Debütalbum

Fatcat aus Freiburg wollen jetzt durchstarten

Alexander Ochs

Die Freiburger Band Fatcat will ein großes Rad drehen. Vor gut drei Jahren gegründet, steht die Band mit ihrem Mix aus Funk, Soul, Blues, Pop und Rock kräftig im Aufwind. Jetzt erscheint das Debütalbum.

Bislang ist der Achter stets steil vorausgerudert. Neben Otto Normal gehören Fatcat zu Freiburg größten Musikhoffnungen. In den vergangenen Wochen haben die Musiker neue Duft- und Bestmarken gesetzt: ausverkauftes Haus im ZMF-Spiegelzelt, Auftritt vor 2000 Zuschauern im Eschholzpark bei "Freiburg stimmt ein", Vorband für US-Popröhre Anastacia beim Sommersound-Festival in Schopfheim und für den britischen Star Jamie Cullum bei den Jazzopen in Stuttgart, jeweils vor Tausenden von Zuschauern. Nun machen sich die Musiker zwischen 20 und 30 für größere Höhenflüge bereit.


Sie stammen alle aus den Freiburger Jazz- und Rockschulen

Das Fundament hierfür haben sie allesamt an der Freiburger Jazz- und Rockschule gelegt, wo sie ausgebildet wurden. Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Schlagzeuger Damien Stath, Bassmann Fabian Gyarmati-Buchmüller, Gitarrist Jakob Monninger sowie Ferdinand Klamt an den Tasten, spielt bereits seit mehreren Jahren zusammen. Komplettiert wird die Truppe durch die Bläsersektion mit Stefan Erschig an der Posaune, Jakob Jung am Tenor-Sax und Paul Hofer-Bottomley am Alt-Saxophon.

"Zusammengeführt hat uns die Liebe zur Musik, insbesondere zum Funk", erzählt Klamt, der Pianist. Er war es auch, der Kenny Joyner als Sänger ins Boot holte. Ein Glücksfall: Der Frontmann mit der Footballer-Statur zieht live die Fans mit seiner wuchtigen Bühnenpräsenz in den Bann. "Wir haben unsere Performance stark weiterentwickelt und unsere Songs verfeinert", befindet er. Speziell für ihre Homebase denken sich die Jungs für jeden Auftritt ein neues Intro aus. Um den Fans Abwechslung zu bieten – und auch, um Neues auszuprobieren.

Als Stilrichtung für ihre Musik hatten sich die Bandmitglieder die Begriffe "New Funk" oder "Powerfunk" zurechtgelegt. Auch wenn häufig Elemente des Funk in den Kompositionen auftauchen – als Schublade taugt er nur bedingt. "Der Sound geht ein bisschen mehr in Richtung Disco", verrät Ferdinand Klamt im Hinblick auf das erste Album, das im November erscheinen wird.

Ein halbes Jahr wurde am Debüt gefeilt

Eine fat cat ist im Englischen ein reicher Sack, ein Bonze. Bis es soweit ist, könnte es noch ein Weilchen dauern: Bislang haben die Musiker sich keinen Cent ausgezahlt, sondern ihre Gagen immer postwendend investiert, berichtet Bassmann Fabi. So gönnen sich die "fetten Katzen" den Luxus, ein halbes Jahr im Studio an ihrem Debüt feilen zu können. Denn das gemeinsame Ziel, das Bandprojekt langfristig anzulegen, um den Durchbruch zu erzielen, funktioniert in ihren Augen nur mit entsprechender Planung und Vorbereitung. Und doch wirken die Musiker, die wir in einem Freiburger Café treffen, nie wie verbissene Planer des eigenen Erfolgs, sondern bodenständig und geerdet – und trotz aller Termine sehr entspannt.

Hinzu kommt die Energie: Der Ruf ihrer geballten Live-Power eilt ihnen voraus wie Donnerhall. Ist es nicht schwer, die Energie ihrer Live-Auftritte auf CD zu bringen? "Den Anspruch haben wir gar nicht", retourniert der Sänger cool, "wir wollen einen schön produzierten Albumsound hinbekommen." Der Titel des Erstlings steht auch schon fest: "Champagne Rush", Champagnerrausch. Das soll das berauschende Prickeln auf den Punkt bringen, dass die Acht derzeit empfinden in dieser Phase. Folgt auf den Rausch nicht der Kater? Keine Sorge, zumindest den Fans droht nach durchtanztem Konzert eher der Muskelkater.

"Die Band bringt immer eine fette Show", sagt Björn Jakob, der Manager der Band. "Im Moment wird Fatcat als Einheizer für große Stars oder zum Abschluss von Festivals gebucht." Und er schiebt nach: "Das Ziel ist es, die Band mit der Platte großzumachen." Zwei prominente Fans hat die Truppe schon: Anastacia, die ihre Musik "amazing" fand. Und Jamie Cullum, der meinte: "We have to bring you guys to the UK." – Wir müssen euch unbedingt nach Großbritannien holen."
Termin

"Champagne Rush" erscheint am 11. November. Release-Konzert: Sa, 12. November in der Mensabar, 21 Uhr.