Falsche Fünfziger: Kleine Blütenkunde

Aljoscha Harmsen

Das Thema Falschgeld interessiert solange keinen, bis man selbst einen falschen Fünfziger in der Tasche hat und nicht weiter weiß. Was man tun kann, wie groß die Gefahr ist und worauf man achten muss: Aljoscha hat nachgefragt.



"Am meisten aufpassen muss man bei 50-Euro-Noten, die werden am häufigsten gefälscht", sagt Ulrich Heffner, Pressesprecher des LKA Stuttgart. Rund 40 Prozent des Falschgeldaufkommens fallen auf die rot-beige Banknote, 25 Prozent auf die 200 Euro-Note, etwa 20 Prozent auf die 100 Euro Note und auf die 20 Euro Note noch etwa 12 Prozent. "Der Rest ist vernachlässigbar", sagt Heffner.


Das Ziel beim Fälschen ist es, mit einer falschen möglichst viele echte Banknoten zu bekommen. "Ein Beispiel: Der Fälscher kauft ein Kaugummi mit einer 50 oder 100 Euro-Note und macht mit dem Wechselgeld Gewinn", erklärt Heffner. Münzgeld werde auch gefälscht, zum Beispiel zum Zigaretten ziehen am Automaten.

Deutschlandweit ist durch falsche Euro-Banknoten im Jahr 2007 ein Schaden von 3,8 Millionen Euro durch über 40.000 falsche Banknoten entstanden. Die Zahlen ergeben sich aus den Scheinen, die der Deutschen Bundesbank zugegangen sind. 2006 waren es nur 3,6 Millionen, obwohl 6.000 Fälschungen mehr als vergangenes Jahr registriert wurden. "Grund dafür sei, dass die großen Scheine im Jahr 2007 bevorzugt gefälscht wurden", so die Deutsche Bundesbank.



In Freiburg waren es im Jahr 2006 rund 300 abgegebene falsche Noten. "Dass es allein in Freiburg so viele waren, liegt an den nahen Grenzen zur Schweiz und nach Frankreich", sagt Karl-Heinz Schmid, Pressesprecher Polizei Freiburg. "Wenn man sich unsicher ist, ob das Gegenüber ein Geschäft mit Falschgeld abschließt, lieber einen Handel nicht eingehen." Wer an Falschgeld geraten ist, hat auf jeden Fall den Kürzeren gezogen, denn: "Das einzig Richtige ist es, den falschen Schein bei der Polizei abzugeben oder bei einer Bank. Aber dafür gibt es keinen Ersatz!"

Die andere Möglichkeit, also den Schein zu behalten, heißt sich strafbar machen. "Wer mit Falschgeld bezahlt, oder es weitergibt, riskiert eine Geld- oder Freiheitsstrafe."

Gibt man die Scheine bei der Polizei ab, bleiben sie auch dort nicht lange: "Falsche Fünfziger gehen auf dem schnellsten Weg zum LKA Stuttgart. Das LKA prüft dann, ob der Schein einer Serie entstamt", Sagt Schmid.



Zur Überprüfung der Echtheit gibt es vier Maßnahmen: Fühlen, Sehen, Knicken und Prüfen. Die wichtigsten Merkmale: Stichtiefdruck, Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Durchsichtsregister, Spezialfolie und Farbwechsel. Insgesamt sind es neun. "Am besten nimmt man eine echte Note zum Vergleich in die Hand", sagt Schmid.

Aber es gibt auch Grund zum aufatmen: "Bislang ist es noch niemandem gelungen, sie alle zu fälschen."

Mehr dazu:

Bundesbank: Falschgeld-Leitfaden