Freiburg soll einen öffentlichen Fahrradverleih bekommen

Simone Höhl

Was Paris, New York und rund 50 deutsche Städte haben, soll auch Freiburg bekommen: einen öffentlichen Fahrradverleih. Eine Machbarkeitsstudie empfiehlt rund 400 Leihräder an 55 Stationen.



Kostendeckend wäre der Verleihbetrieb nicht. Lohnen würde er sich trotzdem, sagt die Stadtverwaltung. Ob sie die Sache auf den Weg bringen kann, entscheidet am Dienstag der Gemeinderat.


Seit Jahren hinkt Freiburg beim öffentlichen Angebot von Mietfahrrädern hinterher. Es hieß immer, dass sich das in einer Stadt, in der alle radeln, nicht lohne. Tut es auch nicht, sagt Frank Uekermann, Leiter des für Verkehr zuständigen Garten- und Tiefbauamts. "Der Freiburger selber wird das nicht nutzen." Im Schnitt hat jeder Haushalt drei Räder. Doch aus dem Tourismusbereich heiße es: Man kann nicht Fahrradhauptstadt sein wollen und keine Leihräder anbieten.

Leihräder sollen den Öffentlichen Nahverkehr ergänzen

Potenzial gäbe es in Freiburg wohl trotzdem genug: Neben Touristen auch Menschen, die mit Zug und Bus zur Arbeit in die Stadt kommen und in der Pause etwas erledigen wollen, Angehörige von Uniklinik-Patienten, die auch mal ins Zentrum möchten, Besucher der Messe und von Firmen im schlecht angebundenen Industriegebiet Nord, Studenten, die kein Geld fürs Taxi haben.

400 Leihräder und 55 Stationen sollten es sein, um die Stadt abzudecken und das Potenzial bei einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis abzuschöpfen, sagen die Gutachter. Was die Einführung eines solchen Systems kosten würde, kann Amtschef Uekermann nicht beziffern: Wenn der Gemeinderat dafür wäre, müsste es eine Ausschreibung geben.

Ab 2018 auf der Straße?

Am kommenden Dienstag hätte das Amt vom Gemeinderat gern grünes Licht, um den Aufbau eines Radverleihsystems mit den Stadtwerken und der VAG genau zu prüfen. Wenn alles passt, auch dem Stadtparlament, könnten die Leihräder dann ab 2018 durch die Stadt rollen.

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[Foto: Thierry Gachon]