Flüchtlinge können an der Uni Freiburg jetzt kostenlos Gasthörer werden

Kathrin Müller-Lancé

Gute Nachrichten: Die uni Freiburg will Flüchtlingen ein Gasthörerstudium anbieten - kostenlos! Doch ein paar Schwierigkeiten gibt es noch:



“Menschen helfen, die vor Krieg und politischer Verfolgung in ihrer Heimat geflohen sind, und sie bei der Entfaltung ihre Potenziale unterstützen”. Das erklärt die Uni Freiburg auf ihrer Internetseite als Ziel. Und auch wenn Maßnahmen noch ausstehen - es gibt gute Nachrichten.


Ab sofort können Flüchtlinge kostenlos ein Gasthörerstudium absolvieren. Eigentlich zahlt man dafür 50 Euro pro Semester. Diese Gebühr erlässt die Uni Freiburg jetzt für Flüchtlinge. “Das Wissenschaftsministerium hat die Sache geprüft und den Unis im Land letzte Woche das OK gegeben”, sagt Dr. Christina Schoch, Leiterin des Service Center Studium der Uni. Ab dem Wintersemester können Flüchtlinge also Übungen und Vorlesungen als Gasthörer besuchen und auch den Sprachselbstlernbereich kostenlos nutzen.

Wer Bücher braucht, kann sich als externer Nutzer einen UB-Ausweis machen lassen. Auch die 12 Euro Gebühr dafür erlässt die Uni Freiburg Flüchtlingen im Wintersemester 2015/2016. Zur Vermittlung zwischen studieninteressierten Flüchtlingen und Hochschule hatte die Uni Freiburg zusammen mit der PH eine Koordinationsstelle beantragt.

Die wurde nun vom Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bewilligt. Sie soll alle Maßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen koordinieren und am Studierendenwerk angesiedelt sein. “Wir werden uns sehr bald abstimmen, so dass die Stelle schnellstmöglich besetzt werden kann”, so Dr. Christina Schoch.

Was, wenn die Papiere fehlen?

Da ein Studium in Baden-Württemberg nicht an einen Aufenthaltstitel gebunden ist, können auch gestattete und geduldete Flüchtlinge an der Uni Freiburg studieren - sofern sie eine Hochschulzugangsberechtigung vorweisen können. Doch damit gibt es häufig Probleme. Nach einer Flucht vor Krieg und Verfolgung fehlen oft die nötigen Papiere. Deshalb entwickelt die Uni gerade einen Instrumentenkasten für ein vereinfachtes Zulassungsverfahren. Noch im Oktober soll eine Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz einen Bericht vorlegen und bundesweit Verfahren zur Zulassung empfehlen.

Noch ist das Engagement in Deutschland und Freiburg groß. Für welchen Zeitraum aber werden die neu beschlossenen Maßnahmen gelten? Die Koordinationsstelle werde vom Ministerium bis Ende 2016 finanziert, sagt Schoch. “Wie lange sich private Initiativen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden engagieren, können wir nicht beeinflussen. Wir hoffen aber natürlich, dass alle Beteiligten so lange wie nötig dabei bleiben”.

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[Foto: photocase/ .marqs]