte dann, dass sie jetzt endlich eine Motivation habe, auf der Arbeit Wasser zu trinken", sagt Langes Ehefrau Steffi (33), die selbst Energiekissen vertreibt und ab und an auch bei Freiglas mithilft.

Der Gründer

Andreas Lange kommt ursprünglich aus Chemnitz, ist im Schwarzwald in Bad Dürrheim aufgewachsen und wohnt seit gut 15 Jahren in Freiburg. Nach einer Ausbildung beim Finanzamt arbeitete er unter anderem bei der Bahn und im Messe-und Gartenbau. "Die Ausbildung war aber ein Höllentrip für mich", sagt Lange. "Ich wollte schon immer selbstständig sein und war das auch früher schon mit verschiedenen Shops." Mit seiner Ehefrau zusammen betreibt er nebenher auch eine vegane Feldküche, mit der sie auf verschiedenen Märkten unterwegs sind. "Aber das ist mehr ein Hobby, das machen wir, weil es uns Spaß macht", sagt Lange.

Die Finanzierung

"Ich habe ganz minimalistisch angefangen", sagt Andreas Lange. Die Strahl-Kiste hat er anfangs selbst gebastelt und um die Grafiken zu plotten, hat er bei Freunden nachgefragt. Mittlerweile besitzt er aber die Gerätschaften und Programme. "Alles, was ich eingenommen habe, habe ich anfangs in die Geräte investiert", sagt Lange. Inzwischen hat er durch Freiglas aber ein festes Einkommen.

Tipps für andere Gründer

"Einfach machen", sagt Andreas Lange. Es sei wichtig, alle Möglichkeiten zu nutzen, die vorhanden sind. "Man kann mit kleinen Ideen wirklich auch ganz günstig anfangen", sagt Lange. Man müsse sich aber an die Regeln und Gesetze halten und sich zum Beispiel über Steuergesetze informieren. Nützlich sei es auch, bei Behörden oder erfahrenen Leuten, die bereits selbstständig sind, nachzufragen. Viele können da weiterhelfen und Tipps geben. "Man wächst aber überall rein, man muss sich einfach trauen", sagt Langes Ehefrau Steffi.

Zukunftspläne

Die Flaschen vertreibt Andreas Lange bislang über das Internet und über einige Geschäfte in Freiburg, beispielsweise im Unverpackt-Laden Glaskiste. Außerdem bietet er die Glasflaschen auf verschiedenen Künstlermärkten, zum Beispiel in Emmendingen, an. "Ziel ist erst einmal, Freiglas in vielen Freiburger Geschäften zu verteilen", sagt Andreas Lange. Auf lange Sicht ist angedacht, einen eigenen Laden aufzumachen. "Einfach wachsen – aber schön sanft, damit man den Überblick behält", ist Andreas‘ Motto.

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