Freiburger DJ-Namenskunde: Anina Owly

Elias Dominguez

Sie mischt die Szene schon seit vielen Jahren mit ihrer vielschichtigen und offenen Art auf und hat sich so in der Freiburger-Szene etablieren können. Anina Owly erzählt, wie sie zum DJing kam und was der ein oder andere Zufall bewirken kann.

Fudder: Stell Dich doch mal vor.
Anina Owly: Ich bin Anina Owly, bin 27 Jahre alt und lebe seit 2010 hier in Freiburg.
Ich bin hier her gezogen, um mein Abitur nachzuholen und habe nebenher angefangen, im Drifter’s an der Theke zu arbeiten.

Für Musik habe ich mich schon immer interessiert und so nach und nach wuchs auch meine Faszination fürs Auflegen. Irgendwann ergab sich das dann auf einer Afterhour, dass ich nach vielen Fragen selbst hinters Mischpult katapultiert wurde. José Recuerdo hat mir dann geduldig nach und nach alles beigebracht. Das Ziel im Club aufzulegen hatte ich anfangs nicht, mir hat es einfach Spaß gemacht, meine eigenen Sets aufzunehmen.
Da ich durch meine Arbeit im Drifter’s sehr nah an der Szene war, kam es dann doch durch Zufall, dass ich meinen ersten Gig im Inside bekommen habe. Von da an nahm das ganze dann seinen Lauf.
Meinen Sound würde ich als groovigen Minimal Techno bezeichnen, wobei ich nicht auf einen Style festgefahren bin, sondern genauso gerne mal ins House und Techhouse abdrifte.



Fudder: Wie kam der Name zustande?
Schon bevor ich angefangen habe, aufzulegen, wurde ich von Freunden oftmals mit einer Eule verglichen. Warum genau weiß ich bis heute nicht.
Da mein erster Gig recht spontan kam, musste schnell ein DJ-Name her und irgendwie sind wir dann auf Anina Owly gekommen – vom englischen Wort für Eule.

Fudder: Vinyl, CD oder Digital, was bevorzugst Du und warum?
Anina Owly: Auflegen gelernt habe ich mit Vinyl, was mir selbst auch wichtig war. Später habe ich dann mit Timecode, Vinyl gespielt und mittlerweile spiele ich mit CDs und Sticks. Mir ging irgendwann das Verkabeln auf die Nerven. Darum bin ich der Einfachheit wegen auf CDs umgestiegen.
In meinem CD-Case habe ich ältere Sachen und vor allem "all time favorites", auf den Sticks hab ich hauptsächlich neue Tracks. Außerdem nutze ich die Rekordbox um mir Wiedergabelisten für Podcasts oder auch mal für größere Gigs anzulegen.
Meiner Meinung nach muss jeder sein Medium finden, mit dem er am besten arbeiten kann. Ob das nun digital oder analog ist, spielt in dem Sinne keine Rolle, es zählt, was beim Publikum ankommt, finde ich.

Fudder: Reaktion des Publikums in der Anfangzeit im Vergleich zu heute?
Anina Owly: Ganz am Anfang war ich ziemlich nervös vor jedem Gig und ich denke, die Anspannung hat man mir auch angesehen. Seitdem ich lockerer geworden bin, merke ich, dass ich eine größere Nähe zum Publikum habe und demnach die Leute mehr mitreißen kann – und umgekehrt.



Fudder: Skurrilster Auftrifft?
Anina Owly: Vor etwa zwei Jahren wurde ich auf ein großes Festival nach Italien gebucht. Damals war ich noch nicht in einer Agentur, bedeutet: Ich habe alles selbst abgewickelt, natürlich – dummerweise – ohne Vertrag.
Es hat dann auch von vorne bis hinten nichts geklappt. Das Hotel war knapp eine Stunde vom Festival entfernt, anstatt Getränkemarken gab es hinter der Bühne einen Kasten Bier, Gage gab es auch keine und das war noch lange nicht alles.
Kurzfristig wurden wir dann Gott sei dank noch in ein anderes Hotel umgesiedelt. Allerdings mit nur einem Bett.
Der Gig selber dagegen war unbeschreiblich, ich durfte das Closing vor knapp 3000 Leuten spielen und in dem Moment war alles vergessen.
Als wir dann zu viert in einem Bett gelegen sind, konnten wir das alles nicht fassen und haben fast die halbe Nacht nur gelacht. Um sich aufzuregen, hat uns einfach die Kraft gefehlt.
Schlussendlich war dies definitiv einer meiner schönsten Gigs, wenn man über das andere Chaos hinweg sieht.

Fudder: Was inspiriert Dich und gibt es Vorbilder für Dich?
Anina Owly: Inspiration bekomme ich hauptsächlich von befreundeten DJs. Ich spiele gerne back to back und merke, dass ich dadurch offener wurde für anderen Sounds und mich weiterentwickelt habe. Als Vorbild würde ich am ehesten Dubfire nennen. Seine Musik fand ich schon immer toll und es ist immer noch ein kleiner Traum von mir, mal sein Warm Up zu spielen.

Fudder: Lieblingsgetränk beim Auflegen?
Anina Owly: Wasser und Jägermeister.
  • Was: Katzenbande
  • Wann: Freitag, 19. August 2016, 23 Uhr
  • Wo: Schmitz Katze, Haslacher Str. 43, 79115 Freiburg
  • Eintritt: bis 24 Uhr 5 Euro, danach 7 Euro

  • Was: Grenzenlos Open-Air-Festival
  • Wann: Samstag, 27. August 2016, 11 Uhr
  • Wo: Dreiländergarten, 79576 Weil am Rhein