Freiburger Filmemacher will bis Samstag-Abend noch 58.000 € für seinen Kinofilm sammeln

Marius Buhl

Passion for Planet: Der Freiburger Filmemacher Werner Schüssler dreht einen Tierfilm über Klimawandel und Artensterben, der bald in den Kinos und in der ARD zu sehen sein wird. Warum das die Erfüllung seines Lebenstraumes ist und wie man ihm noch dabei helfen kann:



Eines Tages hatte Werner Schüssler genug. Jahre lang war der Freiburger als Kameramann im Einsatz, filmte für den SWR beim Sportclub, filmte kleine Events - einmal filmte er sogar ein Pink-Floyd-Konzert. Seinen Traum aber hatte er aus den Augen verloren - denn eigentlich wollte Werner Schüssler immer Tierfilmer werden. Daran erinnert hat ihn der Freund eines Freundes. Der führte das Leben, von dem Werner Schüssler träumte: Filmen auf Papua-Neuguinea, danach in die Antarktis, dann wieder Regenwald. Werner Schüssler beschloss, sein Leben zu verändern.


"Wenn ich zurückdenke, ein richtiger Schritt - wenn es auch ein großes Wagnis war", sagt der 54-Jährige heute. Sein Plan damals: Tiere filme, reisen, etwas Sinnhaftes machen. Er begann, die wichtigsten Dokumentarfilmer der Welt anzuschreiben, ob er sie bei ihren Dreharbeiten begleiten dürfe. Ziemlich fix kamen positive Antworten, auf fünf wichtige Filmemacher hat sich Werner Schüssler schließlich festgelegt.

Da wäre nun der Kanadier und Hai-Narr Rob Stewart, den Schüssler im südafrikanischen Meer begleitet hat. Da wäre das bayerische Genie Jan Haft, dem Schüssler zu verborgenen Plätzen in Deutschland folgte. Da wäre der amerikanische Öko-Rebell Mark Shelley, der sein Kalifornien zeigt. Da wäre das österreichische Filmemacherpaar Michael und Rita Schlamberger, die Schüssler mitnahmen in die Flüsse von Sambia. Und schließlich die Inderin Rita Banjeri, die das Artensterben indischer Tiere zeigt. All diese Tierfilmer hat Schüssler in den vergangenen Jahren nun begleitet, insgesamt werden 100 Minuten Filmmaterial daraus verwertet. Und auch einen Namen hat Schüssler seinem Lebenstraum bereits gegeben: Passion for Planet.

"Jetzt musste ich nur noch einen Abnehmer für meinen Film finden", sagt Werner Schüssler. "Als Dokumentarfilmer ohne nennenswerte Vorerfahrung war das eine große Herausforderung - besonders finanziell." Inzwischen hat der Freiburger aber sowohl einen Verleih gefunden, der seine Filme an die Kinos verkauft, als auch einen Fernsehsender, der den Film im Free-TV zeigt: die ARD.



Der Film selbst ist nach dem dramturgischen Prinzip der Heldenreise gebaut: Alle fünf Protagonisten sind anfangs sehr zufrieden, glücklich mit sich und der tollen Natur, die sie filmen. Dann wird allen nach und nach bewusst, wie sehr der Klimawandel und das Artensterben die Natur verändern. Sie müssen sich entscheiden: Wollen sie weiterhin schöne Naturaufnahmen machen, oder wollen sie etwas gegen diese Bedrohungen unternehmen. Im Höhepunkt des Films treffen sich die 5 Akteure dann zum ersten Mal - und beraten sich über ihre Strategien und jeweiligen Lösungen.

"Wichtig war mir, keinen die-Welt-ist-so-schlecht-Film zu drehen. Ich will den Leuten zeigen, wie schön alles ist und will auch Lösungen aufzeigen, wie wir unsere Welt wieder besser machen können!", sagt Werner Schüssler.

Ein Problem hat Werner Schüssler aber noch: Geld. 600.000 € hat das Mammutprojekt gekostet, rund 200.000 € fehlen dem Freiburger noch immer - trotz einiger Filmförderungen, die den Film unterstützen. "200.000 € sind natürlich eine Menge, aber ich sage immer: Dieser Film ist meine Eigentumswohnung, es ist mein Traum - da geb ich gerne auch Geld für aus." Vielleicht sei der Film auch seine Eintrittskarte in die Welt der Tierfilmer, dann mit noch mehr Fördergeldern.

Ein Teil des Geldes will Schüssler noch über Crowdfounding sammeln. 60.000€ will er so insgesamt zusammenkriegen - 1420 € hat er bereits. Schüssler dazu: "Es wäre schön, wenn der ein oder andere - bevor er am Samstag-Abend feiern geht - noch ein paar Euro beisteuert. Es ist für eine gute Sache."
Werner Schüsslers Film "Passion for Planet" per Crowdfounding unterstützen