Frau E. hat einen neuen Job: Legendäre Mitarbeiterin verlässt Studienberatung der GeKo

Martin Herceg

Eine unter Studierenden wohlbekannte Mitarbeiterin hat die Studienberatung der Gemeinsamen Kommission (GeKo) der Philologischen, Philosophischen und Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät verlassen. Welchen Job Frau E. jetzt an der Uni hat:



Frau E. arbeitet nicht mehr bei der Studienberatung der GeKo. In der Studienberatung hatte die sagenumwobene Uni-Mitarbeiterin mit der unnachahmlichen Art jahrelang die Prüfungs- und Studienordnung verteidigt.


Wer eine Prüfung verpasst hatte, einen (Neben-)Fachwechsel vornehmen oder eine Auslandsleistung anerkannt haben wollte, musste zu Frau E. "Man hat sich gefühlt wie ein Lamm auf dem Weg zur Schlachtbank", sagt etwa ein Germanistikstudent.

Im Flur vor ihrem Büro lag oft das saure Aroma von studentischem Angstschweiß in der Luft; im Januar 2012 roch es im und vor dem Gebäude der GeKo in der Werthmannstraße nach Buttersäure, als Unbekannte ein Stinkbomben-Anschlag ausführten, dessen vermutetes Ziel die GeKo warStudierende nahmen ein satirisches Hörspiel über sie auf, selbst in einem Artikel auf Spiegel Online wurde sie erwähnt

Frau E. saß im Prüfungsamt, und wenn ich sie hier als Teufel bezeichne, laufe ich Gefahr, dass sich der Teufel bei mir beschwert, dass ich ihn mit Frau E. vergleiche [...] Sie saß in einem Büro, das groß war wie ein Amtsraum in Geschichten von Franz Kafka, absurd groß. Es roch nach kaltem Rauch. Frau E. machte ein Gesicht, als ob sie bei meinem Anblick drüber nachdachte, über ihren Schreibtisch zu flattern wie ein Vampir, um mir die Halsschlagader aufzubeißen. An schlechten Tagen schrie Frau E., an guten Tagen raunzte sie. Frau E. wiederholte immer nur einen Satz: "Ja, haben Sie denn die Prü-fungs-ord-nung nicht gelesen?"


Frau E. bleibt der GeKo als Geschäftsführerin erhalten. „Sie ist auch weiterhin im Bereich Studien- und Prüfungsordnung tätig, nur eben nicht mehr im direkten Kontakt zu den Studierenden“, sagt Rudolf Dreier, Pressesprecher der Uni. Als Grund für den personellen Wechsel nennt Dreier die Umstellung des Lehramtsstudiums durch die GeKo, den Frau E. konzeptionell begleitet. „Da braucht die Uni jemanden der jahrelange Erfahrung hat“, sagt Dreier. 

Um die Beratung und den direkten Kontakt mit Studierenden kümmert sich mittlerweile eine neue Mitarbeiterin. „Bereits 2012 haben wir durch die Umstrukturierung der Prüfungsverwaltung diese neue Stelle in der GeKo zugesprochen bekommen“, so Dreier.

Ob die neue Mitarbeiterin in der Studienberatung dafür sorgen kann, dass Studierende ihre Prüfungs- und Studienordnung so fleißig lesen, wie vor den Sprechstunden bei ihrer Vorgängerin, bleibt abzuwarten. Denn bei Frau E. wagte es niemand, unvorbereitet aufzutauchen. So umstritten sie bei vielen Studierenden gewesen sein mag, mit dem Wechsel in der Studienberatung geht der GeKo eine gute Portion Durchschlagskraft verloren. Unter Umständen müssen Studierende sich nun vermutlich ein neues Hassobjekt suchen, wenn es im Studium mal wieder hapert.

Und was das das gerade eben für ein Geräusch? War das ein lautes erleichtertes "Uff" von Studierenden der diversen Geisteswissenschaften?

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[Symbolbild: © Igor Mojzes - Fotolia.com]