Freiburger Freibadtest: Das Lorettobad

Jule Markwald

Wir testen Freiburgs Freibäder: Wo sonnen sich die schönsten Menschen? Wo liegt es sich am entspanntesten auf der Wiese? Wo gibt’s die leckersten Schwimmbadpommes? Testpool Nummer 1: das Lollo.

Hier starten wir eine neue Serie: Der Freiburger Freibadtest. In den nächsten Wochen werden wir uns durch Freiburgs Schwimmbäder sonnen, hier ein Eis schlotzen, da einen Bauchplatscher riskieren. Über unsere Erfahrungen lest ihr hier. Los geht’s mit dem Lorettobad:


Grundausstattung

Das Lorettobad ist das älteste und wahrscheinlich auch das schönste der Freiburger Freibäder. Mit verwinkelten Liegewiesen, einem separaten Damenbad und Umkleidekabinen im Stil der Jahrhundertwende, sieht es hier so idyllisch aus wie in einem Heimatfilm. Das von außen nicht einsehbare Damenbad ist das einzige Schwimmbad Deutschlands in dem sich ausschließlich Frauen aufhalten dürfen. Was auffällt: Trotz hohem Besucherandrang ist es sauber und gepflegt, Schwimmbadpersonal räumt regelmäßig liegengelassenen Müll weg und sieht nach dem Rechten. Balsam für die Spießerseele.

Das Becken

Für ambitionierte Schwimmer ist das Lorettobad eher nichts. Zwar ist das Becken im Familienbad großzügig bemessen, allerdings nimmt der Nichtschwimmerbereich ganz schön viel Platz ein. In der Hochsaison ist es oft so voll, dass man entweder frühmorgens kommen muss – oder seine Fähigkeiten im Slalomschwimmen ausbauen sollte. Das Becken im Damenbad ist noch kleiner, dafür geht es insgesamt etwas ruhiger zu (vom Beckenrand zu springen wird hier mit allgemeiner gesellschaftlicher Ächtung und einem Anschiss der Bademeisterin bestraft).

Publikum

Das typische Lollopublikum besteht größtenteils aus Familien, Jugendlichen und Studenten. Die Stammrentnerinnen, die ihre Sommertage mit Sonnenbaden, Doppelkopf spielen und Käffchen trinken verbringen, sind hauptsächlich im Damenbad anzutreffen. Da genießen sie allerdings den Status der Dorfältesten – besonders, wenn sie eine eigene Privatkabine vorweisen können! Insgesamt achtet die Schwimmbadleitung sehr auf gutes Benehmen ihrer Badegäste. Laute Musik aus Ghettoblastern ist hier genau so ein No-Go wie kreischende Teenies oder bierselige "Schalala"-Gesänge.

Die Bademeisterin

Um die strengen Predigten der Bademeisterinnen im Damenbad ranken sich mittlerweile urbane Mythen. Auch im Familienbad haben die Bademeister ein Auge auf jede Art von Fehlverhalten. Wer sich allerdings benimmt und die langen Haare beim Schwimmen mit einem Haargummi im Zaum hält, hat nichts zu befürchten. Baywatch-tauglich sind die Bademeister leider eher nicht.

Kinderkram

Sowohl im Familienbad als auch im Damenbad gibt es Kinderbecken. Das gesamte Bad ist barrierefrei und somit mit Kinderwagen hervorragend zu begehen. Wickeln kann man den Nachwuchs auf seinem Badehandtuch. Weil Babys und pralle Sonne sich nicht unbedingt gut verstehen, sind in beiden Badebereichen große Sonnensegel und -schirme vorhanden. Wer früh genug kommt, erwischt vielleicht sogar einen der begehrten Schattenplätze unter den Bäumen.

Pommes

Tatsächlich der einzige massive Makel des Lorettobads – es gibt keine Schwimmbadpommes! Nicht mal Potato Wedges. Stattdessen Wienerle mit Kartoffelsalat, diverse Snacks und Blätterteig-Pizzataschen. Bringt aber alles nichts, wenn der hungrige Badegast einfach nur eine Portion Schwimmbadpommes möchte!

Was kriegt man für sein Geld?

Für 4 Euro (ermäßigt 2,70 Euro) bekommt man eine ganze Menge. Wer nicht gerade plant, den Rekord im Langstreckenschwimmen aufzustellen oder mit seinem gesamten Fußballverein eine improvisierte Mallorcaparty im Freibad abzuhalten, kann sich im Lollo hervorragend entspannen. An idyllischem Flair mit dem mitten durchs Bad fließenden Hölderlebach und den pittoresken Kabinenhäuschen ist das Lorettobad auf jeden Fall nicht zu überbieten.

Das Lorettobad

  • Öffnungszeiten: täglich von 12 bis 19 Uhr
  • Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2,70 Euro
  • Anfahrt: Lorettostraße 51a, am besten mit dem Rad kommen (Fahrradstellplätze sind ausreichend vorhanden), ansonsten Stadtbahnlinie 3 Richtung Vauban, Haltestelle Reiterstraße aussteigen und die restlichen 200 Meter laufen.

Ebenfalls in dieser Serie erschienen: