Interessensbekundung

Freiburg will Spielort bei der Fußball-EM werden

Frank Zimmermann (aktualisiert um 14.51 Uhr)

Sollte die Fußball-EM 2024 in Deutschland stattfinden, hätte Freiburg Interesse daran, Spielort zu werden. Dies haben die Stadt, der SC Freiburg und die neue Stadiongesellschaft mitgeteilt.

Der Deutsche Fußballbund (DFB), der sich bei der europäischen Fußballunion UEFA um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 in Deutschland bewerben will, hatte alle Städte und Liga-Vereine mit entsprechenden Stadien gebeten, frühzeitig für das weitere Bewerbungsverfahren das Interesse als Austragungsort zu erklären.


Stadt, SC und die "Stadion Freiburg Objektträger GmbH" (SFG) haben am Freitagmorgen diese Erklärung gegenüber dem DFB abgegeben, damit bei einer möglichen Entscheidung für Deutschland als Gastgeberland die Chance auf EM-Begegnungen im neuen Freiburger Stadion gewahrt bleibt, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Interessensbekundung noch unverbindlich und nicht mit rechtlichen oder finanziellen Verpflichtungen verbunden.

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Ob man sich endgültig bewerbe, werde erst entschieden, wenn Anforderungen und finanzielle Bedingungen für einen Austragungsort von Spielen der EM bekannt seien. Ein finales Votum dazu müssen der Gemeinderat sowie der SC und die Stadionträgergesellschaft SFG durch Beschlüsse der jeweiligen Aufsichtsräte fällen.

Oberbürgermeister Dieter Salomon und der Präsident des SC Freiburg, Fritz Keller, erklären gemeinsam: "Unsere jetzige Erklärung dient vor allem dazu, Chancen im Bewerbungsverfahren zu sichern und unser grundsätzliches Interesse zu bekunden. Wenn Deutschland den Zuschlag erhält, könnte Freiburg mit dem neuen Stadion ein attraktiver Standort für EM-Begegnungen sein."

Entscheidung im Herbst 2018

Im April 2018 endet die Bewerbungsfrist der Uefa. In den Bewerbungen der nationalen Fußballverbände müssen dann auch verbindlich Spielorte und Stadien bekanntgegeben werden. Ausgetragen werden die Spiele in neun oder zehn unterschiedlich großen Stadien. Im Herbst 2018 entscheidet dann die Uefa, wer den Zuschlag bekommt.

Bis heute, Freitag, 12 Uhr, mussten alle Kandidaten beim DFB ihr Interesse bekunden. Dies haben 18 Städte getan: Berlin, Bremen, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Freiburg, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mönchengladbach, München, Nürnberg und Stuttgart. Voraussetzung für die Bewerbung ist nach den Anforderungen der Uefa eine Netto-Sitzplatzkapazität von 30 000 Plätzen, heißt es in einer Pressemitteilung des DFB vom Freitag. Die Stadien in Karlsruhe und Freiburg planen bei den Neu- beziehungsweise Umbauten mit der erforderlichen Nettositzplatzkapazität. Die Interessensbekundung aus Dresden entspricht mit 25 000 Sitzplätzen nicht der von der Uefa geforderten Mindestkapazität. Die anderen 15 Stadien erfüllen diese Voraussetzung bereits heute.

Das neue SC-Stadion mit 35.000 Plätzen am Freiburger Flugplatz soll nach jetziger Planung 2019 fertig gebaut sein und eröffnet werden, derzeit laufen die Planungen. In einem Bürgerentscheid hatten sich die Freiburger Bürger im Januar 2015 mehrheitlich für den Neubau ausgesprochen, auch der Gemeinderat hat im Grundsatz dafür gestimmt.

Inwieweit das neue Stadion alle Anforderungen erfüllen könne, werde in einigen Monaten konkreter zu bewerten sein, wenn der DFB im Rahmen eines Workshops die exakten Rahmenbedingungen vorgebe, heißt es in der Mitteilung von SC und Stadiongesellschaft weiter.

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte, dass die hohe Zahl der bereits fertigen Stadien sich günstig auf die Kosten der EM auswirke. "Die Resonanz zeigt die große Begeisterung für eine Euro in Deutschland und sie unterstreicht, dass wir über eine erstklassige Stadioninfrastruktur für ein solches Turnier verfügen. Auf dieser Basis könnten wir eine
kostengünstige und nachhaltige EM ausrichten, weil kaum ein Hektar für Baumaßnahmen neu versiegelt werden müsste."

Bis zum 3. März muss der DFB eine Interessenserklärung an einer EM-Ausrichtung bei der Uefa einreichen, am 10. März werden die Bewerber
für die Ausrichtung der Euro 2024 verkündet. Nach Bereitstellung der Bewerbungsanforderungen durch die UEFA am 17. März 2017 wird der DFB den Spielorten am 11. April dieses Jahres die Anforderungen vorstellen. Bis zum 12. Juni 2017 müssen die zu diesem Zeitpunkt weiterhin interessierten Stadien beziehungsweise Spielorte ihre vollständigen Unterlagen des nationalen Bewerbungsverfahrens beim DFB einreichen.

Am 15. September 2017 wird das Präsidium dann die Auswahl der zehn Spielorte vornehmen, mit denen der DFB in das Uefa-Bewerbungsverfahren gehen wird. Bis zum 27. April kommenden Jahres müssen interessierte Nationalverbände dann die vollständigen Unterlagen bei der Uefa eingereicht haben, die endgültige Festlegung des Ausrichters Uefa wird dann im September 2018 erfolgen.

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