Basketball

Freiburger Eisvögel steigen nach Schiedsgericht-Urteil in die zweite Liga ab

Georg Gulde

Die Basketballerinnen des USC Freiburg steigen nach 17-jähriger Zugehörigkeit aus der ersten Bundesliga ab. Das folgt aus einem Urteil des Schiedsgerichts vom Donnerstag.

Das Schiedsgericht der ersten Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) informierte die Eisvögel darüber, dass es den Punktverlust aus dem Spiel BC Marburg gegen USC Freiburg bestätigt. Damit ist der Ausgang des letzten Saisonspiels des USC am Samstag (19 Uhr) beim Mitabsteiger Rotenburg-Scheeßel unwichtig geworden.


Zu viele Spielerinnen mit A-Status

Der USC Freiburg war am 15. Spieltag Ende Januar bei der verloren gegangenen Partie in Marburg mit vier Spielerinnen aufgelaufen, deren Status auf dem Spielerpass "Nicht-EU-Ausländerinnen" lautet. Zulässig sind aber nur drei Nicht-EU-Spielerinnen. Auf dem Spielerpass der serbischen Akteurin Jovana Vukoje stand versehentlich ein "A", obwohl sich der Status von serbischen Spielerinnen vor dieser Saison eigentlich geändert hatte. Die Liga-Leitung wertete die Partie deshalb mit 20:0 für Marburg und zog dem USC Freiburg einen Punkt ab.

Die Freiburger wehrten sich, denn sie sollen vor Saisonbeginn von der Liga mitgeteilt bekommen haben, dass alles in Ordnung sei. Doch die Liga-Leitung bestätigte das Urteil, so dass der Breisgauer Klub das DBBL-Schiedsgericht anrief. Dieses entschied nun am Donnerstag – und bestätigte den Punktabzug, womit der USC vor dem letzten Spieltag uneinholbare drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsrang hat.

Große Enttäuschung beim USC

Das Schiedsgericht wies in seinem Urteil darauf hin, dass Handhabungen des Spielleiters in der verordneten Strafe zu kritisieren seien, und hob die ausgesprochene Geldstrafe auf. Die Strafe auf Punktverlust bleibt jedoch bestehen. Da von zwei Teilentscheidungen der Spielleitung eine aufzuheben war, entschied das Schiedsgericht unter Berücksichtigung der Gesamtumstände zudem, dass sämtliche Kosten des Verfahrens gegeneinander aufgehoben werden. Die Entscheidung ist endgültig. Ein Rechtsmittel gegen das Urteil ist nicht statthaft.

"Natürlich sind wir enttäuscht", sagte Harald Janson, Sportlicher Leiter der Eisvögel, am Donnerstagabend. Er hatte das Team, das am vergangenen Samstag das Abstiegs-Endspiel gegen das bis dahin mitgefährdete Team aus Nördlingen mit 69:83 verloren hatte, vor dem Abendtraining am Donnerstag von der Entscheidung des Schiedsgerichts informiert.

Nach drei emotionalen und in vielerlei Hinsicht enttäuschenden Wochen gelte es jetzt zunächst einmal, die Saison vernünftig und seriös zu Ende zu bringen. Auf Anfang April wurde eine Klausurtagung des Eisvögel-Managements terminiert, in der die Saison aufgearbeitet und Zukunftsplanungen besprochen werden sollen. Die Eisvögel stehen somit als zweiter Absteiger aus der ersten Liga fest – nach 17 Jahren in Folge, in denen sie der Beletage des deutschen Frauen-Basketballsports angehörten.

Was passiert, wenn...?

Eine minimale Chance besteht allerdings doch noch, um in der ersten Liga zu bleiben. Würde sich eine andere Mannschaft freiwillig zurückziehen, dann würde die Liga den Tabellenvorletzten fragen, ob er in der ersten Bundesliga bleiben wolle.

Und falls einer der Meister aus der zweiten Liga Süd oder Nord vom Aufstiegsrecht keinen Gebrauch machen will, bestünde für die Eisvögel auch noch die Gelegenheit, erstklassig zu bleiben. Doch beim USC Freiburg will man sich nicht im Strohhalm-Klammern üben, sondern der Realität ins Auge sehen. Und die heißt nun zweite Liga.