Blackout am Brückentag

Fehler gefunden – alle Geschäfte in Freiburgs Altstadt haben wieder Strom

Joachim Röderer, bz & aktualisiert 16.15 Uhr

In Teilen der nördlichen Freiburger Altstadt ist es heute Mittag zu einem Stromausfall gekommen. Den Kurzschluss gab es offenbar in der Konviktstraße. Die meisten Häuser und Geschäfte haben nun wieder Strom.

Shopping mit Hindernissen am Brückentag in der proppenvollen Freiburger Innenstadt: Um kurz vor 12 Uhr fiel der Strom in etlichen Geschäften in der Innenstadt aus – zum Teil nur für einige Sekunden; manche großen Ladengeschäfte waren rund eineinhalb Stunden lang weg vom Netz. Betroffen war und ist ein Gebiet vom Schlossbergring bis mindestens zur Kaiser-Joseph-Straße mit insgesamt 850 Anschlüssen. Die meisten Gebäude und Geschäfte haben – Stand 15 Uhr – wieder Strom. In zwei, drei Seitenstraßen dauert der Blackout jedoch noch an. Die Drogerie Müller auf der Kajo musste bis nachmittags um 15.36 Uhr warten, bis der Saft wieder da war.


Energieversorger Badenova suchte über Stunden fieberhaft nach dem Kurzschluss. Am Nachmittag wurden dann zwei Kabelfehler an zwei Stellen in der oberen Altstadt ausfindig gemacht, meldete
Badenova-Unternehmenssprecher Roland Weis.
Die schadhaften Stellen müssen freigelegt und repariert werden. Die Anschlüsse in den beiden Bereichen werden von der jeweils anderen Seite mit Strom versorgt.

Kurz vor Mittag war es passiert. "Um 11.55 Uhr hat eine 20 KV-Leitung zugemacht", berichtete am Nachmittag Badenova-Unternehmenssprecher Roland Weis. Danach hätten sich in einer Kettenreaktion automatisch alle 17 Trafostationen entlang dieser Leitung abgeschaltet. Nach und nach wurde diese Trafostationen wieder ans Netz geschaltet – bis auf die eine, bei der es den sogenannten "Schalterfall" gegeben habe. Vorwiegend betroffen sind neben einigen Privathaushalten sogenannte Sondervertragskunden. Dazu zählen auch viele Geschäfte.

Unternehmen unterschiedlich schwer betroffen

Auch in der Schwarzwald-City waren die Lichter ausgegangen – rund zwei Stunden ging hier nichts mehr. Im Elektromarkt "Saturn" konnten wie in anderen Geschäften keine Kunden mehr bedient werden, weil die Kassen nicht mehr funktionierten. Im Modehaus Kaiser an der Kaiser-Joseph Straße war für rund eine knappe Stunde der Strom weg – dort ließ man das Haus evakuieren, alle Kunden mussten die Geschäftsräume verlassen. "Das geschah in Ruhe und geregelt", sagt Aulona Berisha von Kaiser Modehäuser. Da die Lichter ausfielen und auch Verkaufsflächen zum Teil im Keller liegen, wurden die Kunden durch den Vordereingang, der nicht elektronisch funktioniert, herausgeleitet. "Wir können keine Kunden reinlassen – die Gefahr, dass jemand stolpert, fällt und sich verletzt, die ist viel zu groß", sagt Inhaber Gerhard Kaiser. Alle Häuser des Modegeschäfts waren betroffen – auch das Männermodegeschäft S4 in der Schusterstraße. Kaiser schätzt die Umsatzeinbußen an dem besonderen Tag mit starker Kundenfreqenz auf rund 20 000 Euro.

In der Sparkassenfiliale auf der Kaiser-Joseph-Straße blieben die Türen aus Sicherheitsgründen für Kunden für rund zwei Stunden zu. "Die Leute haben entspannt reagiert", berichtet Erich Greil, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, der selbst mit unten am Eingang stand. Auch die Geldautomaten waren offline. "Bargeschäfte waren nicht möglich, aber wenn jemand eine Überweisung hatte, haben wir diese natürlich entgegengenommen", so Greil. Für die sicherheitsrelevanten Bereiche springt bei der Sparkasse eine Notstromversorgung an. Damit konnten auch der Fahrstuhl nach unten geholt werden, in dem zwei Menschen noch drin waren.

Die Drogerie Müller traf es mit am Härtesten. Sie blieb über Stunden geschlossen – das Ladengeschäft war dunkel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen an den geöffneten Türen und erklärten Kundinnen und Kunden den Sachverhalt.


Andere Häuser hatten mehr Glück. Im Kaufhaus Karstadt ging nur für einen kurzen Moment der Strom aus, das Gebäude wurde nicht evakuiert, lediglich die Rolltreppen mussten neu gestartet werden. Im Kaufhaus Breuninger fiel der Strom mehrfach kurz aus, dank Notstromversorgung waren die Auswirkungen aber gering. Kunden wird allerdings geraten, Aufzüge und Rolltreppen nicht zu benutzen; zusätzliche Treppenhäuser wurden stattdessen geöffnet. Auch in der Stadtbibliothek konnten vorübergehend keine Bücher ausgeliehen werden.

Polizei meldet keine besonderen Vorkommnisse

Nach Angaben der Polizei hat es durch den Stromausfall keine polizeilich-relevanten Vorfälle gegeben – obwohl auch um 15 Uhr noch einige Ampel in der Innenstadt, unter anderem in der Schnewlinstraße, nicht funktionieren. "Die Lage ist entspannt", sagte Polizeipressesprecher Walter Roth.
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